Hallo Siri,
hier also als Fortsetzung meine Kommentare zu den Dingen, die Du schon kommentiert hast.
Futteraggression
Der Hund zeigt diverse Drohsignale, Mensch schimpft aber nichts passiert oder im schlimmeren Fall gibt es dramatische Fehleinschätzungen .
Die Regel lautet :
"Je höher die Qualität des Futters desto mehr Aggressions unter Hunden . Jeder einzelne Hund geht größere Risiken ein um an qualitatives Futter zu gelangen "
Irgendwie logisch , wenn ich als Hund die Wahl zwischen Trofu und Hühnchen hätte wüsste ich was ich will und würde es verteidigen wie nix .
Regeln
1.:
Hörzeichen "Sitz" -"Nimms" immer einhalten , es sei denn man weis sicher das der Hund nicht Futteraggressiv ist.....
2.:
Futterkonkurenzsituation abbauen durch minderwertige Futterstückchen im Napf und hochwertiges Futter in der Hand das man anbietet unter den Grundsatzregeln , dann loben wenn er es nimmt ........
3 Wochen lang
3.:
konditionierte Futteraggression = untersagen des Zutritts zur Küche usw., Fütterung an einem alternativem Ort , mehrere Hunde füttert man weitläufig getrennt und ohne Blickkontakt , notfalls Fütterung in einem anderen Raum
4.:
In schwierigen Fällen mehr Futter was zu einer Übersättigung führt
Die Tipps zum Abbau der Aggression am Futternapf gegenüber dem Menschen hätt ich ein paar Jahre früher gebrauchen können

. Da versteht Tami nämlich keinen Spaß, der konnte man nie mal einfach so ans Futter, geschweige denn was abnehmen. Wir haben das so weit geändert, dass sie sich brav hinsetzte und wartete bis wir das o.k. zum fressen gaben und haben sie dann ungestört gelassen. Zugegeben, da haben wir uns ein bisschen gedrückt.
Das füttern von mehreren Hunden gleichzeitig war bei uns noch nie problematisch, auch nicht mit den diversen Gasthunden, die immer mal da sind. Ich hab eine bestimmte Reihenfolge und jeder Hund hat eine Ecke in der Küche für sich (drei Ecken für unsere, eine bleibt für einen Gast und wenn noch ein Gast da ist geht der in den Flur). Da Tami mit dem Fressen so gaga ist muss sie aus erzieherischen Gründen warten bis zum Schluss. Da Padge in der Rangfolge inzwischen vor Joker rangiert bekommt er zuerst. Er ist zwar supergierig, wartet aber sehr brav bis ich das Signal zum fressen gebe. Dann kommt Joker, dann evtl. ein Gast und dann Tami. Dabei wird jeder Hund namentlich 'aufgerufen'. Bei Gasthunden, die daheim Einzelhunde sind dauert es meist ein bis zwei Tage, bis sie es kapiert haben. Aber Ärger gab es noch nie.
Joker läßt fast immer einen Rest im Napf, aber alle Hunde wissen, dass sie den nicht nehmen dürfen. 'Auslecken' der anderen Näpfe ist nur erlaubt wenn der Napf leer ist oder ein Mensch das erlaubt. Witziger weise halten sich die Hunde da (fast) immer dran.
Der Punkt 4 - Übersättigung als Erziehungsmittel - hat mich allerdings vor lachen fast vom Stuhl geholt. Also das hätte weder mit meinem alten Dackelmix Sam noch mit Tami geklappt. Sam hat zur Not gefressen bis zum

und wenn der Magen wieder geleert war ging es nahtlos weiter!! Mit den Geschichten was dieser Hund alles wie und wo und unter verrücktesten Umständen gefressen hat, könnte ich ein Buch füllen!!
PS : Das Bild mit dem Schaf und dem Hund ist ja allerliebst , da möchte man am Liebsten den Hund gleich streicheln .
Ja, das Bild ist toll! Und in dem Alter ist streicheln sicher auch noch drin - wenn so ein Herdenschutzhund aber erst mal erwachsen ist würd ich da doch die Finger bei mir behalten

