Autor Thema: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Aggressionsverhalten des Hundes  (Gelesen 3245 mal)

Offline Steffi

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Offline Siri

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Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Aggressionsverhalten des Hundes
« Antwort #1 am: Juli 05,Juli 2007, 16:05:52 »
Hallo Christiane !

Aggressionsverhalten des Hundes

Aggression-Teil des Ausdruckverhaltens

Konfliktlösung und Schadensvermeidung


Das Aggressionsverhalten ist Lebensbestandteil einer jeden Kreatur .Sie dient der Konfliktvermeidung und zum lernen .
Es werden deutliche Körpersignale gesendet /gezeigt .
Der Hund versucht z.B. unverletzt zu bleiben , zu schlichten usw...............

Hier ,mal paar Zitate die ich sehr gut finde:

Zitat
Gedroht wird wenn es nicht anders geht und manchmal geht es einfach nicht anders
 

Es wirkt präventiv und ist auch POSITIV .
Das finde ich ganz wichtig , da Viele es ja nur als negativ betrachten. Toll das GB so gut alles richtig betont .

Zitat
Oft wird hundliche Aggression mit Gefährlichkeit gleichgesetzt , was fachlich falsch ist

Auch so ein Trugbild von Vielen . der HUnd droht und dann ist er gleich eine Bestie, jetzt mal überspitzt ausgedrückt .

Zitat
Häufig werden Verhaltensweisen dem Aggressionsverhalten zugeschrieben , obwohl sie NICHTS damit zu tun haben , darunter fällt auch das BEUTEFANGVERHALTEN

Das hört man auch öfters vor allem wenn dann eine Maus noch geschüttelt wird bis sie tot ist usw. ......
Einige vergesen da echt von wem der Hund abstammt .

Aggressionsarten :
-Selbstaggression
-elterliche Aggression
-Wettbewerbsaggression

Hier mal noch ein paar Links dazu : (hab ich noch nicht gelesen )

http://www.tierpsychologische-praxis-weis-moll.de/hundeprobleme.htm


http://www.tiere-natuerlich.de/html/hundeprobleme.html

Umgang mit Stress

Der Nervenkrieg beginnt bei dem Hund wenn:

-er Kontrollverlust verspürt
-der Rivale  das gleiche Sebstbewusstsein hat
-die Durchsetzung der Eigeninteressen in Gefahr sind
-die Bereitschaft besteht sich offensiv oder deffensiv auseinanderzusetzen besteht

Dies alles sind Anpassungsstrategien an die Umwelt .

Meiner zeigt zum Glück nicht so ein großes Aggressionsverhalten . Wenn es ihm zu bunt wid kommen die Zähnchen durch zwacken zum Einsatz , aber nicht so doll und bisher auch nur zwei-dreimal . Wenn er aufhören soll tut er dies auch .
Unser Trainer sagt immer , da andere B.
Besitzer Angst haben das die größeren Hunde Max was tun : jackies haben eine kleine Nähmaschine bzw. können so beissen-sieht echt so aus .
Die Körpersprache ist ja sehr deutlich und die kann ich bei Max sehr gut analysieren . Da sind auch die Fotos -ich weis jetzt nicht ob in diesem oder einem anderen Sachbuch das ich habe -sehr gut .


Ganz wichtig ist dies hier :

Zitat
Der Besitzer eines Haushundes sollte somit schlussfolgern auf den Einsatz einer Käseglocke zu verzichten die seinem "armen" Tier jegliche Stresseinwirkung erspart

Man darf eine stressbedingte Angstaggression nicht auch noch unterstützen durch :
"Ist ja schon gut" usw.
Ein souveränes, ruhiges Auftreten ist gefragt .

Von aggressiven Wölfen , Menschen  und Hunden

Unterschiedliche Erziehungsansichten 

Das Hundeverhalten wird durch positive und negative Verstärker gesteuert.

Kosten-Nutzen-Analyse

Zitat
Eine unnötige Eskalation von Gewalt lässt sich heraufbeschwören wenn man Aggressionen mit extremer Härte beantwortet


Das ist leider sehr oft üblich und da werden dann die Wölfe davorgeschoben .
Tja man sollte sich echt vorher richtig über das Verhalten der Wölfe informieren.
Wenn ich da alleine daran denke das Einige mit 8 Wochen schon welpen zu sich holen , also wo die Mutter noch gar nicht bzw danach erst anfängt die Hunde zu erziehen  usw.

Zitat
Aggressive Hunde die man brutal schlägt ........verknüpfen DEN MENSCHEN mit extrem NEGATIVEN ERFAHRUNGEN  und stauen Frust.... auf deren Entladung dann der NÄCHSTBESTE zu spüren bekommt

Wohl war und kann man nicht deutlich genug sagen bzw betonen.

Zitat
Bei Hunden kommt es oft spontan zu auftretenden Mischmotivationen zwischen Spiel und Jagd deren extrem SCHLECHT INFORMIERTEN MENSCHEN katastrophal unterschätzt wird

Im Übrigen Christiane habe ich vor mir sämtliche Übungen wie die mit der langen Leine usw. rauszuschreiben , knapp wie in den anderen Sachbüchern auch . Wenn Du magst  kann ich es Dir ja dann per Mail schicken .

Hast Du in etwa schon eine Ahnung wann wir das nächste Buch "Das andere Ende der Leine " lesen wollen ?
Wir können ja noch warten und es im Herbst lesen , oder Winter (später nur ungerne da ich es ja auch anwenden will bzw einen Nutzen von dem Buch schon möchte )


Liebe Grüße Siri
Wer in der Zukunft lesen will, muß in der Vergangenheit blättern.
(André Malraux )

Offline Siri

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Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Aggressionsverhalten des Hundes
« Antwort #2 am: Juli 06,Juli 2007, 20:36:48 »
Hallo Christiane !
So und weiter gehts .

Klassische Aggressionsarten

Umgang mit Aggressionen
Ein sehr wichtiges Thema das nicht oft genug genannt werden kann .

Ganz wichtig ist erst mal das man sich nicht seinem Schicksal ergeben soll sondern sich auch verteidigen soll .
Dies soll mit zwei Stöcken (1. Stock anbieten zum reinbeissen des Hundes , 2. Stock zur Verteidigung wenn er angreifen will .)
Das klingt brutal und ich hab auch erst mal geschluckt , ABER dann hab ich mir die Bilder ins Gedächtnis gerufen wo Hunde super aggressiv Andere richtig zerfleischen, also eine richtige Gefahr sind und da MUSS gehandelt werden und diese Methode soll nur in Ausnahmefällen angewendet werden (knurrender Hund am Gartenzaun zählt nicht dazu , da gibst andere Methoden )
 

Auch sehr wichtig und wohl war :

Zitat
Aggressive Hunde  sind das Produkt von unvernünftigen Mensch

denn :

Zitat
Offensive Drohsignale kommen erst in einer sher niedrigen Intension zum Ausdruck 

und es gibt Besitzer die selbst wenn was Schlimmes passiert  ist dies nicht wahrhaben wollen "Aber er ist doch so lieb und brav "  und Einge übersehen die Drohsignale und lachen noch drüber . Ich wär da Letzens toatal ausgeflippt als ich da Zeuge wurde .

Knurren Hier hilft seine eigene Dominanz zu zeigen in dem man in der Hundesprache den Hund fixiert "Nein " sagt , oder schnipst unter die Kinnlade des Hundes.

Intergruppen aggressives  Territorialverhalten

Dies bedeutet das Verhalten einer Gruppe nach Außen (Hunde im Grundstück , gegen Leute am Zaun von außen, die rein wollen usw.)

Das Verhalten hat viel mit dem Rassetypischen Verhalten  zu tun und vor Allem auch welche Lernerfahrunge der HUnd gesammlt hat , wie die Routine aussieht usw......

Kann ein Hund Fremde und Bekannte differenzieren so kann er z.B. auch den Hof bewachen .

Extrem tobende Hunde die aggressiv sind ,am Zaun nur Terror machen muss man vorrübergehend die Freiheit nehmen (Freiraum ) da sie schlecht sozialisiert sind .

Übung mit : Laufleine , Leckerlidose , Ignoranz ist nur bedingt zu raten (kenn ich so , musste es da mein Hund schon lieb ist und nur kurz Laut gibt auch nicht anwenden )

GB rät :
-Einüben "Gib Laut " = kurzes Bellen
-dann : "Aus"(kurz danach)

So soll ein Energiestau der sich dann urplötzlich sehr intensiv abladen kann vermieden werden , indem es dazu gar nicht erst kommt .
Klingt ziemlich vernünftig *mir merken muss*

Auch die Gehorsamkeitsübungen klingen sehr gut (fester Platz in Wohnung wo der Hund liegt wenn es  klingelt , so das Frauchen zuerst an der Tür ist usw. )

Wegsperren ist nicht ratsam vor Allem wenn es immer angewendet wird , da der Hund das nächste Mal noch extremer reagiert.

Ängstliche Hunde soll man viel mit fremden Hunden zusammenkommen lassen .

Schmerz-assoziiertes Aggressionsverhalten

Es kann zu Unwohlsein , Angst usw. kommen wenn :
-Die Zucht unverantlich geführt wird
-die Nahrung zu energiereich ist
-es umweltbedingte Schädigungen gibt durch Krankheitsbilder.

