Autor Thema: Leserundenfazit, Rezension, etc. - ohne Spoiler  (Gelesen 1381 mal)

Offline Kathrin

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Leserundenfazit, Rezension, etc. - ohne Spoiler
« am: April 10,April 2007, 18:21:37 »
Hier könnt Ihr Euer Leserundenfazit und/oder eine Rezension verfassen. Bitte beachten: dieser Thread soll auch für alle Leser geeignet sein, die sich vielleicht über das Buch informieren wollen, von daher bitte nicht spoilern.

Bitte vergebt am Ende Eurer Rezension eine Note und die entsprechende Anzahl Bücherkisten mit den Noten-Buttons!
Rock the night!!!

Offline Kathrin

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Re: Leserundenfazit, Rezension, etc. - ohne Spoiler
« Antwort #1 am: April 21,April 2007, 12:48:42 »
Hallo zusammen,

so, ich bin ja schon durch und deshalb hier auch meine Rezi zu dem Buch "Die Pelzhändlerin" von Ines Thorn:

Der Einstieg in "Die Pelzhändlerin" nach der Lektüre von "Kleopatra" von Margaret George, mit einer sehr charismatischen und starken ägyptischen Königin ist mir ein wenig schwer gefallen. Grundsätzlich fand ich den Einstieg ziemlich unspektakulär, auch wenn der Kürschnermeister Wöhrler ziemlich schnell stirbt und Martha beschließt, das Leben ihrer Tochter Luisa zu ändern und sie als des Kürschners Tochter auszugeben. Der Kontrast von der schönen, mächtigen Königin von Ägypten, die mit 39 Jahren stirbt und Martha, die als Wäscherin der armen Schicht angehört und mit 36 als alt gilt, der ist schon krass gewesen.

Die Geschichte der Pelzhändlerin ist mir leider alles in allem viel zu flach gehalten, vieles ist vorhersehbar. Vieles geht mir einfach viel zu glatt und einfach von der Bühne. Viele Handlungsstränge/ Szenen/ Aussagen sind für mich nicht nachvollziehbar. Dafür das so viele Jahre (ca. 28 Jahre) in diesem Buch abgespult werden, erfahren wir ziemlich wenig finde ich. Außerdem finde ich, dass man viel zu wenig über das Kürschnerhandwerkerfährt. Wenn ich mir überlege, wieviel wir bei Katia Fox über das Schwertschmieden gelernt haben, hier wird wenn überhaupt nur ganz wenig angerissen. Den Figuren fehlt es an Tiefe, an Charakter und daher bleiben sie leider alle sehr sehr blass. Ich vermisse bei ihnen die Gefühle, ich konnte weder mit ihnen weinen, mich freuen geschweige denn lachen. Dem Buch fehlt dadurch die Leichtigkeit, die ich beispielsweise bei einer Viola Alvarez oder Rebecca Gablé so sehr liebe.  Das Buch und seine Figuren berührt mich echt zu wenig. Gerade bei historischen Romanen ist es mir besonders wichtig, dass ich mir vorstellen kann, dass sich die Geschichte wirklich so ereignet hat, wie der Autor mir erzählen will, auch wenn ich ganz genau weiß, es ist ein Roman und eine erfundene Geschichte. Und Sibyllas Geschichte finde ich leider total unglaubwürdig. Hinzu kommt, dass ich mitunter das Gefühl hatte, als ob das Buch gekürzt worden wäre. Manche Episoden wurden nur angerissen, Andeutungen gemacht, aber irgendwie nicht fertig erzählt, so dass man sich teilweise fragen musste, warum dies überhaupt erwähnt wurde. Ich weiß nicht, vielleicht bin ich etwas verwöhnt und sicherlich kann nicht jedes Buch 1000 Seiten dick sein, aber mir fehlen an vielen Stellen einfach die Feinheiten, die Einzelheiten.

