Autor Thema: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Die Welt der Canadin  (Gelesen 1296 mal)

Offline Steffi

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4975
    • Steffis Bücherkiste
Hier findet die Diskussion von Seite 182 bis 193 statt. Spoilermarkierungen sind nicht nötig!
If you have nothing nice to say, don't say anything! :-)

Offline Christiane

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1027
Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Die Welt der Canadin
« Antwort #1 am: Juli 11,Juli 2007, 22:03:40 »
Hallo Siri,

dann fang ich hier mal an.

Diese Kapitel hab ich weitgehend als Zusammenfassung von Günther Blochs Thesen verstanden. Schön und kompakt zu lesen und noch mal mit anschaulichen Beispielen.

Der Wolf

  • ist nicht strikt territorial
  • hat keine strenge Hackordnung
  • ist pauschal kein Gemeinschaftsjäger
  • ist kein unflesxibles Soziallebewesen, sondern an unterschiedlichste Umweltbedingungen anpassungsfähig

Das Verhalten gibt es nicht!
  • Es gibt Wölfe, die territorial leben - andere ziehen mit ihren nomadisierenden Beutetieren mit
  • Es gibt Wolfsfamilien, in denen nur das Alphaweibchen Junge bekommt - in anderen Familien werden mehrere Weibchen tragend und ziehen ihre Jungen gemeinsam groß
etc


Hierarchische Beziehungen

  • Wolfsväter sind wor allem für den Schuzt der Familie zuständig
  • Wolfsmütter wählen die Höhle aus, organisieren alles rund um die Welpen
  • Jungwölfe respektieren ihre Eltern und lernen bevorzugt durch Nachahmung
  • Wolfspaare leben monogam und treu; sie leben in einem Klima der Toleranz, Akzeptanz, Harmonie und Liebe
  • für das Verhältnis zwischen Leitwolf und Leitwölfin ist deren Altersstruktur wichtig - der/die Ältere gibt in aller Regel den Ton an

Vergleichende Verhaltensforschung
Hier verweist Bloch noch mal darauf, dass Wolf und Hund sich in mancherlei Beziehung unterscheiden. Dass sie aber ihre enge Verwandtschaft nicht leugnen können. So hilft uns Menschen das Verständnis des Wolfsverhaltens auch im Umgang mit unseren Hausgenossen.
In diesem Abschnitt hatte ich das Gefühl, dass Bloch schon ziemlich enttäuscht ist, dass seine Anstrengungen und die der anderen Wolfsforscher so wenig Würdigung finden.

Domestikation der Silberfüchse
Diesen Abschnitt fand ich schon spannend - ein Einblick in die Biologie der Vererbung. Für den Umgang mit dem Hund finde ich allerdings ist es ein eher akademisches Problem, ob der Hund nun auf diese oder jene Art entstanden ist (natürliche oder künstliche Selektion).

Verhaltensvergleich von Wolf und Hund
Unterschiede
  • Hunde reagieren auf Augen- oder Fingerzeig d. Menschen / Wölfe beachten Kommunikationssignale d. Menschen kaum
  • Hunde haben großes Vertrauen zum Menschen / für Wülfe gilt eher das Gegenteil; dies Misstrauen ist individuell erlernt!
  • Hunde wollen mit dem Menschen kooperieren / Jungwölfe finden das noch recht spannend, aber Adulte orientieren sich nur an ihren Artgenossen
  • Wölfe lernen extrem gut durch beobachten / das können Hunde in sehr unterschiedlichem Maß

Gemeinsamkeiten
  • Komfortverhalten (einschließlich wälzen in 'tollem Canidenparfum' *g*)
  • Beutefangverhalten und Nahrungsaufnahme
  • Paarungsverhalten: sorgfältige Partnerwahl,...(wenn man den Hund denn selber wählen lässt!)
  • Jagdverhalten als instinktive, sich selbst belohnende Verhaltenssequenz (mit dem Unterschied, dass Hunde das 'just for fun' machen, Wölfe aber zum Überleben tun müssen)
  • Einhaltung von Individualdistanz, ritualisiertes Aggressionsverhalten,...
  • Spielverhalten

Du siehst, ich hab das Kapitel im Stenostil zusammengefasst, denn dem ist ja kaum etwas hinzuzufügen. Hab nur einige Minianmerkungen eingeflochten.

Die Geschichte von dem Jacky im New Yorker Central Parc hat Dir doch bestimmt gefallen  :-)). Bin mal gespannt, wann Max Dir seine erste selbst erlegte Ratte präsentiert  :->.