.
Aggressionsverhalten gegenüber Fremdhunden
Durch Kastration hervorgerufene Aggresion
Das mit den veränderten Lichtverhältnissen die Aggressionsbereitschaft steigt war mir ja klar , aber das die Kastration -das angebliche Allheilmittel gegen die Aggressionen- Diese noch verschlimmern kann wusste ich nicht .
-Die Frühkastration vor der Geschlechstreife ist mit erheblichen Risiken verbunden .
aber :
- Ist ein Hund extrem erregbar und reitet bei anderen ständig auf hilft die Kastration
"Eine tierärztlich durchgeführte Hormonbehandlung kann zur Überprüfung von Verhaltensänderungen hilfreich sein . Die einfache Formel :"Kastration = Aggressiosnprobleme heben sich auf " geht im verallgemeinernden Sinn leider nicht auf"
"Werden erwachsene Rüden einfach kastriert , weil man die geschlechtstypischen , sich im Rahmen abspielenden Verhaltensweisen eben lästig findet , ist das ein überflüssiger und damit tierschutzrelevanter Eingriff "
Kastration ist wirklich ein kontrovers diskutiertes Thema. Ich hab zur Zeit nur Kastratchen hier sitzen - aus den verschiedensten Gründen. Zuerst mal: ich weiß auch, dass Kastration nicht das Allheilmittel gegen aggressives Verhalten ist. Wenn überhaupt, dann wirkt sich das nur auf die Aggressionen aus, die über die Geschlechtshormone mitgesteuert sind, also die Dinge, die in Zusammenhang mit dem Sexualverhalten stehen. Alle anderen Aggressionsarten sind davon unberührt.
Bei Hündinnen gibt es viele Studien, die zeigen, dass man durch eine Kastration zum richtigen Zeitpunkt das Risikofür Mamatumore um über 90% vermindern kann. Und eine Gebärmuttervereiterung bekommt die Hündin natürlich auch nicht mehr (hat ja nix mehr, das vereitern kann

). Wenn man nun noch weiß, dass diese beiden Erkrankungen zu den häufigsten schweren Erkrankungen der älteren Hündinnen gehören, dann finde ich das durchaus ein gutes Argument für eine Kastration. Dabei ist es aber so, dass man die Hündin am besten vor der ersten, aber mindestens vor der 2. Läufigkeit kastrieren muss. Diese Tumore werden nämlich durch die weibl. Hormone ausgelöst und bei späterer Kastration ist die Wirkung stark verringert, bzw. ganz weg.
Das war der Grund, das Tami kastriert wurde. Denn bei ihr war klar, dass wir sie sicher nicht decken lassen wollten.
Bei Joker hab ich lange damit geliebäugelt, sie mal zu decken. Sie ist ja auch ein 'Eigengewächs' und wir hätten gern mit dieser Familie weitergemacht. Aber sie hat in fast jeder Läufigkeit Probleme gehabt: Scheinträchtigkeit, eitrige Entzündungen,... Da hab ich sie kastriert und es zeigte sich, dass sie jede Menge Zysten auf den Eierstöcken hatte, die diese Probleme machten. Das wär also auch nicht besser geworden und so war das für Joker sicher eine gute Entscheidung.
Bei Padge war es nochmal anders. Wie die meisten Tierschutzorgas hat auch die, von der wir ihn haben, im Kaufvertrag die Verpflichtung zur Kastration stehen (wenn die Tiere alt genug sind werden sie ohnehin nur kastriert abgegeben). Aus deren Sicht kann ich das durchaus auch verstehen. Wenn man täglich mit dem Leid all der herrenlosen Hunde konfrontiert ist, dann will man einfach nur verhindern, dass noch mehr so 'arme Schweine' produziert werden, will die Flut der Hunde eindämmen.
Dazu kommt, dass im Nachbargarten ein alteingesessener intakter Rüde nebst Hündin wohnt. Und mit unseren beiden Hündinnen dazu gibt das dann eine heikle Mischung.
Zwei Gründe für die Kastration. Ich hab allerdings so lange gewartet bis Padge das Bein hob und auch ich einigermassen sicher war, dass er ausgewachsen ist. Er war etwa ein Jahr alt bei der OP. Und die Tierschutzorga kastriert die Tiere auch nicht früher.
Aggressionssteigerung
".......Es gibt eine abgestufte Steigerung der Auseinandersetzung ."
Diese Aussage zur Biologie der Aggression ist sehr wichtig , damit man ruppig empfundene Handlungen der Hunde (auch Drohsignale !) nicht generell als negativ bewertet .
"Hunde brauchen aus biologischer Sicht TÄGLICH Sozialkontakte mit Artgenossen auch wenn die Gefahr besteht das mal was schief geht
Logisch , Kinder lässt man ja auch miteinander spielen und da kann auchsehr viel schief gehen usw.
Sozialkontakte sind eh sehr wichtig für Hunde und wer das seinem Hund verwehrt der hat keine Ahnung von HUnden und der Biologie und er Biologie der Wölfe .
Dem kann ich nur zustimmen. Leider hab ich hier in der Gegend festgestellt, dass in den letzten Jahren die Leute immer ängstlicher geworden sind. Das hat so richtig eingesetzt, als die Diskussion um Kampfhunde in der heißen Phase war. Seither laufen hier immer weniger Hunde einfach leinenlos.
Und ich hatte ja schon mal von meinem Problem geschrieben, dass zu meinen Gassizeiten der Wald oft wie leergefegt ist. Was will ich machen, wenn ich niemanden treff? Nur gut, dass wir ja schon daheim mehrere Hunde haben. Ansonsten bin ich da natürlich extra dankbar für die Freispiel-Möglichkeiten auf dem Hundeplatz.
Außerdem bekommen wir ja auch immer mal Besuch von Leuten mit Hund.
Gemischte Hundegruppe
"Gerade Jungtiere brauchen unbedingt selbst verschaffte Erfolgserlebnisse beim bewältigen von Problemen "
Tipps
1:
Hunde sollten so trainiert werden , so das sie nur auf das Hörzeichen "Lauf" Kontakt zu Fremdhunden aufnehmen ........
Diesen Punkt halte ich mit für sehr wichtig auch wenn keine Aggressionen vorliegen ,da man nie weis mit wem man es zu tun hat und es für mich etwas mit Gehorsam zu tun hat das der Hund nicht jedem Hund sofort hinterherläuft , was Max zu gerne täte , aber da hat er die letzten Male super gehört 
Hach ja, da möchte ich mit Padge auch noch irgendwann hin... Nun ja, wir üben.