Tja und damit wären wir auch schon bei meinem Hauptkritikpunkt: Luisa bzw. Sibylla, die Hauptfigur und Pelzhändlerin! Mein Gott, was ist das ein blödes Weib!!! Wenn sie jetzt einfach nur das Glück gehabt hätte, dass ihr alles so spielerisch und unproblematisch zufällt, wie es Ines Thorn erzählt, dann wäre es ja okay gewesen, aber Sibylla ist mir einfach nur tierisch unsympathisch und geht einfach überhaupt nicht. Sibylla-Luisa schlägt sich als einfache Wäscherin viel zu gut in ihrer neuen Rolle, auf richtige Schwierigkeiten trifft sie nie. Und dann ihr unerschöpflicher Schöpfer und Erfindergeist: Stofftiere, Taschentücher, Muffs...und wen sie alles kennt...zum Davonlaufen, unsere SUPR-SIBYLLA!!! Ich mag kämpferische Frauen an und für sich ja ganz gerne, aber so kaltherzig, manipulativ, durchtrieben und unsympathisch wie Sibylla ist, das geht überhaupt nicht. Ich bin die ganzen 500 Seiten über so gar nicht mit ihr warm geworden und war über ihren verachtenden Ton ihrer Mutter oder den Angestellten gegenüber total geschockt. Ich verstehe nicht, wie sie als arme Wäscherin, unehelicher Bastard, so großkotzig sein kann! Grundsätzlich finde ich es gut, wenn die Hauptfigur Ecken und Kanten haben darf, aber dann sollte sie trotzdem das gewisse Etwas haben und Sibylla fehlt einfach alles, damit sie mir wenigstens ein bissl sympathisch wird. Neben der für mich unglaubwürdigen Karriere, die Sibylla hinlegt kommt für mich noch erschwerend hinzu, dass ich ihre Gefühlswelt leider überhaupt nicht nachempfinden kann. Ihre Liebesgeschichte zu Isaak gefällt mir gar nicht. Aber das hätte ich verschmerzen können, wenn ich wenigstens ein Kribbeln im Bauch beim Lesen empfunden hätte. Aber die ganze Sache zwischen den Beiden hat mich einfach völlig kalt gelassen und überhaupt nicht berührt.

Leider gefallen mir auch die Nebenfiguren nicht besser als die Hauptfigur Sibylla. Sie sind alle ziemlich klischeehaft, unsympathisch, alte geile Böcke (sorry, aber is doch so!!!) und Isaak wird zum strahlenden Ritter auf dem weißen Pferd (okay nicht ganz) und ist immer zur Stelle, wenn es bei Sibylla mal brenzlig werden könnte. Leider kamen mir in diesem Buch meine Lieblingsfiguren viel zu kurz. Es ist eigentlich ein Wunder, dass ich überhaupt Lieblingsfiguren habe finden können, aber Ida und Martha waren für mich einfach am realistischten dargestellt und wurden nicht ganz so idealisiert.

Cover- bzw. Layouttechnisch ist mir aufgefallen, dass die Seiten des Buches ziemlich dick sind und das Buch mit 500 Seiten so dick ist wie ein dünnseitiges Buch mit 800 Seiten. Das grenzt schon fast an Mogelpackung, aber das ist mir letztlich egal, wenn das Buch denn gut ist.

Is schon manchmal komisch mit mir, da motz ich rum und motz immer weiter, aber aufhören zu lesen konnte ich doch nicht. Es viel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen, auch wenn mich die Story und Figuren nicht überzeugt haben. Die Seiten blättern sich fast von alleine um.

Leider ist das Buch für mich max. durchschnittlich. Ich hoffe auf Sibyllas Tochter Eva, vielleicht gefällt mir "Die Silberschmiedin" ja besser.

Bewertung
, aber mit sehr viel gutem Willen

lg
kathrin

ps. die LR hat mir wie immer Spaß gemacht mit Euch, aber ich wünschte ich hätte mit Wiebke mal wieder eine LR, wo wir richtig von begeistert sind und wo wir es auch nicht erwarten würden von...Bei RG wissen wir ja schließlich was wir haben.
Rock the night!!!