Dadurch kann es durch falsche Berührungen  usw. zu aggressiven Abwehrmechanismen kommen .

Man soll :
-den Tierarzt aufsuchen
-Schmerztabletten  ,mal geben (Zeitraum ) um festzustellen wie er dann reagiert und danach (wieder aggressiv)


Wichtig :
Schmerzempfindliche Hunde müssen vorrübergehend isoliert werden .


Liebe Grüße Siri
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Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Aggressionsverhalten des Hundes
« Antwort #3 am: Juli 07,Juli 2007, 16:24:44 »
Hallo Christiane !
Ich hab grade noch einen  tollen Link gefunden der die Aggressionsarten gut beschreibt :

http://www.doggie-bag.ch/themen/warum_hunde_beissen.php

So Morgen gehts weiter hier .

Liebe Grüße Siri

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Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Aggressionsverhalten des Hundes
« Antwort #4 am: Juli 08,Juli 2007, 17:16:36 »
Juhu Christiane !
Wo steckst Du denn ?
So dann will ich mal weitermachen


Futteraggression
Der Hund zeigt  diverse Drohsignale, Mensch schimpft aber nichts passiert oder im schlimmeren Fall gibt es dramatische Fehleinschätzungen .

Die Regel lautet :

Zitat
"Je höher die Qualität des Futters desto mehr Aggressions unter Hunden . Jeder einzelne Hund geht größere Risiken ein um an qualitatives Futter zu gelangen " 

Irgendwie logisch , wenn ich als Hund die  Wahl zwischen Trofu und Hühnchen hätte wüsste ich was ich will und würde es verteidigen wie nix .

Regeln

1.:
Hörzeichen "Sitz" -"Nimms" immer einhalten , es sei denn man weis sicher das der Hund  nicht Futteraggressiv ist.....

2.:
Futterkonkurenzsituation abbauen  durch minderwertige Futterstückchen im Napf und hochwertiges Futter in der Hand das man anbietet unter den Grundsatzregeln , dann loben wenn er es nimmt ........
3 Wochen lang

3.:
konditionierte Futteraggression  = untersagen des Zutritts zur Küche usw., Fütterung an einem alternativem Ort , mehrere Hunde füttert man weitläufig getrennt und ohne Blickkontakt , notfalls Fütterung in einem anderen Raum

4.:
In schwierigen Fällen mehr Futter was zu einer Übersättigung führt


PS : Das Bild mit dem Schaf und dem Hund ist ja  allerliebst , da möchte man am Liebsten den Hund gleich streicheln .

Aggressionsverhalten gegenüber Fremdhunden
Durch Kastration hervorgerufene Aggresion

Das mit den veränderten Lichtverhältnissen die Aggressionsbereitschaft steigt war mir ja klar , aber das die Kastration -das angebliche Allheilmittel gegen die Aggressionen- Diese noch verschlimmern kann wusste ich nicht .

-Die Frühkastration vor der Geschlechstreife ist mit erheblichen Risiken verbunden .


aber :

- Ist ein Hund extrem erregbar und reitet bei anderen ständig auf  hilft die Kastration

Zitat
"Eine tierärztlich durchgeführte Hormonbehandlung kann zur Überprüfung von Verhaltensänderungen hilfreich sein . Die einfache Formel :"Kastration = Aggressiosnprobleme heben sich auf " geht im verallgemeinernden Sinn leider nicht auf"

Zitat
"Werden erwachsene Rüden einfach kastriert , weil man die geschlechtstypischen , sich im Rahmen abspielenden Verhaltensweisen eben lästig findet , ist das ein überflüssiger und damit tierschutzrelevanter Eingriff "

Aggressionssteigerung

Zitat
".......Es gibt eine abgestufte Steigerung der Auseinandersetzung ."

Diese Aussage zur Biologie  der Aggression ist sehr wichtig , damit man ruppig empfundene Handlungen der Hunde (auch Drohsignale !) nicht generell als negativ bewertet .

Zitat
"Hunde brauchen aus biologischer Sicht TÄGLICH Sozialkontakte mit Artgenossen auch wenn die Gefahr besteht das mal was schief geht


Logisch , Kinder lässt man ja auch miteinander spielen und da kann auchsehr viel schief gehen usw.
Sozialkontakte sind eh sehr wichtig für Hunde und wer das seinem Hund verwehrt der hat keine Ahnung von HUnden und der Biologie und er Biologie der Wölfe .

Gemischte  Hundegruppe

Zitat
"Gerade Jungtiere brauchen unbedingt selbst verschaffte Erfolgserlebnisse beim bewältigen von Problemen "

Tipps
1:
Hunde sollten so trainiert werden , so das sie nur auf das Hörzeichen "Lauf" Kontakt zu Fremdhunden aufnehmen ........

Diesen Punkt halte ich mit für sehr wichtig auch wenn keine Aggressionen vorliegen ,da man nie weis mit wem man es zu tun hat und es für mich etwas mit Gehorsam zu tun hat das der Hund nicht jedem Hund sofort hinterherläuft , was Max zu gerne täte , aber da hat er die letzten Male super gehört  :brav:

Das bei extremen Raufereien ein Fachmann zu konsultieren ist , ist eigentlich selbstverständlich bzw sollte es sein , da eben der Hund sehr viel Schaden anrichten kann und da kenne ich keine Gnade .

2:
Im Hundeverein sollten nicht sofort Kampf -/Rennspiele unterbrochen werden es sei denn es besteht Mobbinggefahr

Das war in der Junghundgruppe bei ein em sehr ängstlichen Hund  der Fall . der wurde gemobbt von einem anderen Hund und die Anderen wollten mitmachen . Durch das sofortige Unterbinden ging es dann aber wieder und die Lage wurde friedlich .
Der Hund war allgemein auch so ängstlich , weil er früher nie Sozialkontaket hatte außer zu seiner Mutter und dem Vater , sprich der Familie , zu früh getrennt wurde .........


Aggressive Hunde oder die eine klare Tendenz dahin haben sind  auch bei uns im neune Kurs (Begleithundekurs ) und da bin ich froh das Max trotz dem hört und nicht mit ständig bellt , sich anlegen will usw.
Einige kommen da mit ihren Terriern nicht nur sehr schwer klar oder haben mehr Probleme , da bin ich heilfroh das Max so lieb ist auch wenn er mal ganz schön stur sein kann . Alles in Allem konnte ich ihn gestern nur loben
(Hab wieder den Fotoapparat vergessen , nehme ihn aber nächste Woche mit und dann gibt neue Bilder via Mail  )

Tja der Tipp mit dem Wasserschlauch ist ja sehr schön und auch ziemlich effektiv nur leider kommt man im Hundeverein nicht immer da dran ,auf der Hundewiese und im Wald erst recht nicht .


So und nun eine Frage an die Fachfrau hier :

Es ist die  Rede von sogenannten Notfalltropfen "[i]Rescue-Remedi -Tropfen [/i]"
Weist Du da was drüber ?
Ist das nun nur wenn man Hunde hat die sehr aggressiv reagieren , oder aber sollte man so was lieber griffparat haben wenn man mit Mehreren , auch fremden Hunden unterwegs ist ?
Ich gehe nämlich hier , bzw habe es öfter und intensiver vor mit Mehreren weg und da treffen wir auch immer fremde Hunde . Bislang lief aber alles friedlich ab .

3.:
-Bei einer Auseinandersetzung sollte man weglaufen -nach einer Einübung -
-Stock in den angreifenden Hund schieben
-ängstliche Hunde  erst mal nur den Kontakt zu sozial freundlichen Hunden gestatten

4. :
Wenn Hunde steif laufen sich fixieren usw. muss diese Handlung sofort unterbrochen werden (besenstil zwischen die beine werfen z.B.
Mobbing ist beeinflussbar muss aber im Ansatz erkannt werden und da muss sofort zielgenau reagiert werden

Im Hundeverein reichte da ein klares Nein im rechten Moment , notfalls geht es aber nur mit härteren Mitteln

Mobber sollten generell nicht von den Artgenossen dann ferngehalten werden , weil sie so nie aus den Fehlern lernen .

Kurzfristiges wegsperren, ausschließen ist ja OK wenn es nicht anders geht , die anderen Hunde in Gefahr sind aber dann muss man die Ursache beheben  durch üben usw.