Tja der Tipp mit dem Wasserschlauch ist ja sehr schön und auch ziemlich effektiv nur leider kommt man im Hundeverein nicht immer da dran ,auf der Hundewiese und im Wald erst recht nicht .
Wohl wahr! Der Schlauch ist vermutlich selten greifbar wenn man ihn bräuchte *g*.
Wenn sich zwei HUnde ernstlich beissen
und zwei zuverlässige Leute da sind, die wissen was sie tun, dann geht dies:
Beide Leute greifen sich gleichzeitig je einen Hund an den Hinterbeinen. Hund rausziehne aus dem Geschehen und dabei hochziehen, dass er fast baumelt - das zieht dem Raufer auch im übertragenen Sinn 'den Boden unter den Füßen weg'. Die Hunde müssen dann natürlich einander aus den Augen geschafft werden. Die aktion ist aber nicht ohne, da die Hunde so aufgereizt sind, dass sie in alles reinbeissen, das ihnen vor die Zähne kommt.
So und nun eine Frage an die Fachfrau hier :
Es ist die Rede von sogenannten Notfalltropfen "[i]Rescue-Remedi -Tropfen [/i]"
Weist Du da was drüber ?
Ist das nun nur wenn man Hunde hat die sehr aggressiv reagieren , oder aber sollte man so was lieber griffparat haben wenn man mit Mehreren , auch fremden Hunden unterwegs ist ?
Ehrlich? Ich bin bei diesen ganzen Bachblüten mehr als skeptisch. Guck doch mal, was bei Wikipedia dazu steht. Da hat ein Mensch beschlossen, dass alle Erkrankungen eine Ursache in der Psyche des erkrankten haben. Hat die psychischen Probleme in 38 Gruppen sortiert (disharmonische Seelenzustände nannte er das) und seine 38 Kräuter helfen gegen alles was man so haben kann.
Die Rescue-Remedie ist ein sog. Komplexmittel, das sich aus 8 Kräutern zusammensetzt und soll seelische Erholung bewirken.
Ich kann einfach nicht glauben, dass es solche Wundermittel für und gegen alles gibt. Im Grunde macht es auf mich den Eindruck einer 'Homöopathie für Doofe' (sorry, ist jetzt ziemlich provokativ formuliert - aber bei der Homöopathie gibt es so viele Mittel, so viele Dinge werden in die Diagnostik mit einbezogen und dann kommt da dieser Herr Bach und erklärt, ihm reichen diese 38 Pflänzchen?).
Zugegeben, ich hab mich damit nicht so sehr intensiv beschäftigt. Und natürlich gibt es mehr zwischen Himmel und Erde als die Naturwissenschaft erklären kann - aber hier hat bei mir der Glaube seine Grenze.
Na, probier es doch einfach mal aus und berichte von Deinen Erfahrungen.
Hier noch der Link zu Wikipedia (ich hoffe, ich krieg das hin

