Verlag:
Ullstein
erschienen:
2011
Seiten:
352
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
3548283446

Klappentext:

Gerade hat sich Lara Simons ihren großen Traum vom eigenen Café erfüllt, da wird sie in einer dunklen Nacht brutal überfallen. Sie entkommt in letzter Sekunde. Was Lara nicht weiß: Der Täter kennt sie. Von früher. Und er kannte ihre Mutter. Lara flüchtet mit ihrer kleinen Tochter von Berlin auf die Insel Rügen. Aber der Killer holt sie ein, und dieses Mal hat er kein Erbarmen …

Rezension:

Ich persönlich habe den Krimi im Urlaub auf Rügen gelesen, weil eben im Klappentext stand, er würde auf der Insel spielen. Leider spürt man davon im Buch absolut gar nichts. Zwar arbeitet und lebt Lara in einer Gästepension und es werden zwei Städte auf Rügen genannt, aber ansonsten hätte das Buch auch in Oer-Erkenschwick spielen können. Atmosphäre sucht man vergeblich. Nun ist der Handlungsort vielleicht nicht der wichtigste Punkt in einem Roman, aber wenn er sogar im Klappentext erwähnt wird, sollte er doch zumindest eine kleine Bedeutung haben. Im Übrigen verschenkt die Autorin einfach jede Menge Möglichkeiten, die eine Insel für einen Krimi so bietet.

Leider kann auch Schreibstil, sowie die Figuren, als auch die eigentliche Geschichte nicht überzeugen. Hanna Winter schreibt hölzern und konnte zu keinem Zeitpunkt so etwas wie Spannung aufbauen. Ich nahm Laras Schicksal bis zum Schluss eher emotionslos hin und die merkwürdige Charakterentwicklung sowie die Offenbarung des Täters war weder überraschend, noch irgendwie schlüssig. Es fehlt sämtlichen Figuren einfach an Tiefe und sie wirken zu jedem Zeitpunkt wie Romanfiguren und nicht wie echte Menschen.

Besonders schlimm ist mir die Polizei in Erinnerung, die durch stümperhaftes und unprofessionelles Verhalten glänzt. Solche Verhaltensweisen würde ich in einer Satire erwarten, aber in keinem ernstgemeinten Krimi. Da kann ich gleich meinen Nachbarn auf Spurensuche schicken.

Hier muss man auch mal ganz klar das Lektorat des Verlages in die Pflicht nehmen. “Stirb” strotzt nur so vor Logikfehlern. Wenn die Protagonistin nach mehreren Überfällen immer noch Anhalter mitnimmt oder nachts Terrassentüren offen stehen  lässt, dann hat sie entweder Todessehnsucht oder der Autorin ist nichts eingefallen, wie sie ihren Kriminalfall ansonsten ans Laufen kriegen soll.

Insgesamt ist “Stirb” einfach eine herbe Enttäuschung und ich werde sicherlich kein weiteres Buch der Autorin lesen.

Note: 5

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