Offline Wiebke

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Re: Leserundenfazit, Rezension, etc. - ohne Spoiler
« Antwort #2 am: April 21,April 2007, 14:55:15 »
Hallo Kathrin!

ps. die LR hat mir wie immer Spaß gemacht mit Euch, aber ich wünschte ich hätte mit Wiebke mal wieder eine LR, wo wir richtig von begeistert sind und wo wir es auch nicht erwarten würden von...Bei RG wissen wir ja schließlich was wir haben.

*lach*!!
Ach Kathrin, ich mecker doch so gerne mit dir!!
Und zumidest haben wir mit RG dann ja ein paar garantiert exzellente Bücher, die wir dieses Jahr zusammen lesen. Vielleicht ist ja auch noch mal das ein oder andere überraschend gute Buch dabei. "Das kupferne Zeichen" war doch auch nicht so schlecht, oder? Es steht also zwei zu eins, negativ zu positiv...

Liebe Grüße
Wiebke

Offline Wiebke

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Re: Leserundenfazit, Rezension, etc. - ohne Spoiler
« Antwort #3 am: April 22,April 2007, 18:40:17 »
So, hier meine

Rezi:

Der Anfang der Geschichte gefiel mir gut, da man gleich in die Story einstieg und ich mit Martha einen Sympathischen Charakter kennen lernte. Die Mühen ihrer Arbeit und die Härte ihres Lebens wurden mir sehr bildhaft erzählt.

Schnell lernen wir auch Luisa-Sybilla kennen, die also den Platz der Kürschner-Tochter einnehmen soll.
Mir gefallen so direkte Einstiege sehr gut.

Ab dem Zeitpunkt, wo Luisa-Sybilla in das Kürscher-Haus einzieht, verliert die Geschichte leider schon an Qualität, also sehr schnell.
Sybilla findet sich zu schnell und mühelos in ihren neuen Alltag ein, als dass es realistisch anmuten würde. Eine von der Gesellschaft ausgestoßene Wäscherin müsste doch wenigstens im Ansatz Schwierigkeiten damit haben, Befehle zu erteilen und plötzlich über dem Gesinde zu stehen.
Auch das weitere Leben von Sybilla ist phantastisch, sie steigt im Laufe des Buches nicht nur zur besten Kürschnerin der Stadt auf, sondern ist auch Inneneinrichterin und Modedesignerin.
Selbst einen „bösen“ Ehemann hat sie mühelos im Griff.
Das scheint alles einfach zu überladen, zu positiv, zumal die Gründe für jeden weiteren Aufstieg oft an den Haaren herbeigezogen wirken.

Das schlimmste ist allerdings der Charakter Sybillas. Ständig badet sie im Selbstmitleid und trauert wegen Umständen, für die sie sich selbst so entschieden hat und scheint aber auch ihr ganzes Leben  nicht daraus zu lernen.
Von ihrem Schwur, mit ihrem Reichtum Gutes tun zu wollen, merkt man nicht viel. Selbst Freunden verweigert sie Hilfe und auch aus den guten Taten, sie sie aufgrund ihres Schwures macht, schlägt sie grundsätzlich Profit. Ob dann eine weitere Werkstatt dabei herausspringt oder ein Kind als Erbe ihres Imperiums, scheint dabei keinen großen Unterschied zu machen.

Sybilla wirkt in erster Linie einfach nur durchtrieben, kaltherzig und selbstsüchtig, viele ihrer Motive sind nicht mal im Ansatz nachvollziehbar. Wenn sie dann als „gutherzige, tüchtige Geschäftsfrau“ beweihräuchert wird, wirkt das wie blanker Hohn.

Auch die Liebesgeschichte bleibt hier völlig auf der Strecke, es knistert nicht, die Gefühle bleiben völlig unauthentisch. Wir haben von Kopper noch kaum ein, zwei Mal gelesen, da entflammen sie schon in großer Liebe und dem Leser erschließt sich nicht so ganz, warum eigentlich.
Das können auch die schwülstigen Sexszenen nicht retten.

