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Stell Dich doch bitte den Besuchern der Bücherkiste ein wenig vor.
Hobbys, Familie, etc.
Geboren wurde ich am 02.11.1964 und lebe seit meiner Kindheit in Ostfriesland, genauer gesagt in einem kleinen Ort namens Warsingsfehn. Beruflich bin ich als Teilzeitkraft bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Aurich im Verwaltungsdienst beschäftigt. Langeweile kenne ich als alleinerziehende Mutter nicht, denn meine Söhne Wilko (9 Jahre) und Jelte (7 Jahre) sorgen für einen wirbeligen Alltag.
Meine Freizeit verbringe ich mit dem "Stöbern" in der ostfriesischen Geschichte, mit vielen nächtlichen "Schreibstunden" am Computer und dem Singen in einem Gospelchor.
Natürlich lese ich auch sehr gerne. Zu meiner schönsten Vorstellung von Urlaub oder Wochenende gehören ein gutes Buch und ein Glas Rotwein. Wenn es mich nach Bewegung gelüstet, dann jogge ich. Die ostfriesische Landschaft lädt förmlich dazu ein.
Du hast 2002 Deinen ersten Roman - einen Zeitreiseroman - unter dem Titel "Die Schattensucherin" veröffentlicht. 2003 wurde der Roman unter dem Titel "Durch das Meer der Zeit" bei Moments neu aufgelegt. Wie kamst du zum Schreiben und war es schwer einen Verlag zu finden. Wie kam der Kontakt mit Moments zustande?
Alles begann mit einer Ritterburg, die "der Weihnachtsmann" meinen Jungs brachte. Das Spielzeug regte die Fantasie der Kinder an und ich musste Fragen beantworten, die sie mir über das Mittelalter stellten. Dabei wurde mein eigenes Interesse für die Menschen der damaligen Zeit, für ihren Alltag und ihre Tätigkeiten geweckt. Und weil ich nun einmal in Ostfriesland beheimatet bin, galt mein Interesse natürlich dem mittelalterlichen Leben in dieser Region.
Ich begann Unterlagen über die ostfriesische Vergangenheit zu sammeln, wie andere Leute Briefmarken. Immer mehr zog mich die Geschichte Ostfrieslands in ihren Bann. Irgendwann setzte sich der Gedanke in meinem Kopf fest, einen Roman zu schreiben der den Ostfriesen die Vergangenheit näher bringen sollte. Da mich die Zeit nach der Reformation besonders faszinierte, beschloss ich meine Geschichte im spätmttelalterlichen Ostfriesland spielen zu lassen. Ich begann mir eine Story auszudenken, um die ich viele tatsächliche Begebenheiten und Persönlichkeiten der damaligen Zeit gruppierte. 3 Jahre lang arbeitete ich an der Verwirklichung meines Traum.
Das fertige Manuskript hat lange Zeit in der Schreibtischschublade gelegen. Ich habe mich einfach nicht getraut, es aus der Hand zu geben. Man gibt ja nicht nur einen Haufen Papier ab, sondern auch etwas von sich selber preis.
Dann irgendwann, auf beharrliches Drängen meines Mannes, schickte ich das Manuskript einem ostfriesischen Verlag zu. Nach kürzester Zeit schon hatte ich eine Zusage und es begann eine aufregende Zeit bis der Roman im April 2002 dann in den ostfriesischen Buchhandel kam. Meinen Landsleuten gefiel was ich geschrieben hatte. Immer wieder bekam ich Leserbriefe - und das nicht nur von Ostfriesen. Dies bewog mich dazu, dem Bertelsmann Club ein Exemplar meines Romans zu schicken. Nach vielen Umwegen im Verlag gelangte das Buch schließlich auf den Schreibtisch von Isolde Wehr. Diese wechselte kurze Zeit später zum AREA - Verlag und machte mir das Angebot, meinen Roman bei Moments noch einmal neu aufzulegen. Es war eine Chance für mich, auch Leser außerhalb Ostfrieslands zu erreichen und natürlich habe ich sie ergriffen.
Dein neuer Roman erscheint im Herbst 2004 bei Moments und wird "Die Rückkehr des Kreuzfahrers" heißen. Es ist ein historischer Liebesroman. Kannst du uns ein wenig über den Roman erzählen?
Das mache ich gerne. Gerade dieses Buch liegt mir besonders am Herzen. Vielleicht weil es viel von mir preisgibt, von dem was mich in den letzten Jahren bewegt und beschäftigt hat. Meine eigene Lebenseinstellung und in gewisser Weise auch meine Glaubenswelt habe ich in das Buch eingeflochten. Ein weiser Mönch vertritt meine Meinung - und wer wäre im 13. Jahrhundert wohl besser geeignet. Aber ich greife meiner Geschichte vor. Das ist eigentlich nicht meine Art. Hier nun eine kleine Zusammenfassung des Inhalts:
Mein Roman entführt den Leser in das Friesland des 13. Jahrhunderts. Er erlebt hautnah den Kampf der Friesen um ihre Freiheit. Hintergrund ist eine Zeit, geprägt vom Glauben an einen zornigen Gott, der den Teufel aus seinem Käfig lässt und die Menschen mit Hungersnöten, Seuchen und Sturmfluten plagt. Eine Zeit, in der man Heilige um Hilfe anfleht, Reliquien hortet und die Glocken der mächtigen Klöster den Ton angeben. Der Feinden des Kreuzes wird der Kampf angesagt und so lassen sich auch viele Friesen für einen Kreuzzug nach Jerusalem werben. Unter ihnen Tammo Freesena, der Vergessen sucht und eine Aufgabe für die es sich zu kämpfen lohnt.
