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Kannst Du Dich den Besuchern der Bücherkiste ein bißchen vorstellen? Hobbys, Familie, etc.?
Gern. Ich bin in Leipzig geboren, lebe allerdings seit vielen Jahren in
Frankfurt. Ich bin verheiratet und habe eine Tochter, die gerade 18 Jahre alt
geworden ist. Im Grunde habe ich keine Hobbys, denn das Schreiben füllt mich
vollständig aus. Ich lese sehr viel, gehe gern ins Theater und interessiere
mich sehr für die Bildenden Künste, aber der allergrößte Teil meiner Zeit
gehört dem Schreiben.
Du hast bereits zwei historische Liebesromane bei Heyne veröffentlicht."Herz in Gefahr" (2001) und "Medaillon des Schicksals (2003). "Herz in Gefahr" wurde im Dezember bei Moments neu aufgelegt. Wie kamst Du auf die Idee Liebesromane zu schreiben und wie kam der Kontakt mit Moments zustande?
Ich glaube, eine "Idee" Liebesromane zu schreiben, die hatte ich gar nicht.
Ich wollte einfach immer nur schreiben. Aber die Liebe spielt ja im Leben der
meisten Menschen eine große Rolle - und so kommt man als Autorin gar nicht an
diesem Thema vorbei.
Von Isolde Wehr hatte ich schon sehr viel gehört. Den direkten Kontakt
allerdings hat meine Agentin hergestellt.
Der Heyne Verlag wurde vor kurzem an Randomhouse verkauft. Hat dies
auch für Dich Folgen?
Nein.
Was reizt Dich besonders am historischen Liebesroman? Könntest Du Dir vorstellen auch einmal einen Liebesroman zu schreiben, der in der Gegenwart spielt?
Oh ja, natürlich. Mein erster Roman, der ebenfalls bei Heyne veröffentlicht
wurde und "Die Spiegeltänzerin" heißt, war ein Liebesroman, der in der
Jetztzeit spielt.
Am historischen Liebesroman gefällt mir sehr, dass dieses Genre dem Ideal der
romantischen Liebe anhängt. Dieses Ideal ist möglicherweise heute gar nicht
mehr lebbar, trotzdem kann ein Teil von mir einfach nicht aufhören, doch
daran zu glauben. Im Übrigen denke ich, dass sich Romantik im historischen
Gewand besser transportieren lässt. Mir geht es jedenfalls so.
Was sind überhaupt Deine schriftstellerischen Pläne? Wird es weitere Liebesromane für Deine Fans geben?
Ja, natürlich. Im Moment schreibe ich gerade an den letzten Seiten eines neuen
Romans, der voraussichtlich im nächsten Jahr erscheint und als Schauplatz das
spätmittelalterliche Portugal hat.
Deine zwei Romane spielen in England und in der Toskana. Warst Du schon einmal selber in diesen Ländern? Wie recherchierst Du überhaupt?
Am besten kann ich über Schauplätze schreiben, die ich schon selbst gesehen
habe. Und mancher, der schon einmal in der Toskana war, wird vielleicht auch
gespürt haben, dass besonders in dieser Landschaft der Geist des späten
Mittelalters an beinahe jedem Ort zu spüren ist. In Siena, Volterra und San
Gimignano zum Beispiel hatte ich den Eindruck, dass die alten Gemäuer prall
voll sind von alten Geschichten, die von Liebe und Leidenschaft erzähhlen und
nur darauf warten, von irgend jemandem aufgeschrieben zu werden.
Du bist ebenfalls Mitglied bei Delia, der Vereinigung deutscher Liebesromanautoren. Was erhoffst Du Dir von der Mitgliedschaft und in wie fern ist Delia schon jetzt für Dich nützlich?
Ich empfinde es als großen Gewinn, in den DeLias Frauen und auch Männer
gefunden zu haben, die ähnlich arbeiten, ähnlich denken und ähnlich fühlen.
Wir haben alle diesselbe Leidenschaft, die uns verbindet.
Du bist Deutsche, aber Deine Liebesromane erscheinen unter einem amerikanisch klingenden Pseudonym. Eine gängige Sache im deutschen Liebesroman-Markt. Wie stehst Du zu der Diskussion um die Akzeptanz von Liebesroman-Autoren und Liebesromanen im allgemeinen?
Da schlagen zwei Seelen in meiner Brust. In meinen Romanen beschreibe ich ja
nicht die Realität der Liebe, sondern nur ihre Höhepunkte. Mit dem Alltag,
der hin und wieder doch recht banal sein kann, haben diese Romane wenig zu
tun. Doch so lange Autoren und Leser wissen, dass es den Traumprinzen mit dem
weißen Ross doch höchst selten gibt, denke ich, dass dieses Genre
hervorragend geeignet ist, dem tristen Alltag hin und wieder einmal für
einige Stunden zu entfliehen. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als
an einem tristen Regensonntag mit einem Liebesroman in einem bequemen Sessel
zu verschwinden.
Andererseits verstehe ich auch die Kritiker, die immer wieder behaupten, wir
Liebesromanautoren zeichnen ein vollkommen falsches Bild der Wirklichkeit und
schüren Illusionen, die im schlimmsten Fall dazu führen können, dass lebende
Personen an unseren Romanfiguren gemessen werden - und zwangsläufig verlieren
müssen.
Ich weiß jedoch aus Erfahrung, dass unsere Leserinnen und Leser sehr klug sind
und Fiktion von Alltag unterscheiden können.
Was sind Deine Lieblingsautoren und was liest Du gerade?
Zur Zeit lese ich gerade den recht realitätsnahen Liebesroman einer
amerikanischen Autorin, von dem ich unheimlich begeistert bin. Der Roman
heißt "Was ich liebte" und die Autorin Siri Hustvedt. Ebenso begeistert war
ich allerdings auch von Jonathan Franzens "Korrekturen" oder Jean-Philippe
Toussaints "Sich lieben".
Vielen Dank für das Interview!
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