Dazu kommen noch diverse  Ungereimtheiten, es ist unlogisch, dass ein hoch gelobter Arzt nicht auf eine mögliche Schwangerschaft kommt, wenn eine Frau sich ständig erbricht, es ist unlogisch, dass während einer Pestwelle, wo alle Menschen aus der Stadt fliehen, die Auftragsbücher einer Kürschnerei voller als je zuvor sind.

Dass Ines Thorn trotzdem einen flüssigen Schreibstil hat und offensichtlich gut recherchiert hat macht die schlecht konstruierte Geschichte und die schlecht gezeichneten Charaktere und Beziehungen leider nicht wett, für ein gutes Buch reicht das eben nicht.
Schade, zumal die Basisidee dieses Romans durchaus den Boden für eine gute Geschichte hätte geben können.

Einen Punkt gibt es zumindest für Recherche und Schreibstil, daher:

Note 5




Trotzdem hat auch mir die Runde mit euch wieder Spaß gemacht - aber ich würd schon auch gern mal wieder was richtig Gutes mit euch lesen...Naja, wird ja bald!

Offline Annette B.

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Re: Leserundenfazit, Rezension, etc. - ohne Spoiler
« Antwort #4 am: April 22,April 2007, 21:12:21 »
Nun auch noch meine abschließende Meinung zu diesem Buch:

Die Pelzhändlerin von Ines Thorn

Dieses Buch hat mich mit seinem Klappentext neugierig gemacht und daher wollte ich es unbedingt lesen.
Der Anfang war auch gut gelungen und hat mich direkt fasziniert. Die rasche und klare Abfolge der Ereignisse hat mir gefallen.

Leider hat die Hauptdarstellerin Sibylla /Luisa im Verlauf der Handlung mich wirklich nicht  überzeugen können. Sie legte ein abstoßendes, egoistisches Verhalten an den Tag und selbst ihrer Mutter gegenüber entwickelte sie keinerlei ehrliche Gefühle.
Auch diese große Liebesgeschichte, die in diesem Buch erzählt wurde, war für mich nicht glaubwürdig. Welcher Mann lässt sich schon 13 mal bei einer Verabredung versetzen und bettelt dann immer noch um ein Date ? Jeder andere Mann hätte beim dritten geplatzten Date gewusst, was er von dieser Frau halten muss! 
Von all` den tollen Ideen, die Sibylla/Luisa zur reichsten Kauffrau von Frankfurt aufsteigen  lassen, mal ganz zu schweigen.
Die Handlung wurde viel zu sehr übertrieben und mit vielen überflüssigen Klischees vollgepackt.
Viele Personen wurden eingefügt und durften eine kleine Nebenrolle spielen, um anschließend nie wieder erwähnt zu werden!
Ein wirklich erkennbares Profil, oder Charakterzüge hatte für meinen Geschmack keine Person. Nur bei Sibylla/Luisa konnte man Egoismus und Dummheit erkennen.
Die großen Zeitsprünge in dem Buch machen die ganze Geschichte noch verwirrender und unglaubwürdiger!

Andersherum muss man es der Autorin wirklich zu Gute halten, dass sie sorgfältig recherchiert hat, was ihre Beschreibungen zu den Zunftregeln oder auch zu Orten zeigen .

Wären die Personen mit mehr sensiblen und tiefen Gefühlen ausgestattet gewesen und die Handlung an vielen Stellen nicht einfach nur Abgehackt und Unvollständig gewesen, dann hätte ich mich mit diesem Buch noch arrangieren können!
Ich glaube auch das Geschmäcker in Sachen Bücher sehr verschieden sind und jeder einen anderen Anspruch an ein Buch stellt! Ich denke aber einen Anspruch stellt wohl jeder Leser an ein Buch: Man will sich ablenken und gut in eine Geschichte eintauchen können. Tja und diesen Anspruch hat das Buch bei mir wirklich  nicht erfüllt!
Dieses ganze Buch wirkte auf mich depressiv und humorlos!
Schade, denn die Grund-Idee  zu dieser Geschichte ist nicht schlecht ! Ines Thorn hätte mehr daraus machen können.