So und  nun hab ich noch eine Verständnisfrage auf S. 177 und zwar zu der Übung :

Kurz beschrieben :
-Hund am Baum  festbinden
-aggressives Verhalten 10 Meter kommentarlos entfernen
- wiederkehren wenn er nicht aggressiv mehr reagiert , auch ohne Kommentar

So und das kapier ich nicht .
Wieso denn ohne Kommentar wiederkehren wenn er alles richtig macht   :kopfkratz:
Der Hund kann doch gar nicht zuordnen warum ich wieder zurückkehre , oder ?
Ja und was mache ich bitte wenn das einfache weggehen nichts nützt ?
Unterbrechen mit Besenstil  usw. (was man ja im Wald auch nicht grade parat hat -na OK da gibts Stöcke on Mass )


Dieses Zitat gibt alles noch mal super wieder und ist sehr wichtig :

Zitat
"Das Aggressionsverhalten von Hunden stellt sich im Vergleich zu Wölfen zwar nicht so nuanciert dar , unterliegt aber trotzdem einer riesigen Variabilität .
Hundebesitzern ist deswegen zu empfehlen , besonders dem Droh -und Ritualverhalten ihrer Hunde viel Aufmerksamkeit zu widmen , Hunde aber nicht  über Gebühr zu managen ! Die mit Abstand beste Auslastung des Hundes  besteht nämlich im täglichen herumtoben mit Artgenossen  Wer das bezweifelt handelt einfach nur egoistisch und möchte den Hund aufgrund Eifersüchteleien nicht mit anderen Hunden teilen

100 prozenige Zustimmung zu dem Zitat !

So nun mach ich mir mal was zu essen und dann gehts hier gleich weiter  im Text .

Liebe Grüße und bis gleich
Siri :knuddel:




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Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Aggressionsverhalten des Hundes
« Antwort #5 am: Juli 08,Juli 2007, 18:28:52 »
Huhu Christiane !
Bin schon wieder da um Dir noch ein bisschen Lesestoff zu bescheren  :->
Dir soll ja nicht langweilig werden .
Also weiter gehts .

Behandlung von Angst und Angstaggressionen

Es besteht die Möglichkeit ein Desensibilisierungstraining durchzuführen .

Der Hund der  Angst hat :

-hächelt
- Rute ist eingeklemmt
-bellt hyterisch
-zittert ..............

Bei der Desensibilisierung wird der Hund in kleinen Schritten einem angstauslösendem Reiz in schwacher Form ausgesetzt und jedes neutrale Verhalten wird belohnt .

Die Checkliste ist dabei sicher vorher eine gute Wahl (S. 178) so weis die Therapeutin gleich Bescheid und kann gut anfangen mit der Therapie .

Auch das Beispiel ist klasse und führt gut vor wie es von statten geht .

Wichtig ist sicher noch :
Das Aggressionen nicht immer was mit Angst zu tun haben .

Sehr schön nochmal die Zusammenfassung .

So und dann geht es Morgen mal mit "Die Welt der Canadin " weiter bevor leider diese LR beendet ist .

Liebe Grüße Siri
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Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Aggressionsverhalten des Hundes
« Antwort #6 am: Juli 09,Juli 2007, 00:53:25 »
Hallo Siri,

den Anfang hier kann ich heute noch kommentieren, das Weitere muss aber bis morgen warten  :schaem:.

Zitat
Aggressionsverhalten des Hundes

Aggression-Teil des Ausdruckverhaltens

Konfliktlösung und Schadensvermeidung


Das Aggressionsverhalten ist Lebensbestandteil einer jeden Kreatur .Sie dient der Konfliktvermeidung und zum lernen .Es werden deutliche Körpersignale gesendet /gezeigt .
Der Hund versucht z.B. unverletzt zu bleiben , zu schlichten usw...............


Das kann man gar nicht deutlich genug sagen, dass Aggression an sich nichts negatives ist. Dazu hat Konrad Lorenz vor ewigen Jahren schon ein ganzes Buch geschrieben ('Das so genannte Böse'), das superinteressant ist.
Niemand kann mit anderen kommunizieren und immer nur positiv sein. Das endet oft mit unterdrückter Aggression oder 'Aggression zwischen den Zeilen', was beides viel schwieriger zu erkennen und damit zu händeln ist.


Zitat
Zitat
Oft wird hundliche Aggression mit Gefährlichkeit gleichgesetzt , was fachlich falsch ist

Auch so ein Trugbild von Vielen . der HUnd droht und dann ist er gleich eine Bestie, jetzt mal überspitzt ausgedrückt .

Ja, da nehmen viele Leute die Warnung des Hundes gleich für die Tat. Aber oft droht der Hund ja und will eigentlich den offenen Kampf vermeiden. Es liegt ja in seinem Interesse, einem Beschädigungskampf aus dem Weg zu gehen  - die Gefahr ist viel zu große, dass man dabei selbst verletzt wird.
 
Zitat
Zitat
Häufig werden Verhaltensweisen dem Aggressionsverhalten zugeschrieben , obwohl sie NICHTS damit zu tun haben , darunter fällt auch das BEUTEFANGVERHALTEN

Das hört man auch öfters vor allem wenn dann eine Maus noch geschüttelt wird bis sie tot ist usw. ......
Einige vergesen da echt von wem der Hund abstammt .

Da wird der Hund oft hemmungslos vermenschlicht. Und da sieht man auch, wie merkwürdig naturfern wir Menschen inzwischen sind. NAhrungsbeschaffung und Aggression haben doch wirklich nichts miteinander zu tun - sonst wäre ja jeder Metzger eine Bestie. Aber ich hab das erst kürzlich in einer Diskussionsrunde mit anderen Eltern erlebt. Da meinte ein Vater, dass er ein Problem damit hätte, wie er seinem Kind einerseits Friedfertigkeit und Gewaltlosigkeit beibringen soll und andererseits dem Kind erklären, dass wir Tiere töten (lassen!!), um sie zu essen. Da gehen den Menschen doch völlig verschiedene Funktionskreise - die der Hund meist mühelos trennt - völlig durcheinander.

Zitat
Aggressionsarten :
-Selbstaggression
-elterliche Aggression
-Wettbewerbsaggression

Kleine Tippfehler-Verbesserung: Selbstschutzaggression soll das heißen. (Selbstaggression ist pathologisch, kommt bei Zwingerhaltung,... schon mal vor.)


Zitat
Umgang mit Stress

Der Nervenkrieg beginnt bei dem Hund wenn:

-er Kontrollverlust verspürt
-der Rivale  das gleiche Sebstbewusstsein hat
-die Durchsetzung der Eigeninteressen in Gefahr sind
-die Bereitschaft besteht sich offensiv oder deffensiv auseinanderzusetzen besteht

Dies alles sind Anpassungsstrategien an die Umwelt .

Am schwierigsten finde ich es, wenn Hunde aus Angst oder Unsicherheit aggressiv reaagieren. Da hilft dann keine 'Gegenaggression', was die unmittelbar natürliche Antwort auf aggressivese Verhalten ist. Da muß man souverän dem Hund zeigen, dass 'der Chef' keinen Anlass für Angst oder Unsicherheit sieht und dies Gefühl auf den Hund übertragen.

Aggression durch Krankheit: ich hab mal diesen einen Link aus Deinem vorhergehenden Posting gelesen. Da wurde gesagt, dass oft Probleme mit dem Bewegungsapparat die Ursache seien. Es gibt aber noch andere, viel schwieriger zu diagnostizierende Ursachen. Der Dackel meiner Freundin zeigt urplötzlich unerklärlich aggressives Verhalten - machte heftigste Anstalten seine Besitzerin zu beißen,... Nach vielem Hin und her stellte sich heraus, dass er eine Hypothyreose hat (also Fehlfunktion der Schilddrüse). Seit er da Tabletten bekommt ist der Hund wieder so friedlich wie zuvor.

Der erste Abschnitt dieses Artikels scheint mir ein wenig fragwürdig. Zum einen wird da auch von Aggression in Bezug auf Beutefangverhalten gesprochen. Zum anderen ist die Darstellung zum Sexualverhalten für meinen Geschmack arg verkürzt dargestellt - 'Fortpflanzung des Stärkeren' - das wird heute doch in der Biologie viel differenzierter gesehen.
Zur territorialen Aggression: da wird beschrieben, dass ein Hund, der mit dem Schwanz wedelt, einen freundlich begrüßt. In so einem Artikel fehlt mir der Hinweis, dass ein Hund durchaus auch wedelt, wenn er angespannt ist - kann also auch gleich angreifen, jagen,... Da so viele Menschen immer noch denken 'der wedelt - ergo ist er lieb' wäre so ein Hinweis hier sehr wichtig.
Im Abschnitt 'sozial motivierte Aggression' wird 'der Mensch als Rudelführer' propagiert - und da haben wir bei Bloch ja gerade gelesen, dass man das so kurz und überspitzt nicht sagen kann.


Zitat
Meiner zeigt zum Glück nicht so ein großes Aggressionsverhalten . Wenn es ihm zu bunt wid kommen die Zähnchen durch zwacken zum Einsatz , aber nicht so doll und bisher auch nur zwei-dreimal . Wenn er aufhören soll tut er dies auch .
Unser Trainer sagt immer , da andere B.
Besitzer Angst haben das die größeren Hunde Max was tun : jackies haben eine kleine Nähmaschine bzw. können so beissen-sieht echt so aus .
Die Körpersprache ist ja sehr deutlich und die kann ich bei Max sehr gut analysieren . Da sind auch die Fotos -ich weis jetzt nicht ob in diesem oder einem anderen Sachbuch das ich habe -sehr gut .
Unsere Setter hatten und haben mit Aggression auch so garnichts am Hut. Wenn denen gegenüber ein anderer Hund aggressiv war haben sie einfach 'den Turbo eingeschaltet' und sind ihm davongelaufen. Ronja hat einmal in ihrem leben Leute bös verbellt und da hatte sie Welpen (Und sie war so auch nur zu diesem einen Ehepaar!! Alle anderen Leute durften die Welpen ansehen, bespielen,... Ich bin sicher, sie hatte ihre Gründe!)
Mein alter Dackelmix Sam hatte eine satte Angstaggression - da musste ich zeitlebens vorsichtig sein, da ich auch nicht immer vorhersehen konnte, wann es ihn packte. Ich hatte ihn aus vierter Hand und musste da mit einer ziemlich verkorksten Vorgeschichte leben.
Bei Tami ist es auch so, dass es Situationen gibt, in denen sie mit Vorsicht zu genießen ist. Sie ist Tierarztpanikerin und ich hab festgestellt, dass ein Maulkorb da (auch für sie) am streßfreiesten ist.
Und Padge ist einfach unsicher in manchen Situationen und ihm fehlt der tägliche freie Kontakt mit fremden Hunden zum üben.


