Hallo Siri,
dann fang ich hier mal an.
Diese Kapitel hab ich weitgehend als Zusammenfassung von Günther Blochs Thesen verstanden. Schön und kompakt zu lesen und noch mal mit anschaulichen Beispielen.
Der Wolf- ist nicht strikt territorial
- hat keine strenge Hackordnung
- ist pauschal kein Gemeinschaftsjäger
- ist kein unflesxibles Soziallebewesen, sondern an unterschiedlichste Umweltbedingungen anpassungsfähig
Das Verhalten gibt es nicht! - Es gibt Wölfe, die territorial leben - andere ziehen mit ihren nomadisierenden Beutetieren mit
- Es gibt Wolfsfamilien, in denen nur das Alphaweibchen Junge bekommt - in anderen Familien werden mehrere Weibchen tragend und ziehen ihre Jungen gemeinsam groß
etc
Hierarchische Beziehungen- Wolfsväter sind wor allem für den Schuzt der Familie zuständig
- Wolfsmütter wählen die Höhle aus, organisieren alles rund um die Welpen
- Jungwölfe respektieren ihre Eltern und lernen bevorzugt durch Nachahmung
- Wolfspaare leben monogam und treu; sie leben in einem Klima der Toleranz, Akzeptanz, Harmonie und Liebe
- für das Verhältnis zwischen Leitwolf und Leitwölfin ist deren Altersstruktur wichtig - der/die Ältere gibt in aller Regel den Ton an
Vergleichende VerhaltensforschungHier verweist Bloch noch mal darauf, dass Wolf und Hund sich in mancherlei Beziehung unterscheiden. Dass sie aber ihre enge Verwandtschaft nicht leugnen können. So hilft uns Menschen das Verständnis des Wolfsverhaltens auch im Umgang mit unseren Hausgenossen.
In diesem Abschnitt hatte ich das Gefühl, dass Bloch schon ziemlich enttäuscht ist, dass seine Anstrengungen und die der anderen Wolfsforscher so wenig Würdigung finden.
Domestikation der SilberfüchseDiesen Abschnitt fand ich schon spannend - ein Einblick in die Biologie der Vererbung. Für den Umgang mit dem Hund finde ich allerdings ist es ein eher akademisches Problem, ob der Hund nun auf diese oder jene Art entstanden ist (natürliche oder künstliche Selektion).
Verhaltensvergleich von Wolf und HundUnterschiede- Hunde reagieren auf Augen- oder Fingerzeig d. Menschen / Wölfe beachten Kommunikationssignale d. Menschen kaum
- Hunde haben großes Vertrauen zum Menschen / für Wülfe gilt eher das Gegenteil; dies Misstrauen ist individuell erlernt!
- Hunde wollen mit dem Menschen kooperieren / Jungwölfe finden das noch recht spannend, aber Adulte orientieren sich nur an ihren Artgenossen
- Wölfe lernen extrem gut durch beobachten / das können Hunde in sehr unterschiedlichem Maß
Gemeinsamkeiten- Komfortverhalten (einschließlich wälzen in 'tollem Canidenparfum' *g*)
- Beutefangverhalten und Nahrungsaufnahme
- Paarungsverhalten: sorgfältige Partnerwahl,...(wenn man den Hund denn selber wählen lässt!)
- Jagdverhalten als instinktive, sich selbst belohnende Verhaltenssequenz (mit dem Unterschied, dass Hunde das 'just for fun' machen, Wölfe aber zum Überleben tun müssen)
- Einhaltung von Individualdistanz, ritualisiertes Aggressionsverhalten,...
- Spielverhalten
Du siehst, ich hab das Kapitel im Stenostil zusammengefasst, denn dem ist ja kaum etwas hinzuzufügen. Hab nur einige Minianmerkungen eingeflochten.
Die Geschichte von dem Jacky im New Yorker Central Parc hat Dir doch bestimmt gefallen

. Bin mal gespannt, wann Max Dir seine erste selbst erlegte Ratte präsentiert

.
WolfshybridenWas diese Problematik angeht kann ich GB nur auf ganzer Linie zustimmen. Ich kann wirklich nicht nachvollziehen wozu es gut sein soll, sie zu züchten und dann noch zu allem Überfluss in dicht besiedelten Gebieten zu halten. Da meinen irgendwelche Dödels, sie müssten was 'ganz Besonderes' haben. Und am Ende leiden meistens die Tiere
- wenn die Menschen irgendwann nicht mehr mit dem Hybriden klarkommen (weil er alles zerstört, aggressiv wird, zu viel Bewegung braucht, ausbüxt,...) und ihn dann abschieben oder töten lassen.
Hab kürzlich auch mal einen längeren Artikel über den Saarloos Wolfhund und eine ähnliche Rasse (Name vergessen

) gelesen. Das sind ja keine Wolfshybriden im engen Wortsinn, aber in die Rassen wurden Wölfe eingekreuzt. Und selbst diese Rassen wurden als extrem schwierig im Handling beschrieben: sehr dominant, zerlegen alles was ihnen vor die Zähne kommt, buddeln den Garten gnadenlos auf links, gehen über höchste Zäune und gehen allein spazieren, extreme Bewegungslust, schwer erziehbar,... Im Prinzip alle Schwierigkeiten eines Wolfshybriden in etwas abgeschwächter Form. - Mal ehrlich: wie viele Leute können und wollen so etwa über Jahre hinaus mitmachen???
Zum Ende kommt dann noch ein Fazit und eine Art 'Glaubensbekenntnis':
Das ist meine subjektive meinung zum Thema Hund und allem drum herum. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.
Irgendwie fand ich das sehr sympathisch, dass Bloch auch im letzen Satz darauf hinweist, dass er hier eine Meinung und kein Dogma verkündet.
Ob ich ihm das mit dem 'nichts hinzufügen' glauben kann??? Wie alle passionierten Hundeleute kann er sich sicherlich Stunde um Stunde über Hunde auslassen...

Liebe Grüße,
Christiane
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