Wolfshybriden

Was diese Problematik angeht kann ich GB nur auf ganzer Linie zustimmen. Ich kann wirklich nicht nachvollziehen wozu es gut sein soll, sie zu züchten und dann noch zu allem Überfluss in dicht besiedelten Gebieten zu halten. Da meinen irgendwelche Dödels, sie müssten was 'ganz Besonderes' haben. Und am Ende leiden meistens die Tiere
- wenn die Menschen irgendwann nicht mehr mit dem Hybriden klarkommen (weil er alles zerstört, aggressiv wird, zu viel Bewegung braucht, ausbüxt,...) und ihn dann abschieben oder töten lassen.

Hab kürzlich auch mal einen längeren Artikel über den Saarloos Wolfhund und eine ähnliche Rasse (Name vergessen  :schaem:) gelesen. Das sind ja keine Wolfshybriden im engen Wortsinn, aber in die Rassen wurden Wölfe eingekreuzt. Und selbst diese Rassen wurden als extrem schwierig im Handling beschrieben: sehr dominant, zerlegen alles was ihnen vor die Zähne kommt, buddeln den Garten gnadenlos auf links, gehen über höchste Zäune und gehen allein spazieren, extreme Bewegungslust, schwer erziehbar,... Im Prinzip alle Schwierigkeiten eines Wolfshybriden in etwas abgeschwächter Form. - Mal ehrlich: wie viele Leute können und wollen so etwa über Jahre hinaus mitmachen???


Zum Ende kommt dann noch ein Fazit und eine Art 'Glaubensbekenntnis':
Zitat
Das ist meine subjektive meinung zum Thema Hund und allem drum herum. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Irgendwie fand ich das sehr sympathisch, dass Bloch auch im letzen Satz darauf hinweist, dass er hier eine Meinung und kein Dogma verkündet.
Ob ich ihm das mit dem 'nichts hinzufügen' glauben kann??? Wie alle passionierten Hundeleute kann er sich  sicherlich Stunde um Stunde über Hunde auslassen...  :-> :-> :->

Liebe Grüße,
Christiane




[/list]

Offline Siri

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1659
    • http://fotoalbum.web.de/gast/sirilaut/Max
Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Die Welt der Canadin
« Antwort #2 am: Juli 14,Juli 2007, 18:18:47 »
Hallo Christiane !
Oh die Zusammfasung ist einfach genial .Dem ist echt nichts hinzuzufügen  :knuddel:
Da ich Urlaub habe werde ich dann mal langsam anfangen die Übungen Infos kurz von hier bzw. neu zu schreiben . Ich schick sie Dir dann per Mail .

Hierzu hab ich noch was anzumerken  :->

Zitat
Die Geschichte von dem Jacky im New Yorker Central Parc hat Dir doch bestimmt gefallen  . Bin mal gespannt, wann Max Dir seine erste selbst erlegte Ratte präsentiert  .
 



Ja hat sie . Mein Max fängt aber keine Mäuse mehr , aber falls er mal eine Ratte fängt  dannw edre ich Dich mal besuchen und sie Dir bzw. Tammie und Co schenken -als Mitbringsel sozusagen . Deine Hunde werden mich dann doch sicher lieben dafür und Du freust Dich sicher auch über diese nette Aufmerksamkeit gell   :-))

Liebe Grüße Siri
Wer in der Zukunft lesen will, muß in der Vergangenheit blättern.
(André Malraux )

Offline Christiane

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1027
Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Die Welt der Canadin
« Antwort #3 am: Juli 14,Juli 2007, 19:42:37 »
Hallo Siri,

bring die Ratte ruhig mit *gg*. Dazu kann ich Dir auch mal 'ne Story schreiben - aber lieber per mail, will ja hier niemanden vergraulen  :->.
Mein alter Dackelmix hat früher fleißig Mäuse gejagt und auch erfolgreich erlegt. Die damals von Mäusen bevölkerte WG war ziemlich dankbar *gg*.

Liebe Grüße,
Christiane

Offline Siri

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1659
    • http://fotoalbum.web.de/gast/sirilaut/Max
Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Die Welt der Canadin
« Antwort #4 am: Juli 15,Juli 2007, 13:02:04 »
Ah OK ich nehm Dich bei Wort  :->
Eine reicht doch oder braucht Jeder vom Rudel Eine   :-)) ?
So dann bin ich mal auf die Mail gespannt . Werde nun aber mal die Einteilung unserer LR Morgen machen-liegt schon parat und ich werde sicher heute schon mal beginnen .
Liebe Grüße Siri
Wer in der Zukunft lesen will, muß in der Vergangenheit blättern.
(André Malraux )