Zwei Jahre später kehrt er geläutert vom Kreuzzug zurück. Im Gepäck eine Reliquie besonderer Art, deren machtvolle Bedeutung ihm nicht bewusst ist. Dieses Gefäß, ein Kelch auf einem steinernen Fuß, führt Tammo zunächst in das Kloster Palmar. Dort verhilft er ungewollt der Novizin Sina zur Flucht. Die beiden verlieben sich ineinander. Tammo lässt seine Gefühle für Sina jedoch nicht zu.
Um sie nicht der Willkür des grausamen Abtes auszusetzen ist er gezwungen, die Novizin mit sich zu nehmen. Abt Menko, der "weiße Teufel" ist ihnen dicht auf den Fersen. Er will nicht nur Sina zurückholen, sondern hat auch ein besonderes Interesse an der Reliquie.
Tammo findet seine Heimat von auswärtigen Grafen bedroht vor. Nur wenn es ihm gelingt, die Friesischen Seelande zu einem gemeinsamen Kampf zu bewegen, wird er die Menschen vor der Knechtschaft retten können. Ein scheinbar aussichtsloses Unterfangen, denn die Länder Frieslands sind untereinander zerstritten.
Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, in dem Tammos Vorsatz Sina auf Abstand zu halten immer schwieriger und die Frage nach dem Geheimnis der Reliquie von entscheidender Bedeutung wird.
Hilfe erfahren Tammo und Sina von Bruder Abbo, einem trinkfesten Zisterziensermönch und "Würzweinmischer" und von Adalbert, dem scharfzüngigen Laienbruder des Klosters Ihlow.
Gibt es weitere Pläne? Schreibst du gerade an einem neuen Roman und kannst uns etwas darüber erzählen?
Meine Grundschullehrerin hat mir ins Poesiealbum geschrieben:
"Mache es in jedem Fall, wie das Huhn im Hühnerstall.
Bist du noch so froh bewegt - gackere erst wenn´s Ei gelegt."
In diesem Sinne möchte ich zu meinem in Arbeit befindlichen Roman wenig sagen. Vielleicht nur so viel: Er spielt in Ostfriesland und dreht sich um ein für diesen Raum ganz typisches Thema. Der Tipp dazu kam von der Agentur mit der ich seit einiger Zeit zusammenarbeite und stellt eine ganz neue Herausforderung für mich dar. Diesmal brauche ich auch nicht ganz so weit in die Vergangenheit zurückgehen.
Natürlich wird der Leser nicht nur mit "Historischem" gefüttert, sondern ich lasse wieder zwei Menschen mitspielen die sich nach vielen Irrungen und Wirrungen finden werden.
Du bist Deiner Heimat sehr verwachsen. Du interessierst Dich sehr für ostfriesische Geschichte und Dein erster Roman erschien auch in plattdeutsch. Zumal der Roman auch in Ostfriesland spielt, was ich persönlich sehr ungewöhnlich und interessant fand. Wirst du auch weiterhin über diese Gegend schreiben?
Ins Plattdeutsche habe ich meinen Roman nur teilweise übertragen. Es ist sehr aufwändig, insbesondere bezüglich der Rechtschreibung. Alles andere über mich stimmt jedoch!
Ich kann mir nichts anderes vorstellen, als über die Menschen die hier gelebt haben zu schreiben. Alle Epochen haben das kleine Ostfriesland genauso getroffen wie die großen Schauplätze der Geschichte. Jede Zeit ist auf seine Art spannend und interessant und hat die Menschen hier geformt. Durch die Auseinandersetzung mit der Geschichte meiner Heimat habe ich das Gefühl, etwas von mir selbst kennenzulernen, etwas über meine Wurzeln zu erfahren - das ist glaube ich der Zauber, der mich treibt. Und es ist außerdem praktisch über eine Gegend zu schreiben in der man zu Hause ist.
Bei meinen Recherchen bin sehr "pingelig". Alles muss möglichst genau stimmen. Ich bemühe mich zu erahnen, wie die Menschen damals gelebt, gedacht und gefühlt haben. Das lässt sich am leichtesten bewerkstelligen, wenn man über einen Landstrich schreibt, der nicht so sehr weit entfernt ist. Die historischen Orte liegen in meinem Fall quasi "vor der Haustür" und ich kann jederzeit dorthin fahren und der Vergangenheit nachspüren. Oder einfach mal schnell eines der hiesigen Museen besuchen, eine Burg oder eine alte Kirche besichtigen. Dort findet man viele Spuren aus alter Zeit, kann manches dann genau beschreiben und manchmal sogar anfassen. Die Vergangenheit wird in gewisser Weise lebendig durch das, was noch davon übrig ist. Das bringt auch Leben in meine Bücher!