):
http://de.wikipedia.org/wiki/Bachbl%C3%BCten So und nun hab ich noch eine Verständnisfrage auf S. 177 und zwar zu der Übung :
Kurz beschrieben :
-Hund am Baum festbinden
-aggressives Verhalten 10 Meter kommentarlos entfernen
- wiederkehren wenn er nicht aggressiv mehr reagiert , auch ohne Kommentar
So und das kapier ich nicht .
Wieso denn ohne Kommentar wiederkehren wenn er alles richtig macht 
Der Hund kann doch gar nicht zuordnen warum ich wieder zurückkehre , oder ?
Ja und was mache ich bitte wenn das einfache weggehen nichts nützt ?
Unterbrechen mit Besenstil usw. (was man ja im Wald auch nicht grade parat hat -na OK da gibts Stöcke on Mass )
Also ich hab das so verstanden:
Bloch hatte doch schon auf Seite 170 beschrieben, dass es oft Hunde gibt, die bevorzugt in der Nähe ihres Menschen sozial aggressiv reagieren (vor allem Hunde mit einer engen Bindung an den Menschen).
Für diese Hunde ist also allein die Anwesenheit des Menschen schon positiv besetzt. Nun verhält sich in der Übung der Mensch neutral - das heißt, er zeigt die Situation mit Fremdhund als völlig belanglos, entspannt an. Wenn der Hund trotzdem aggressiv wird geht der mensch weg - das ist in dem Fall die Strafe. Außerdem entzieht man dem Hund damit ja auch gleich den Stimulus für das aggressive Verhalten.
Wenn der Hund wieder ruhig ist kommt der Mensch zurück. Wofür sollte man jetzt noch zusätzlich loben? Der Hund hat ja zunächst Murks gemacht und für das jetzt ruhigere Verhalten ist die Rückkehr des Menschen Lob genug.
Dickes Lob hebt man sich auf für den Fall, dass der Hund von vornherein ruhig bleibt - würd ich sagen.
Wenn der Hund sich nicht beruhigen kann (während der Mensch sich entfernt hat) würd ich erst nochmal überlegen, ob das Verhalten auch sicher in dieses Schema sozial motivierter Aggression passt. Wenn ja muss man vielleicht einfach die Übung mit größerem Abstand des Hundes zum Fremdhund beginnen. Man soll ja die Distanz, die der Problemhund zum Fremdhund duldet, stetig verringern. Wenn der Hund sich also so garnicht beruhigt, wenn der andere 5 m weg ist, dann muss der andere eben erstmal in 10m Entfernung stehenbleiben.
Was ich bei einigen tipps wie diesem schwierig finde ist, dass man da jemanden haben muss, der einem bei den Übungen hilft und einen 'Fremdhund' zur Verfügung stellt. All die Leute im Bekanntenkreis fallen da ja irgendwie aus, denn ihre Hunde sind ja nicht wirklich fremd. Bei Padge z.B. ist die Reaktion auf einen wirklichen Fermdhund definitiv anders als z.B. auf die Hundeplatzhunde, die er nur flüchtig kennt (die etwa in einer anderen Gruppe sind als er und die er alle Woche nur bei Kommen und Gehen sieht). Und nach einigen Übungen wäre für ihn ein Fremdhund eben keiner mehr.
Soweit für heute, ich hol mir jetzt noch ein Gläschen Wein und guck mal in die Alvarez-LR rein. Und dann ruft mein Bett
Bis dann,

Christiane