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Bitte stelle Dich doch den Lesern der Bücherkiste ein wenig vor. Was hast Du für Hobbys, etc.?
Ich lebe mit meiner Familie und vielen Tieren in einem romantischen kleinen
Häuschen. Viel Grün, viele Blumen und Ruhe, das ist meine bescheidene
Entspannung nach Feierabend. Da ich noch hauptberuflich arbeite, schreibe ich nach
Feierabend. Für Hobbys bleibt wenig Zeit. Manchmal entspanne ich an einem alten
Spinnrad und verarbeite Schafwolle zu interessanter Mode. Ich mag es gern
romantisch und schwimme auch mal im fackelbeleuchteten Pool um Mitternacht. Und
wenn mir mein Mann noch einen kühlen Drink serviert ...
Du bist eine sehr vielbeschäftige Autorin. Auf der einen Seite hast Du Liebesromane bei Knaur, Konkursbuch und Moments veröffentlicht. Auf der anderen Seite verfasst Du auch Heftromane bei Kelter. Wie schaffst Du es alles unter einen Hut zu bringen?
Durch straffe Organisation. Mein Tag ist streng eingeteilt und fast jede
Minute verplant. Da darf möglichst nichts dazwischen kommen. Es gehört Disziplin
dazu, das einzuhalten. Aber die Abwechslung macht mir Spaß und verschafft mir
auch viele Inspirationen.
Ich könnte mir vorstellen, das Heftromane meist Auftragsarbeiten sind. Ist das Schreiben von Heftromanen anders, als von Romanen, da man gewisse Kriterien erfüllen muss? Schreibst Du irgendetwas lieber, oder hat beides seinen eigenen Reiz?
Jedes hat seinen eigenen Reiz. Der Heftroman folgt natürlich gewissen Regeln
und Anforderungen des Verlages. Andererseits wird mir doch eine gewisse
Freiheit bei der Ausgestaltung gelassen. Ich habe kein Lieblingsgenre. Beim
Heftroman hat man die Freude, in relativ kurzer Zeit fertig zu sein, beim großen Roman
kann man dafür mehr in die Tiefe gehen. Beides ist nicht zu verachten.
Wie kommt man als Geologin eigentlich darauf Liebesromane zu schreiben? Übst Du Deinen alten Beruf eigentlich noch aus oder kannst Du mittlerweile von Deiner Schriftstellerei leben?
Ja, ich übe meinen Beruf noch aus, allerdings nicht mehr als Sachverständige
für Boden und Grundwasser wie früher, sondern in der Öffentlichkeitsarbeit für
Ökologie. Ursprünglich wollte ich meine Schreibfähigkeiten für Fachliteratur
nutzen, bin aber beim Roman "hängengeblieben". Dass es Liebesromane waren,
entsprach ein bisschen meiner romantischen Neigung und weil ich als Geologin
immer so streng wissenschaftlich bleiben musste.
Du schreibst sehr vielseitige Sachen. Bei Konkursbuch hast Du einen Erotikroman veröffentlicht, früher bei Knaur erschienen historische Liebesromane und bei Moments hast Du gerade einen sehr ungewöhnlichen historischen Liebesroman veröffentlicht, der bei den Tuaregs spielt. Sind es gerade die vielfältigen Möglichkeiten, die Dich am Schreiben reizen? Woran liegt es, das Du über so unterschiedliche Dinge schreibst?
Nirgendwo kann man sich so verwirklichen wie in einem Roman. Auch wenn keines
meiner Bücher irgendwelche autobiografische Züge trägt oder sonst etwas mit
mir persönlich zu tun hat, so ist es die Beschäftigung mit dem Thema, was mich
fasziniert. Zu all diesen Romanen waren ja Recherchen notwendig. Und die waren
die interessanteste Arbeit. Alles in Worte zu fassen ist nur der kleinere
Teil der Mühe.