Zitat
Man darf eine stressbedingte Angstaggression nicht auch noch unterstützen durch :
"Ist ja schon gut" usw.
Ein souveränes, ruhiges Auftreten ist gefragt .
Ja, und genau das fällt einem halt schon schwer. Auch wenn es 'nur' um Angst (ohne Aggression) geht - wie bei Tami bei Gewittern. Man bedauert sie eben!

So, soweit bin ich bisher gekommen.
Zu dem Thema muss ich unbedingt auch nochmal mein Mitschrift aus dem Zimen-Seminar ('Warum beißen Hunde?') lesen und vergleichen, was der dazu erzählt hat. Wenn Dich das interessiert kann ich Dir das ja mal zukommen lassen.

Und wenn Du Dir hier was rausschreibst wär es sehr lieb, wenn Du mir das schicken würdest...

Bis dann, liebe Grüße,
christiane - gerade wieder mit panisch hechelnder Tami neben sich (ach, die arme Socke!)

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Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Aggressionsverhalten des Hundes
« Antwort #7 am: Juli 09,Juli 2007, 06:18:20 »
Hallo Christiane !

Zitat
Der erste Abschnitt dieses Artikels scheint mir ein wenig fragwürdig. Zum einen wird da auch von Aggression in Bezug auf Beutefangverhalten gesprochen. Zum anderen ist die Darstellung zum Sexualverhalten für meinen Geschmack arg verkürzt dargestellt - 'Fortpflanzung des Stärkeren' - das wird heute doch in der Biologie viel differenzierter gesehen.
Zur territorialen Aggression: da wird beschrieben, dass ein Hund, der mit dem Schwanz wedelt, einen freundlich begrüßt. In so einem Artikel fehlt mir der Hinweis, dass ein Hund durchaus auch wedelt, wenn er angespannt ist - kann also auch gleich angreifen, jagen,... Da so viele Menschen immer noch denken 'der wedelt - ergo ist er lieb' wäre so ein Hinweis hier sehr wichtig.
Im Abschnitt 'sozial motivierte Aggression' wird 'der Mensch als Rudelführer' propagiert - und da haben wir bei Bloch ja gerade gelesen, dass man das so kurz und überspitzt nicht sagen kann.

Hach siehst Du es ist doch gut wenn schon Jemand der mit Tieren sich gut auskennt - Du hattest doch in einer Tierarztpraxis mal gearbeitet oder ?- sich da auskennt .
Das mit dem wedeln war mir neu , also das es auch zum angreifen so ist . Auf den schwanz achte ich da nämlich auch immer .
Ja zum Sexualverhalten hätte er mehr schreiben können wär interessant und ist auch sehr wichtig .


Zitat
Am schwierigsten finde ich es, wenn Hunde aus Angst oder Unsicherheit aggressiv reaagieren. Da hilft dann keine 'Gegenaggression', was die unmittelbar natürliche Antwort auf aggressivese Verhalten ist. Da muß man souverän dem Hund zeigen, dass 'der Chef' keinen Anlass für Angst oder Unsicherheit sieht und dies Gefühl auf den Hund übertragen.


Auch so ein Punkt der etwas mehr hätte hervorgehoben werden können da Viele da falsch reagieren .

Zitat
Und Padge ist einfach unsicher in manchen Situationen und ihm fehlt der tägliche freie Kontakt mit fremden Hunden zum üben.

Da bin ich wie irgendwo hier beschrieben dran es mehr zu ändern und da lebt Max total auf . Kommt aber später weil da ist noch eine Frage .

Zitat
Zu dem Thema muss ich unbedingt auch nochmal mein Mitschrift aus dem Zimen-Seminar ('Warum beißen Hunde?') lesen und vergleichen, was der dazu erzählt hat. Wenn Dich das interessiert kann ich Dir das ja mal zukommen lassen
.


Aber ja sehr gerne sogar  :knuddel:


Zitat
Und wenn Du Dir hier was rausschreibst wär es sehr lieb, wenn Du mir das schicken würdest...

Natürlich , kann zwar noch ein bisschen dauern aber ich schick es Dir dann per Mail Stück für Stück .

Liebe Grüße Siri


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Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Aggressionsverhalten des Hundes
« Antwort #8 am: Juli 09,Juli 2007, 15:25:47 »
Hallo Siri,

Zitat
Hach siehst Du es ist doch gut wenn schon Jemand der mit Tieren sich gut auskennt - Du hattest doch in einer Tierarztpraxis mal gearbeitet oder ?- sich da auskennt .
Das mit dem wedeln war mir neu , also das es auch zum angreifen so ist . Auf den schwanz achte ich da nämlich auch immer .

Oh, ich denke, wenn Du Deinen Hund gut beobachtest, dann wirst Du das nicht verwechseln. Ein Hund der spielen will oder entspannt ist hat ja insgesamt eine entspannte Körperhaltung, einen freundlichen Gesichtsausdruck,...
Bei einem Hund, der sehr angespannt ist, kann es auch mal sein, dass der Schwanz - insgesamt viel angespannter gehalten - wedelt. Ich bin aber sicher, dass Leute, die z.B. keinen eigenen Hund haben, das nicht unterscheiden können. Die sehen: Schwanz bewegt sich - also alles im grünen Bereich. Und das finde ich einfach gefährlich.

Ja, ich hab während des Studiums angefangen stundenweise bei meiner Tierärztin zu arbeiten und später hab ich dort dann halbtags fest gearbeitet. Insgesamt waren das sicher 9 Jahre lang. Und seither bin ich immer nochmal zu der ein oder andern OP dabei und wenn ich in der Stadt bin geh ich immer mal auf Besuch dorthin.

Liebe Grüße,
Christiane

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Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Aggressionsverhalten des Hundes
« Antwort #9 am: Juli 10,Juli 2007, 00:41:45 »
Hallo Siri,

puh, jetzt bin ich aber ganz schön auf dern Aufholjagd  :roll:. Na, mal sehen, ob ich heute Abend noch was sinnvolles zustande bekommen....

Zitat
Klassische Aggressionsarten

Umgang mit Aggressionen
Ein sehr wichtiges Thema das nicht oft genug genannt werden kann .

Ganz wichtig ist erst mal das man sich nicht seinem Schicksal ergeben soll sondern sich auch verteidigen soll .Dies soll mit zwei Stöcken (1. Stock anbieten zum reinbeissen des Hundes , 2. Stock zur Verteidigung wenn er angreifen will .)
Das klingt brutal und ich hab auch erst mal geschluckt , ABER dann hab ich mir die Bilder ins Gedächtnis gerufen wo Hunde super agsressiv Andere richtig zerfleischen, also eine richtige Gefahr sind und da MUSS gehandelt werden und diese Methode soll nur in Ausnahmefällen angewendet werden (knurrender Hund am Gartenzaun zählt nicht dazu , da gibst andere Methoden )

Ne, ehrlich, das schlucken erwischt mich beim ersten Lesen auch immer wieder. Und dann kommt aber gleich der Gedanke, dass das nicht sein kann. Tierliebe ist wirklich gut, aber alles hat seine Grenzen und wenn ein Tier zur echten Gefahr wird, dann muss man schon handlen. Das Problem dabei ist eben die Beurteilung der Situation - wann besteht eine Gefahr? Bei einem hemmunglos aggressiv angreifenden Hund ist das wohl keine Frage mehr. Wenn aber eine Bär in den Alpen abgeschossen wird oder Wölfe frisch in Gebiete einwandern und dort verfolgt werden  - dann sieht das schon ganz anders aus.
Also ich bin mir sicher, wenn es auf einen Kampf rausläuft, dann steh ich nicht rum und lasse es geschehen - dann würde ich mich verteidigen oder auch meinen Hund,... schützen. Und natürlich kann es mir dabei auch passieren, dass ich eine Situation falsch einachätze - aber das ist wohl bei allem was wir tun so, wir sind schließlich nicht unfehlbar.  :->

Zitat
Auch sehr wichtig und wohl war :
Zitat
Aggressive Hunde  sind das Produkt von unvernünftigen Mensch

Ja, genau das ist fast immer das Problem : das andere Ende der Leine  :->.

Dazu auch noch diese Bloch-Zitat:
Zitat
In einem in der Wildnis lebenden Wolfsrudel ist Dominanz nicht als Hackordnung manifestiert...