Meine Bewertung: Note 4, da sich das Buch doch schnell und flüssig lesen lies.


Die LR mit Euch sind immer wieder spannend und unterhaltsam. Ich freue mich auch schon auf die nächste LR und hoffe, dass wir dann wieder ein Buch mit einer tollen Handlung und Liebesgeschichte erwischen. :-))
Liebe Grüße  Annette   winken:

Offline sabrina

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Re: Leserundenfazit, Rezension, etc. - ohne Spoiler
« Antwort #5 am: April 27,April 2007, 01:14:35 »
Hallo,
hier kommt auch noch meine Meinung:

Mir hat das Buch nicht besonders gefallen, leider. Ich hatte höhere Erwartungen an das Buch und auch an die Autorin. Es war mein erstes Buch von Ines Thorn und es hat mir nicht gerade Lust auf mehr gemacht.
Der Schreibstil war flüssig schön zu lesen, die Grundidee war auch interessant und der Anfang doch noch recht vielversprechend, aber das war es auch dann schon.
Luisa/Sibylla war einfach eine schreckliche Hauptfigur. I. Thorn hat wohl versuchen wollen mal eine etwas andere Hauptfigur mit Ecken und Kanten zu schaffen, leider ist dies nicht gelungen und herausgekommen ist ganz einfach eine "blöde Kuh"(Wiebke, ich habe mal von dir geklaut ;-)).
Die ganze Geschichte ist unglaubwürdig und unlogisch. Vieles wird angerissen aber nicht zu Ende erzählt. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass die Rohfassung des Buches wohl stark gekürzt wurde.

Wenn z.B. ein Kapitel so anfängt "Die Schwangerschaft machte Sibylla trotz allem noch schöner", dann frage ich mich: "Welche Schwangerschaft, trotz was (ist das jetzt richtiges deutsch, wohl eher nicht, na egal) macht es Sibylla schöner"?
Bisher wurde doch noch gar nichts von einer Schwangerschaft erwähnt. Dies ist nur ein Beispiel, davon gibt es aber noch viele andere. Die Geschichte ist nicht stimmig und es gab auch direkte Fehler. Jemanden von der Wärme auf der Straße in die Kälte des Hauses zu ziehen  :kopfkratz:, und, und, und......

Die Geschichte hat streckenweise nur genervt. Die Sexszenen fand ich schon eher peinlich. Nichts von zarten Gefühlen oder etwas kribbeln im Bauch.
Ständig schwelgt Sibylla in Selbsmitleid quasselt davon Gutes zu tun -das hat mich extrem genervt- aber davon merkt man nichts. Im Gegenteil sie denkt eigentlich immer nur an sich und ihre Vorteile.
Und was sie alles erfindet.......Muff, Pelztierchen (sollen wohl die Vorreiter unsere Stofftiere sein), Markenlogo, führt die Taschentücher in Frankfurt ein und die gefärbten Pelze, einfach unglaublich. *kopfschüttel*

Noch mal einige Worte zum Nachwort der Autorin. "Sibylla gab es tatsächlich"........Da dachte ich mir, hoppla tun wir der Autorin hier mit unserer Meinung etwa unrecht, kann ein Mensch so "toll" sein? Aber nein, der Wahheitsgehalt der Geschichte beschränkt sich einzig und allein auf die Tatsache das es wohl in Frankfurt vor 500 jahren eine starke Frau gegeben hat die eine Kaufhausgesellschaft besessen hat  :roll:.

Das Buch ist schon leider sehr mangelhaft und bekommt daher eine 4-5, Bonuspunkte gibt es hier für den flüssigen Schreibstil, dass Buch lies sich wirklich gut und schnell lesen.
 
 :vollkiste: :halbkiste: :graukiste: :graukiste: :graukiste: :graukiste:

Liebe Grüße
sabrina

Mir hat die Leserunde auch viel Spaß gemacht, bis zum nächsten mal.