Was reizt Dich am Liebesroman und würdest Du Dich auch einmal an einem anderen Genre versuchen wollen?
Für mich ist eine Liebesgeschichte die Würze des Romans. Ich selber lese wahnsinnig gerne gute, spannde Bücher und liebe es, wenn die "Liebe" dabei nicht zu kurz kommt. Es hat vielleicht etwas mit meiner romantischen Ader zu tun. Außerdem möchte ich die Leser nicht nur mit trockenen Fakten überhäufen, sondern sie sollen sich bei der Lektüre auch entspannen können. Sie sollen für einige Stunden dem Alltag enfliehen. Und wer träumt nicht davon, der großen Liebe zu begegnen? Wenn der Leser dabei dann noch etwas über die Vergangenheit mitnimmt, habe ich als historische Autorin meine Aufgabe erfüllt.
In einem anderen Genre habe ich mich schon versucht, jedoch keinen passenden Verlag gefunden. Ich liebe es nämlich, Geschichten für Kinder zu schreiben. Meine beiden Söhne sind da die geeigneten "Versuchskaninchen". Sie sparen weder mit Lob noch mit Tadel und haben immer viele Tipps parat. Im Laufe der Jahre habe ich besonders viele Winter- und Weihnachtsgeschichten und -gedichte geschrieben. Mein Traum wäre es, ein "Winterlesebuch für Kinder" zu veröffentlichen. Vielleicht fühlt sich ja durch dieses Interview ein Kinderbuchverlag angesprochen?!
Du bist ebenfalls Mitglied bei Delia. Was versprichst Du Dir von der Vereinigung und wo siehst Du die Zukunft für den Liebesroman? Glaubst Du, es wird einfacher in Deutschland für Autoren einen Verlag zu finden? Wie siehst Du überhaupt die Entwicklung? Auf der einen Seite fahren viele große Verlage die Produktion von Liebesromanen herunter (Bastei Luebbe und Heyne bringen weniger Titel, Knaur und Ullstein haben das Programm bis auf Ausnahmen ganz enigestellt), auf der anderen Seite aber nun der Aufschwung durch Moments und Delia.
Bei Delia reizte und reizt mich der Austausch mit anderen Autoren. Im Bekanntenkreis kenne ich niemanden, der Bücher schreibt. Man fühlte sich immer ein wenig "außerirdisch". Das hat sich nun geändert. Bei Delia gibt es jede Menge Ansprechparter mit ähnlichen Fragen und Problemen. Wir helfen uns gegenseitig und können als "Schreiberlinge" auch viele Marotten verstehen, über die andere nur den Kopf schütteln. Durch die Vereinigung vieler Liebesromanautoren ist es vielleicht möglich, das Image des Liebesromans ein wenig zu heben. So wie wir von Schlagern oder Popsongs die doch zumeist von der Liebe erzählen berührt und begeistert werden, müsste es doch eigentlich auch bei Romanen sein, die gleiches tun.
Was die Zukunft für den Liebesroman bringt kann ich nicht sagen. Wenn ich das Angebot betrachte, drängt sich mir im Augenblick manchmal der Eindruck von Gleichförmigkeit auf. Ich finde dem wirken deutsche Autoren entgegen. Sie bringen ganz neues Leben auf den Buchmarkt. Sie bringen keine "Massenware", als die ich manchmal die vielen außerhalb Deutschlands "eingekauft" Liebesromane empfinde.
Das Moments diesem Trend entgegensteuert, kann nur gut sein für uns Autoren. Ich hoffe und wünsche, dass der Verlag mit seinem Konzept Erfolg haben wird.
Was liest Du selber gern? Hast du eine Lieblingsautorin und was liest Du gerade?
Seit meiner Kindheit habe ich fast alles an Büchern verschlungen, was mir in die Hände gefallen ist. Ich liebe spannende Bücher, die man in einem "Rutsch" durchlesen kann, mag aber auch Krimis und Liebesromane jeglicher Art.
Als Lieblingsautoren möchte ich Barbara Wood, Ken Follett, Noah Gordon, Marion Zimmer Bradley und Johanna Lindsey nennnen.
In den letzten Jahren faszinieren mich aber mehr und mehr auch Biografien. Mit Begeisterung habe ich die Lebensgeschichte Hildegard von Bingens oder Katharina Luthers gelesen.
Neben dem "Buch der Bücher", dass mich immer wieder fasziniert, ist der "Herr der Ringe" von Tolkien eines meiner liebsten Bücher. Auch zu "Wer die Nachtigall stört" von Harper Lee und "Krabat" von Otfried Preußler greife ich gerne. Kürzlich habe ich "Tod und Teufel" von Frank Schätzing gelesen - etwas wirklich Gutes!
Im Augenblick verschlinge ich "Im Schatten des Pferdemondes" von Evita Wolff - einer deutschen Autorin - und bin total begeistert.
Vielen Dank für das Interview!
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