Bei den Fallbeispielen auf Seite 164 und Blochs Lösungsvorschlägen musste ich ja wieder girnsen... ("Ja, ich weiß, dieser Terrier verknüpft Unannehmlichkeiten mit meiner Person, aber das soll er dann auch!")

'Gradwanderung': das ist glaub ich genau der Knackpunkt bei der Erziehung, egal ob es um Hunde, Kinder oder was sonst geht.  Antiautoritär ist im Extrem genauso ein Murks wie eine extrem harte und restriktive Erziehung. Der Mittelweg ist wie immer der Königsweg - aber es ist eben auch menschlich, den nicht immer zu finden.

Zitat
Intergruppen aggressives  Territorialverhalten

Dies bedeutet das Verhalten einer Gruppe nach Außen (Hunde im Grundstück , gegen Leute am Zaun von außen, die rein wollen usw.)

Das Verhalten hat viel mit dem Rassetypischen Verhalten  zu tun und vor Allem auch welche Lernerfahrunge der HUnd gesammlt hat , wie die Routine aussieht usw......
Kann ein Hund Fremde und Bekannte differenzieren so kann er z.B. auch den Hof bewachen .
Extrem tobende Hunde die aggressiv sind ,am Zaun nur Terror machen muss man vorrübergehend die Freiheit nehmen (Freiraum ) da sie schlecht sozialisiert sind .

Übung mit : Laufleine , Leckerlidose , Ignoranz ist nur bedingt zu raten (kenn ich so , musste es da mein Hund schon lieb ist und nur kurz Laut gibt auch nicht anwenden )

GB rät :
-Einüben "Gib Laut " = kurzes Bellen
-dann : "Aus"(kurz danach)

So soll ein Energiestau der sich dann urplötzlich sehr intensiv abladen kann vermieden werden , indem es dazu gar nicht erst kommt .
Klingt ziemlich vernünftig *mir merken muss*

Padge ist auch einer von denen, die gern mal alles verbellen was sich draußen bewegt. Er betreibt das nicht extrem, aber doch heftiger als mir lieb war, zumal er auch die Nachbarn in ihrem eigenen Garten verbellt. Ich hab ihn daher immer aus dem Garten zu mir gerufen und dann für's kommen gelobt. Inzwischen bellt er 2-3 mal und kommt dann sofort zu  mir - ohne dass ich rufe. Wenn er das nicht tut gehe ich davon aus, dass vielleicht ja tatsächlich was anders ist und gehe nachsehen. Wenn ich was sehe, das ich für 'Bellenswert' halte (sprich: wo ich finde, er soll es weiterhin melden), dann lobe ich, sage 'hab's gesehen, ist jetzt o.k., nehme das also zur Kenntnis und gehe dann mit dem Hund weg. Wenn ich nichts von Belang erkennen kann sage ich das auch 'ich seh nix spannendes, vergiß es'. Natürlich versteht Padge meine Worte nicht, aber meine Stimmung gegenüber seinem Tun kommt so zum Ausdruck, dass er was damit anfangen kann. Und er bellt nun nur noch kurz und kriegt sich schnell wieder ein.  :funkey:

Zitat
Auch die Gehorsamkeitsübungen klingen sehr gut (fester Platz in Wohnung wo der Hund liegt wenn es  klingelt , so das Frauchen zuerst an der Tür ist usw. )

Wegsperren ist nicht ratsam vor Allem wenn es immer angewendet wird , da der Hund das nächste Mal noch extremer reagiert.

Das mit dem festen Platz ist bei uns noch suboptimal - da unser Erdgeschoss sich noch im provisorischen Zustand befindet bin ich da nicth so konsequent und das Ergebnis ist entsprechend  :schaem:. Aber immerhin wird es besser - ich muss da noch an mir arbeiten  ;-). Liegt wohl auch daran, dass das bei unsern bisherigen Hunden nicht so ein Problem war - zum einen waren die Hunde ein bisschen weniger stürmisch als Padge, zum anderen hat sich mit den Kindern auch unser Freundeskreis ein bisschen verändert und die 'Kinderleute' sind oft nicht so 'hundeverträglich'  :-)). Früher waren alle Leute, die uns besuchten ähnlich hundegagga wie wir und machten sich nichts aus einer stürmischen Begrüßung...
Wegsperren ist bei uns allerdings doch ein Thema. Meine Kinder kriegen ja auch öfter mal Besuch und diese Kinder haben zum Teil schlicht Angst vor Hunden oder sie benehmen sich nicht so, wie ich finde, dass Kinder sich Hunden gegenüber benehmen sollten. Da sperre ich die Hunde dann schon weg.
Die Hunde sind dann in einem Zimmer, in der offenen Tür ein 'Kinder-absperrgitter' (diese Teile die man auch in Treppen klemmt damit Kinder nicht runterfallen). Da können die Hunde sehen was abgeht, die Kinder könne sich langsam an die Hunde rantasten und die Hunde haben die Chance, sich zurückzuziehen wenn die Kinder sie nerven. Und die Hunde bekommen dann immer einen Kauknochen - so ist das für sie keine Strafe sondern eher positiv besetzt.
Diese Gitter ist im Grunde zumindest für Padge sowieso nur symbolisch - er hat keinerlei Problem damit über ein Hindernis dieser Höhe zu springen  :-> :->.


Zitat
Schmerz-assoziiertes Aggressionsverhalten

Es kann zu Unwohlsein , Angst usw. kommen wenn :
-Die Zucht unverantlich geführt wird
-die Nahrung zu energiereich ist
-es umweltbedingte Schädigungen gibt durch Krankheitsbilder.

Dadurch kann es durch falsche Berührungen  usw. zu aggressiven Abwehrmechanismen kommen .

Mit Tieren, die beißen/kratzen weil sie Schmerzen haben hat man in der TA-Praxis regelmäßig zu tun. Die TA muss ja oft genau soweit gehen, um herauszufinden was dem Tier weh tut. Übel sind da eigentlich die Tiere, die 'die Zähne zusammenbeißen' und ums Verrecken nicht 'sagen' wo es weh tut.

Zitat
Man soll :
-den Tierarzt aufsuchen
-Schmerztabletten  ,mal geben (Zeitraum ) um festzustellen wie er dann reagiert und danach (wieder aggressiv)

Das mit den Schmerztabletten ist leider nicht ganz so einfach wie es auf den ersten Blick aussieht. Es gibt ja nicht 'die' Schmerztablette. Je nachdem wo der Schmerz sitzt,... muss man unterschiedliche Mittel anwenden. Und wenn die Aggression z.B. durch die Schilddrüse ausgelöst wird, dann helfen Schmerztabletten garnicht. Trotzdem ist ein medizinisches Problem die Ursache und ist auch mit Medikamenten zu beheben. Hier vereinfacht Bloch m.E. etwas.

Soweit zu diesem Posting. Ich les jetzt mal noch Dein nächstes und denk drüber nach. Antwort dann wohl morgen....

Liebe Grüße und gute Nacht,
christiane

Offline Siri

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Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Aggressionsverhalten des Hundes
« Antwort #10 am: Juli 10,Juli 2007, 07:17:05 »
Hi Christiane !

Zitat
Ja, genau das ist fast immer das Problem : das andere Ende der Leine  .

Ja da kommen wir ja nun sher schnell hin , gell  :knuddel:

Zitat
'Gradwanderung': das ist glaub ich genau der Knackpunkt bei der Erziehung, egal ob es um Hunde, Kinder oder was sonst geht.  Antiautoritär ist im Extrem genauso ein Murks wie eine extrem harte und restriktive Erziehung. Der Mittelweg ist wie immer der Königsweg - aber es ist eben auch menschlich, den nicht immer zu finden.


Ganz genau , nur konsequent sollte man dann schon sein -also nicht" heute so, morgen so und Übermorgen , na mal schaun "
Aber da sind wir uns ja eh einig -wie eigentlich soch fast immer , wenn nicht grade immer .

Zitat
Wegsperren ist bei uns allerdings doch ein Thema. Meine Kinder kriegen ja auch öfter mal Besuch und diese Kinder haben zum Teil schlicht Angst vor Hunden oder sie benehmen sich nicht so, wie ich finde, dass Kinder sich Hunden gegenüber benehmen sollten. Da sperre ich die Hunde dann schon weg.
Die Hunde sind dann in einem Zimmer, in der offenen Tür ein 'Kinder-absperrgitter' (diese Teile die man auch in Treppen klemmt damit Kinder nicht runterfallen). Da können die Hunde sehen was abgeht, die Kinder könne sich langsam an die Hunde rantasten und die Hunde haben die Chance, sich zurückzuziehen wenn die Kinder sie nerven. Und die Hunde bekommen dann immer einen Kauknochen - so ist das für sie keine Strafe sondern eher positiv besetzt.
Diese Gitter ist im Grunde zumindest für Padge sowieso nur symbolisch - er hat keinerlei Problem damit über ein Hindernis dieser Höhe zu springen   .

Du bei Kindern würde ich das auch machen -Zumindest Anfangs , vor allem sind Jackies ja sehr stürmisch -wir lernen gerade oder ich bring es ihm bei das er nicht gleich alle so stürmisch begrüßen soll .
Dein Weg ist da goldrichtig .