« Letzte Änderung: April 27,April 2007, 01:31:04 von sabrina »

Offline Annette B.

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Re: Leserundenfazit, Rezension, etc. - ohne Spoiler
« Antwort #6 am: April 27,April 2007, 08:43:45 »
Hallo Ihr Lieben,
ich habe gerade mal alle Rezi`s hintereinander gelesen und unsere allgemeine Benotung ausgewertet!
In der Schule würde der Lehrer den Eltern von Ines Thorn sagen: "Die Versetung ist stark gefährdet!"  :klugscheiss:
Ich schätze für weitere Leserunden werden sich wohl kaum noch Leser finden in unserer Gemeinschaft hier.
Also dann, bis zur nächsten Leserunde.
Liebe Grüße
Annette.
Liebe Grüße  Annette   winken:

Offline Meike

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Re: Leserundenfazit, Rezension, etc. - ohne Spoiler
« Antwort #7 am: Mai 02,Mai 2007, 14:07:49 »
Hall ihr Lieben,
nun kommt doch endlich meine Rezi und ich schäm mich, dass ich so lange gebraucht hab  :schaem:!

Hier meine Meinung zu "Die Pelzhändlerin":

Die Geschichte um das Mädchen Luisa, die dann  zu Sibylla wird, fängt schnell und flüssig an. Man ist sofort in dem Geschehen, obwohl dieser Betrug natürlich ziemlich unglaubwürdig ist, besonders da die Autorin die Hauptperson von Anfang an so darstellt, als hätte diese immer auf  jene Gelegenheit gewartet und mit dem Sprung einer armen Wäschemagd zur Kürschnerin sofort sehr gut zurecht kommt. Das macht Sibylla schon etwas unglaubwürdig und zu selbstsicher.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, was ein großes Plus des Buches ist. Wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte ich es vielleicht nicht zu Ende gelesen. Aber so entwickelt es sich doch zu einer Art Pageturner, auch wenn man von der Geschichte nicht wirklich überzeugt ist. Diese ist mir nämlich viel zu glatt und vieles fällt der Hauptakteurin einfach zu leicht, wo ich mir ein bisschen mehr Spannung erhofft hätte! Es gibt viele Jahressprünge innerhalb der erzählten Story und es bleibt ein Gefühl, als ob man wichtige Dinge, Ereignisse und Jahre vorenthalten bekommen hat. Es bleibt das ganze Buch über ein Gefühl der Distanz, was aber für mich auch viel mit den Personen und besonders mit Sibylla zu tun hat.

Ich habe überhaupt keinen Draht zu dieser Figur gefunden, ich fand sie einfach von Anfang an sehr arrogant, egoistisch und materialistisch. Sie steht über allen Dingen, es scheint sie kaum etwas zu berühren und vor allem scheint sie zu vergessen wer sie wirklich ist. Auch als sie sich verliebt, scheint sie nur an ihr materialistisches Leben zu denken und lässt den Mann ihres Herzens außen vor. Dieser wirkt den ganzen Roman über wie ein liebeskranker Hund, der nur hinter dieser Frau herläuft, obwohl sie ihn teilweise mit Füßen tritt. Man kann sagen, dass fast alle mitwirkenden Personen in diesem Roman keine Charakterstärken haben und nur ziemlich oberflächlich sind! Da so überhaupt  kein (Mit-)Gefühl für die Personen auftritt, sind auch von meiner Seite wenige Emotionen in der Geschichte zu spüren. Ich konnte weder mit oder um jemanden weinen, noch mal richtig lachen und das habe ich schmerzlich vermisst. Im Endeffekt war es mir nachher ziemlich egal, wie die Liebesgeschichte weiter verläuft und ob alles gut für die Hauptakteure ausgeht!
Deswegen nur eine

Es war mit euch aber eine seeeeehr schöne LR! Ihr seid die Besten!
LG, Meike
"Du öffnest die Bücher und sie öffnen dich"
Tschingis Aitmatov

Ich lese gerade:
"Saphierblau" von Kerstin Gier