Liebesromane haben bisher immer ein Schattendasein in Deutschland geführt. Gerade als Heftroman-Autorin könnte ich mir vorstellen, das man oft Vorurteilen ausgeliefert ist. Welche Erfahrungen hast Du gemacht?
Es ist ein Stück Verlogenheit, dass man Liebesromane nicht als Literatur und
Heftromane als Kitsch bezeichnet, denn gleichzeitig erzählen die
Verkaufszahlen vor allem beim Heftroman eine ganz andere Sprache. Es ist der Trend unserer
Zeit, dass Gefühl, Romantik und Zärtlichkeit als Schwäche ausgelegt wird. Doch
in jedem Schlagertext, in jedem Hit, in fast jedem Film und auch in vielen
"anderen" Romanen dreht sich alles um die Liebe. Es gehört nur etwas Mut dazu,
sich dazu zu bekennen. Es ist einfach Feigheit vor der Realität, wenn Leser, ja
selbst Autoren das negieren.
Schreibst Du gerade an einem neuen Roman und kannt Du uns etwas über Deine weiteren Pläne berichten?
Meine heimliche Liebe gehört dem historischen Roman. Ich arbeite an einem
Mittelalterroman mit viel Liebe unter schwierigen Bedingungen und nach einer
wahren Begebenheit. Mehr wird noch nicht verraten.
Ich war fasziniert vom Nachwort deines Romans "Der schwarze Magier". Dort spricht die Hauptfigur Rupert de Cazeville zu Dir, der Autorin. Wie bist Du auf diese Idee gekommen? Wurde Rupert beim Schreiben des Romans so real oder war es nur eine außergewöhnliche Idee den Roman so abzuschließen?
Nachdem ich das Werk beendet hatte, fiel ich wie in ein schwarzes Loch. Hatte
ich mich doch Tag und Nacht mit dem Thema beschäftigt, recherchiert, bin
sogar auf Reisen nach Zypern und Israel gegangen, um die Orte der Handlung zu
besuchen. Plötzlich hatte ich viel Zeit - und es fehlte mir etwas.
Natürlich ist mir die Figur de Rupert de Cazeville ans Herz gewachsen. Er ist
mein Kind, mein Geschöpf. Eine reale Vorlage für ihn gibt es nicht.
Der Roman war fertig geschrieben, das Manuskript abgegeben, und Rupert
gegangen. Ich mußte mich von ihm verabschieden, am besten persönlich. Nur so konnte
ich mich von ihm und dem Thema trennen und mich neuen Aufgaben zuwenden.
Was liest Du persönlich gerne? Hast Du eine Lieblingsautorin und was liest Du gerade?
Ich lese gern, aber mir fehlt häufig die Zeit dazu. Doch wenn ich lese, dann
kunterbunt, Historienwälzer wie flotte Gegenwartsromane, natürlich auch
Liebesgeschichten. Mein Lieblingsautor ist Nicholas Sparks, weil er als Mann so
wunderbar gefühlvoll schreibt. Im Augenblick lese ich zur Erbauung Eva Völlers
"Hauptsache untreu".
Du bist ebenfalls Mitglied bei Delia, der Vereinigung deutscher Liebesromanautoren. Was erhoffst Du Dir - auch im Zuge von Delia - für den deutschen Liebesroman?
Ich hoffe, dass wir gemeinsam den Liebesroman von seinem Schattendasein
befreien und ihn gesellschaftsfähig machen. Dazu gehören auch die Verlage, die
häufig dem Liebesroman mit Vorurteilen begegnen. Vor allem wollen wir beweisen,
dass es auch in den deutschsprachigen Ländern gute AutorInnen gibt. Mit dem Mut,
öffentlich dazu zu stehen, was wir schreiben, fordern wir die LeserInnen auf,
öffentlich dazu zu stehen, was sie lesen.
Vielen Dank für das Interview!
Bitteschön, habe ich gern gemacht. Den LeserInnen wünsche ich vergnügliche
und erbauliche Stunden beim Schmökern in Liebesromanen.
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