Zitat
Das mit den Schmerztabletten ist leider nicht ganz so einfach wie es auf den ersten Blick aussieht. Es gibt ja nicht 'die' Schmerztablette. Je nachdem wo der Schmerz sitzt,... muss man unterschiedliche Mittel anwenden. Und wenn die Aggression z.B. durch die Schilddrüse ausgelöst wird, dann helfen Schmerztabletten garnicht. Trotzdem ist ein medizinisches Problem die Ursache und ist auch mit Medikamenten zu beheben. Hier vereinfacht Bloch m.E. etwas.


Gut zu wissen . sebst testen würde ich es wohl auch nicht sondern wenn gleich erst mal zum Trainer , Tierarzt gehen  . Mit Medikamenten -auch homöopatisch bin ich vorsichtig .

Liebe Grüße Siri


Wer in der Zukunft lesen will, muß in der Vergangenheit blättern.
(André Malraux )

Offline Christiane

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Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Aggressionsverhalten des Hundes
« Antwort #11 am: Juli 10,Juli 2007, 21:34:31 »
Hallo Siri,

gleich erstmal eine kurze Antwort auf Dein letztes Posting und dann geht es im Buch weiter.

Zitat
Du bei Kindern würde ich das auch machen -Zumindest Anfangs , vor allem sind Jackies ja sehr stürmisch -wir lernen gerade oder ich bring es ihm bei das er nicht gleich alle so stürmisch begrüßen soll .

Was das 'stürmisch' angeht kann Padge mit jedem Jacky mithalten - der Mix von Border und Setter ist da auch granatenmäßig  :-)). Allerdings bringt mein Feger sicher fast dreimal soviel Kilos mit, wenn er einen anspringt. Und den Kindern guckt er ja so schon fast gerade in die Augen ... Da ist einfach Vorsicht geboten, denn ich will ja nicht, dass die Kids Hundepaniker werden. Im Gegenteil, ich versuch alle Kinder an die Hunde zu gewöhnen, ihnen zu zeigen, wie man mit den Hunden umgehen sollte.

Liebe Grüße,
Christiane

Offline Siri

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Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Aggressionsverhalten des Hundes
« Antwort #12 am: Juli 10,Juli 2007, 22:15:14 »
Hallo Christiane !
Du die Beiden Max und Deine Hund würd ich zugerne mal gemeinsam über eine Wiese wetzen sehen  :-))
Liebe Grüße Siri
*Erst mal wartet mit lesen bis Morgen damit Du nachkommst *
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Offline Christiane

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Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Aggressionsverhalten des Hundes
« Antwort #13 am: Juli 11,Juli 2007, 00:10:29 »
Hallo Siri,

und weiter geht's. Als erstes mal mit dem Abschnitt zu dem ich von Dir nichts gefunden hab, der für uns aber auch spannend ist, da wir ja drei Hunde haben:

Intragruppen-aggressives Verhalten von Hunden

Hier geht es um Aggressionen innerhalb einer geschlossenen Gruppe, also gemischtes Rudel Hunde-Menschen.
1. Aggressionen gegen den Menschen:
Bloch warnt ausdrücklich davor, Ansätze zu aggressivem Verhalten zu beschönigen, da die Probleme sich mit der Zeit nur verfestigen und verstärken.
Seine Vorschläge: Den Hund zeitweise nicht beachten und von Konfliktreizen (Futter,...) ablenken und für alternatives, erwünschtes Verhalten belohnen. Wenn der Hund schon heftiger Dinge verteidigt, dann unter Umständen aus best. Räumen komplett raussetzen (Tabuzonen einrichten).

Das klingt alles sehr vernünftig, ist auch in etwa das was wir mit Tami gemacht haben wenn sie einen Büffelhautknochen verteidigt hat. Wir haben ihr im Austausch Leckerlis angeboten und es gibt für sie Orte, die für sie tabu sind (sie darf z.B. nicht aufs Sofa, da sie das nach kurzer Zeit auch gern mal verteidigt).
Das Problem bei so einer 'Umerziehung' sind m.E. meistens die Besitzer. Die müssen schon ziemlich interessiert und aufgeschlossen sein, bereit sein, ihr eigenes Verhalten zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern. Und ich denke, viele Leute bekommen das nur mit der Hilfe eines guten Trainers hin. Ich bin überzeugt davon, dass die Trainer vor allem wenn es um Problemverhalten geht, vor allem gute Menschenpsychologen sein müssen.
Beispiel gefällig?: Vor einigen Jahren kam ein älteres Ehepaar mit ihrem jungen Rauhhaardackel in die Praxis. Sie hatten immer Hunde gehabt, aber größere Hunde, die fast ausschließlich draußen in Hof und Zwinger gelebt haben. Nun wollten sie einen kleineren Hund, da sie nicht mehr so gut zu Fuß waren und sich dachten 'der braucht weniger Auslauf, hat nicht so viel Kraft,...' Und ein selten dämlicher Züchter hat ihnen erklärt, da sei der Dackel gerade recht für sie. Der Rauhhaardackel aber ist seinem Job als Jagdhelfer noch recht nah. Er hat Power, will rennen, hat einen dicken Sturkopf und braucht eine konsequente Erziehung,.... (Ich glaube, Du kennst dies Thema ;-)).
Es hat dann nicht lange gedauert, da hatte der Dackel daheim alles und alle im Griff. Wenn die Leute am Tisch saßen saß der Dackel darunter und zerfetzte der Frau den Rock, biss in die Beine,.... Er ließ sich nichts gefallen, im Wald wagten die Leute nicht, den Hund abzuleinen, da er ihrer Ansicht nach weglaufen würde. Und ausgelastet war er auch nicht.
So suchten die Leute Hilfe bei uns in der Praxis. Meine Chefin hat dann arrangiert, dass ich mit dem Hund zusätzlich laufen sollte und dabei mal ein bisschen Erziehungsnachhilfe leisten. Bei mir konnte der Dackel im Rudel mitlaufen, sich viel abgucken. Er konnte lernen, dass es 'noch Götter über ihm' gab,... Und ich hab lange Gespräche mit den Leuten geführt, um ihnen zu erklären, dass sie an ihrem Verhalten arbeiten müssten.
Bei mir war der Dackel zwar immer noch aufmüpfig, aber durchaus gewillt, sich vernünftig einzufügen. Also ich hatte nie Angst, dass das ein ausgesprochen aggressives Tier wäre (Dann hätte ich ihn nie zu mir heim gelassen. Damals war Birk gerade mal 3 Jahre alt, da kann mal keinen bissigen Hund gebrauchen!)
Leider waren die Leute weder bereit noch in der Lage, ihr eigenes Verhalten in Frage zu stellen - für sie hatte der Hund entweder einen Hirnschaden oder war sonstwie aggressiv! Eines Tages hat er dann mal wieder gezwickt, es floß ein Tröpfchen Blut - und das Drama war perfekt. Nun sollte meine Chefin den Hund einschläfern!!! Mit der Begründung, die Leute könnten den Hund so nicht weiter bei sich behalten und sie liebten ihn doch so sehr, dass sie ihn nicht zu fremden, möglicherweise bösen Menschen abgeben könnten!!! Ich dacht, ich steh im Wald!
Ich hab alles stehn und liegen lassen und bin dorthin gerauscht. Hab bald zwei Stunden mit den Leuten geredet und sie überredet, dass ich den Hund erstmal mitnehmen durfte zu mir. Die Leute hatten inzwischen die totale Panik vor dem Hund, sie hatten ihn in die Besenkammer getrieben und dort eingesperrt. Als ich ihn rausließ um ihn in seine Autobox zu setzen, haben die die Flucht ergriffen - das war echt unfassbar!
Wir konnten den Hund dann Gott sei Dank tatsächlich nach 2 oder 3 Wochen an ganz liebe Leute weitervermittlen, die wir auch aus der Praxis kannten. Der Dackel hat dort bis zu seinem krankheitsbedingten Tod gut gelebt (und hatte auch diese Familie bis zu einem gewissen Grad im Griff, das blieb aber im erträglichen Rahmen   :->)

2. Bei mehreren Hunden in einem Haushalt ist wichtig, dass jeder seinen Platz im Sozialgefüge kennt und respektiert. Kommt es immer wieder zu Streitigkeiten, so sagt Bloch, dass es selten sinnvoll ist, die Hunde 'das ausfechten zu lassen' (was man ja durchaus öfter mal als guten Tipp hört). Er sagt, dass das dann oft zu heftig wird und die Menschen dass dann doch nicht durchhalten. Er selbst besteht dann darauf, dass er der Oberboss ist und somit die Auseinandersetzung schlicht verbietet. Er schickt die Hunde dann sofort auf ihre Plätze.
WEiter sagt er, dass in extremen Fällen nur eine strikte räumliche Trennung hilft. Und da das im Alltag oft kaum zu machen ist, muss man sich u.U. von einem der Hunde trennen (möglichst vom subdominanten).

Solche harten Auseinandersetzungen hatten wir Gott sein Dank bei unseren Vierbeinern noch nie. Derzeit versucht Padge immer mal, gegenüber Tami den dicken Max zu markieren. Sie war ja bisher hier unangefochtener Boss und er merkt natürlich, dass sie schwächer wird. Er testet das immer mal, wobei er scheinbar spielt, aber das ist dann so grenzwertig und eigentlich klar, dass er sich gerade Dinge rausnimmt, die ihm nicht zustehen. Da greif ich natürlich sofort ein - er muss dann das Feld verlassen oder bekommt einen Job. Ich käme nie auf die Idee zu sagen, die sollen das unter sich ausmachen. Da muss der Jungspund schlicht aufs Alter Rücksicht nehmen weil ich das so will *mal den Boss rauhänge*  :->

So, das schick ich nun mal so ab. Ich hab noch viel mehr zu dem geschrieben, was Du gepostet hattest. Und beim Abschicken hatte ich dann eine Beschwerde weil ich die max. 20000 Zeichen pro Posting überschritten hatte   :ausrast:  :-))

Daür gibt es also dann gleich ein weiteres Posting und ich hoffe, dass da alles reinpasst...

Liebe Grüße,
Christiane

Offline Christiane

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Re: Günther Bloch: Der Wolf im Hundepelz - Aggressionsverhalten des Hundes
« Antwort #14 am: Juli 11,Juli 2007, 00:11:37 »
Hallo Siri,

hier also als Fortsetzung meine Kommentare  zu den Dingen, die Du schon kommentiert hast.

Zitat
Futteraggression
Der Hund zeigt  diverse Drohsignale, Mensch schimpft aber nichts passiert oder im schlimmeren Fall gibt es dramatische Fehleinschätzungen .

Die Regel lautet :

Zitat
"Je höher die Qualität des Futters desto mehr Aggressions unter Hunden . Jeder einzelne Hund geht größere Risiken ein um an qualitatives Futter zu gelangen " 

Irgendwie logisch , wenn ich als Hund die  Wahl zwischen Trofu und Hühnchen hätte wüsste ich was ich will und würde es verteidigen wie nix .

Regeln

1.:
Hörzeichen "Sitz" -"Nimms" immer einhalten , es sei denn man weis sicher das der Hund  nicht Futteraggressiv ist.....

2.:
Futterkonkurenzsituation abbauen  durch minderwertige Futterstückchen im Napf und hochwertiges Futter in der Hand das man anbietet unter den Grundsatzregeln , dann loben wenn er es nimmt ........
3 Wochen lang

3.:
konditionierte Futteraggression  = untersagen des Zutritts zur Küche usw., Fütterung an einem alternativem Ort , mehrere Hunde füttert man weitläufig getrennt und ohne Blickkontakt , notfalls Fütterung in einem anderen Raum

4.:
In schwierigen Fällen mehr Futter was zu einer Übersättigung führt

Die Tipps zum Abbau der Aggression am Futternapf gegenüber dem Menschen hätt ich ein paar Jahre früher gebrauchen können  :->. Da versteht Tami nämlich keinen Spaß, der konnte man nie mal einfach so ans Futter, geschweige denn was abnehmen. Wir haben das so weit geändert, dass sie sich brav hinsetzte und wartete bis wir das o.k. zum fressen gaben und haben sie dann ungestört gelassen. Zugegeben, da haben wir uns ein bisschen gedrückt.
Das füttern von mehreren Hunden gleichzeitig war bei uns noch nie problematisch, auch nicht mit den diversen Gasthunden, die immer mal da sind. Ich hab eine bestimmte Reihenfolge und jeder Hund hat eine Ecke in der Küche für sich (drei Ecken für unsere, eine bleibt für einen Gast und wenn noch ein Gast da ist geht der in den Flur). Da Tami mit dem Fressen so gaga ist muss sie aus erzieherischen Gründen warten bis zum Schluss. Da Padge in der Rangfolge inzwischen vor Joker rangiert bekommt er zuerst. Er ist zwar supergierig, wartet aber sehr brav bis ich das Signal zum fressen gebe. Dann kommt Joker, dann evtl. ein Gast und dann Tami. Dabei wird jeder Hund namentlich 'aufgerufen'. Bei Gasthunden, die daheim Einzelhunde sind dauert es meist ein bis zwei Tage, bis sie es kapiert haben. Aber Ärger gab es noch nie.
Joker läßt fast immer einen Rest im Napf, aber alle Hunde wissen, dass sie den nicht nehmen dürfen. 'Auslecken' der anderen Näpfe ist nur erlaubt wenn der Napf leer ist oder ein Mensch das erlaubt. Witziger weise halten sich die Hunde da (fast) immer dran.

Der Punkt 4 - Übersättigung als Erziehungsmittel  - hat mich allerdings vor lachen fast vom Stuhl geholt. Also das hätte weder mit meinem alten Dackelmix Sam noch mit Tami geklappt. Sam hat zur Not gefressen bis zum  :kotz: :kotz: und wenn der Magen wieder geleert war ging es nahtlos weiter!! Mit den Geschichten was dieser Hund alles wie und wo und unter verrücktesten Umständen gefressen hat, könnte ich ein Buch füllen!!


Zitat
PS : Das Bild mit dem Schaf und dem Hund ist ja  allerliebst , da möchte man am Liebsten den Hund gleich streicheln .
Ja, das Bild ist toll! Und in dem Alter ist streicheln sicher auch noch drin - wenn so ein Herdenschutzhund aber erst mal erwachsen ist würd ich da doch die Finger bei mir behalten  :-)).

Zitat
Aggressionsverhalten gegenüber Fremdhunden
Durch Kastration hervorgerufene Aggresion

Das mit den veränderten Lichtverhältnissen die Aggressionsbereitschaft steigt war mir ja klar , aber das die Kastration -das angebliche Allheilmittel gegen die Aggressionen- Diese noch verschlimmern kann wusste ich nicht .

-Die Frühkastration vor der Geschlechstreife ist mit erheblichen Risiken verbunden .


aber :

- Ist ein Hund extrem erregbar und reitet bei anderen ständig auf  hilft die Kastration

Zitat
"Eine tierärztlich durchgeführte Hormonbehandlung kann zur Überprüfung von Verhaltensänderungen hilfreich sein . Die einfache Formel :"Kastration = Aggressiosnprobleme heben sich auf " geht im verallgemeinernden Sinn leider nicht auf"

Zitat
"Werden erwachsene Rüden einfach kastriert , weil man die geschlechtstypischen , sich im Rahmen abspielenden Verhaltensweisen eben lästig findet , ist das ein überflüssiger und damit tierschutzrelevanter Eingriff "

Kastration ist wirklich ein kontrovers diskutiertes Thema. Ich hab zur Zeit nur Kastratchen hier sitzen - aus den verschiedensten Gründen. Zuerst mal: ich weiß auch, dass Kastration nicht das Allheilmittel gegen aggressives Verhalten ist. Wenn überhaupt, dann wirkt sich das nur auf die Aggressionen aus, die über die Geschlechtshormone mitgesteuert sind, also die Dinge, die in Zusammenhang mit dem Sexualverhalten stehen. Alle anderen Aggressionsarten sind davon unberührt.

Bei Hündinnen gibt es viele Studien, die zeigen, dass man durch eine Kastration zum richtigen Zeitpunkt das Risikofür Mamatumore um über 90% vermindern kann. Und eine Gebärmuttervereiterung bekommt die Hündin natürlich auch nicht mehr (hat ja nix mehr, das vereitern kann  ;-)). Wenn man nun noch weiß, dass diese beiden Erkrankungen zu den häufigsten schweren Erkrankungen der älteren Hündinnen gehören, dann finde ich das durchaus ein gutes Argument für eine Kastration. Dabei ist es aber so, dass man die Hündin am besten vor der ersten, aber mindestens vor der 2. Läufigkeit kastrieren muss. Diese Tumore werden nämlich durch die weibl. Hormone ausgelöst und bei späterer Kastration ist die Wirkung stark verringert, bzw. ganz weg.
Das war der Grund, das Tami kastriert wurde. Denn bei ihr war klar, dass wir sie sicher nicht decken lassen wollten.

Bei Joker hab ich lange damit geliebäugelt, sie mal zu decken. Sie ist ja auch ein 'Eigengewächs' und wir hätten gern mit dieser Familie weitergemacht. Aber sie hat in fast jeder Läufigkeit Probleme gehabt: Scheinträchtigkeit, eitrige Entzündungen,... Da hab ich sie kastriert und es zeigte sich, dass sie jede Menge Zysten auf den Eierstöcken hatte, die diese Probleme machten. Das wär also auch nicht besser geworden und so war das für Joker sicher eine gute Entscheidung.

Bei Padge war es nochmal anders. Wie die meisten Tierschutzorgas hat auch die, von der wir ihn haben, im Kaufvertrag die Verpflichtung zur Kastration stehen (wenn die Tiere alt genug sind werden sie ohnehin nur kastriert abgegeben). Aus deren Sicht kann ich das durchaus auch verstehen. Wenn man täglich mit dem Leid all der herrenlosen Hunde konfrontiert ist, dann will man einfach nur verhindern, dass noch mehr so 'arme Schweine' produziert werden, will die Flut der Hunde eindämmen.
Dazu kommt, dass im Nachbargarten ein alteingesessener intakter Rüde nebst Hündin wohnt. Und mit unseren beiden Hündinnen dazu gibt das dann eine heikle Mischung.
Zwei Gründe für die Kastration. Ich hab allerdings so lange gewartet bis Padge das Bein hob und auch ich einigermassen sicher war, dass er ausgewachsen ist. Er war etwa ein Jahr alt bei der OP. Und die Tierschutzorga kastriert die Tiere auch nicht früher.

Zitat
Aggressionssteigerung

Zitat
".......Es gibt eine abgestufte Steigerung der Auseinandersetzung ."

Diese Aussage zur Biologie  der Aggression ist sehr wichtig , damit man ruppig empfundene Handlungen der Hunde (auch Drohsignale !) nicht generell als negativ bewertet .

Zitat
"Hunde brauchen aus biologischer Sicht TÄGLICH Sozialkontakte mit Artgenossen auch wenn die Gefahr besteht das mal was schief geht


Logisch , Kinder lässt man ja auch miteinander spielen und da kann auchsehr viel schief gehen usw.
Sozialkontakte sind eh sehr wichtig für Hunde und wer das seinem Hund verwehrt der hat keine Ahnung von HUnden und der Biologie und er Biologie der Wölfe .

Dem kann ich nur zustimmen. Leider hab ich hier in der Gegend festgestellt, dass in den letzten Jahren die Leute immer ängstlicher geworden sind. Das hat so richtig eingesetzt, als die Diskussion um Kampfhunde in der heißen Phase war. Seither laufen hier immer weniger Hunde einfach leinenlos.
Und ich hatte ja schon mal von meinem Problem geschrieben, dass zu meinen Gassizeiten der Wald oft wie leergefegt ist. Was will ich machen, wenn ich niemanden treff? Nur gut, dass wir ja schon daheim mehrere Hunde haben. Ansonsten bin ich da natürlich extra dankbar für die Freispiel-Möglichkeiten auf dem Hundeplatz.
Außerdem bekommen wir ja auch immer mal Besuch von Leuten mit Hund.

Zitat
Gemischte  Hundegruppe

Zitat
"Gerade Jungtiere brauchen unbedingt selbst verschaffte Erfolgserlebnisse beim bewältigen von Problemen "

Tipps
1:
Hunde sollten so trainiert werden , so das sie nur auf das Hörzeichen "Lauf" Kontakt zu Fremdhunden aufnehmen ........

Diesen Punkt halte ich mit für sehr wichtig auch wenn keine Aggressionen vorliegen ,da man nie weis mit wem man es zu tun hat und es für mich etwas mit Gehorsam zu tun hat das der Hund nicht jedem Hund sofort hinterherläuft , was Max zu gerne täte , aber da hat er die letzten Male super gehört  :brav:

Hach ja, da möchte ich mit Padge auch noch irgendwann hin... Nun ja, wir üben.  :roll:


Zitat
Tja der Tipp mit dem Wasserschlauch ist ja sehr schön und auch ziemlich effektiv nur leider kommt man im Hundeverein nicht immer da dran ,auf der Hundewiese und im Wald erst recht nicht .

Wohl wahr! Der Schlauch ist vermutlich selten greifbar wenn man ihn bräuchte *g*.
Wenn sich zwei HUnde ernstlich beissen und zwei zuverlässige Leute da sind, die wissen was sie tun, dann geht dies:
Beide Leute greifen sich gleichzeitig je einen Hund an den Hinterbeinen. Hund rausziehne aus dem Geschehen und dabei hochziehen, dass er fast baumelt - das zieht dem Raufer auch im übertragenen Sinn 'den Boden unter den Füßen weg'. Die Hunde müssen dann natürlich einander aus den Augen geschafft werden. Die aktion ist aber nicht ohne, da die Hunde so aufgereizt sind, dass sie in alles reinbeissen, das ihnen vor die Zähne kommt.


Zitat
So und nun eine Frage an die Fachfrau hier :

Es ist die  Rede von sogenannten Notfalltropfen "[i]Rescue-Remedi -Tropfen [/i]"
Weist Du da was drüber ?
Ist das nun nur wenn man Hunde hat die sehr aggressiv reagieren , oder aber sollte man so was lieber griffparat haben wenn man mit Mehreren , auch fremden Hunden unterwegs ist ?

Ehrlich? Ich bin bei diesen ganzen Bachblüten mehr als skeptisch. Guck doch mal, was bei Wikipedia dazu steht. Da hat ein Mensch beschlossen, dass alle Erkrankungen eine Ursache in der Psyche des erkrankten haben. Hat die psychischen Probleme in 38 Gruppen sortiert (disharmonische Seelenzustände nannte er das) und seine 38 Kräuter helfen gegen alles was man so haben kann.
Die Rescue-Remedie ist ein sog. Komplexmittel, das sich aus 8 Kräutern zusammensetzt und soll seelische Erholung bewirken.

Ich kann einfach nicht glauben, dass es solche Wundermittel für und gegen alles gibt. Im Grunde macht es auf mich den Eindruck einer 'Homöopathie für Doofe' (sorry, ist jetzt ziemlich provokativ formuliert - aber bei der Homöopathie gibt es so viele Mittel, so viele Dinge werden in die Diagnostik mit einbezogen und dann kommt da dieser Herr Bach und erklärt, ihm reichen diese 38 Pflänzchen?).
Zugegeben, ich hab mich damit nicht so sehr intensiv beschäftigt. Und natürlich gibt es mehr zwischen Himmel und Erde als die Naturwissenschaft erklären kann - aber hier hat bei mir der Glaube seine Grenze.
Na, probier es doch einfach mal aus und berichte von Deinen Erfahrungen.

Hier noch der Link zu Wikipedia (ich hoffe, ich krieg das hin  :kopfkratz:):
http://de.wikipedia.org/wiki/Bachbl%C3%BCten
 


Zitat
So und  nun hab ich noch eine Verständnisfrage auf S. 177 und zwar zu der Übung :

Kurz beschrieben :
-Hund am Baum  festbinden
-aggressives Verhalten 10 Meter kommentarlos entfernen
- wiederkehren wenn er nicht aggressiv mehr reagiert , auch ohne Kommentar

So und das kapier ich nicht .
Wieso denn ohne Kommentar wiederkehren wenn er alles richtig macht   :kopfkratz:
Der Hund kann doch gar nicht zuordnen warum ich wieder zurückkehre , oder ?
Ja und was mache ich bitte wenn das einfache weggehen nichts nützt ?
Unterbrechen mit Besenstil  usw. (was man ja im Wald auch nicht grade parat hat -na OK da gibts Stöcke on Mass )


Also ich hab das so verstanden:
Bloch hatte doch schon auf Seite 170 beschrieben, dass es oft Hunde gibt, die bevorzugt in der Nähe ihres Menschen sozial aggressiv reagieren (vor allem Hunde mit einer engen Bindung an den Menschen).
Für diese Hunde ist also allein die Anwesenheit des Menschen schon positiv besetzt. Nun verhält sich in der Übung der Mensch neutral - das heißt, er zeigt die Situation mit Fremdhund als völlig belanglos, entspannt an. Wenn der Hund trotzdem aggressiv wird geht der mensch weg - das ist in dem Fall die Strafe.  Außerdem entzieht man dem Hund damit ja auch gleich den Stimulus für das aggressive Verhalten.
Wenn der Hund wieder ruhig ist kommt der Mensch zurück. Wofür sollte man jetzt noch zusätzlich loben? Der Hund hat ja zunächst Murks gemacht und für das jetzt ruhigere Verhalten ist die Rückkehr des Menschen Lob genug.
Dickes Lob hebt man sich auf für den Fall, dass der Hund von vornherein ruhig bleibt - würd ich sagen.

Wenn der Hund sich nicht beruhigen kann (während der Mensch sich entfernt hat) würd ich erst nochmal überlegen, ob das Verhalten auch sicher in dieses Schema sozial motivierter Aggression passt. Wenn ja muss man vielleicht einfach die Übung mit größerem Abstand des Hundes zum Fremdhund beginnen. Man soll ja die Distanz, die der Problemhund zum Fremdhund duldet, stetig verringern. Wenn der Hund sich also so garnicht beruhigt, wenn der andere 5 m weg ist, dann muss der andere eben erstmal in 10m Entfernung stehenbleiben.

Was ich bei einigen tipps wie diesem schwierig finde ist, dass man da jemanden haben muss, der einem bei den Übungen hilft und einen 'Fremdhund' zur Verfügung stellt. All die Leute im Bekanntenkreis fallen da ja irgendwie aus, denn ihre Hunde sind ja nicht wirklich fremd. Bei Padge z.B. ist die Reaktion auf einen wirklichen Fermdhund definitiv anders als z.B. auf die Hundeplatzhunde, die er nur flüchtig kennt (die etwa in einer anderen Gruppe sind als er und die er alle Woche nur bei Kommen und Gehen sieht). Und nach einigen Übungen wäre für ihn ein Fremdhund eben keiner mehr.


Soweit für heute, ich hol mir jetzt noch ein Gläschen Wein und guck mal in die Alvarez-LR rein. Und dann ruft mein Bett :schnarch:
Bis dann,  :knuddel:
Christiane