So, zunächst einmal habe natürlich vor allem ich zu danken für diese Leserunde. Es war wirklich spannend, Ravinia nochmal mit einigen Leuten zusammen durchzukauen. Ich hab eine Menge darüber gelernt, wo Leser ihren Fokus haben und wo nicht. Also: Danke!
- Die Idee zu dem Tagebuch kam, als ich über die Vergangenheit von Ravinia nachgedacht habe und überlegt habe, wie 15-20 Jahre zuvor wohl alles ausgesehen hat. Dann fiel mir ein sog. Schwangerschaftstagebuch in die Hände (etwas, wo Mütter reinschreiben, wie es ihnen so geht in der Zeit) und da habe ich dieses Konzept etwas modifiziert. So schreibt Layla McLane ja z.B. relativ selten hinein. Das liegt aber daran, dass sie so eine Art Workoholic ist, wozu Lara sicher einen starken Hang hat.
- Dass ich als Mann diese "Schwangerschaft" scheinbar ganz gut hinter mich gebracht habe, hat mich selbst überrascht als ich das Tagebuch geschrieben hatte und keine TestleserIN(!) sich darüber beschwert hat. Ich muss allerdings auch sagen, dass es zu der Zeit gerade in der Familie und im Freudneskreis einige Schwangerschaften gab, sodass ich beobachten konnte, wie Frauen da so sind. Eine witzige Anekdote gibt es im übrigen zur Geburt von Lara: Mangels Erfahrung in solchen Dingen hab ich einfach die Geschichten, die ich über meine eigene Geburt kenne mehr oder weniger übernommen. Doch war der kleine Thilo wohl sehr sehr schnell, sehr sehr Stressfrei und meine Eltern waren sehr sehr schnell wieder zuhause - das Ganze brachte mir von Seiten meiner Lektorin dann einenentsetzten Aufschrei ein. Ich hab es dann mehr den Gegebenheiten angepasst, die wohl im Durchschnitt bei Geburten herrschen....

- Dass es in Ravinia keine Liebesgeschichte gibt, ist natürlich sehr bewusst so. Lara -in der Verfassung wie sie in "Ravinia" ist- ist niemand, der sich hals über Kopf in irgendjemanden verknallt. Dazu ist sie nicht locker genug und hat den Kopf darüber hinaus auch mit anderen dingen voll. Dass die Geschichte ohne typischen Lovestory-Nebenplot trotzdem ganz gut funktioniert, freut mich natürlich.
- Ja, Roland Winter ist etwas kurz gekommen, obwohl ich finde, er hat einen äußerst gelungenen und vielschichtigen Hintergrund. Genau wie Tom, Ma'Haraz, Geneva und viele andere Figuren aus der düstergoldenen Stadt. Doch haben die Erklärungen dafür in Ravinia keinen Platz gefunden, weil jede Erklärung auch erstmal der Umstände bedarf, um sie.... naja, zu erklären halt. Ob und in welcher Form das irgendwann nachgeholt wird, kann ich aktuell noch nicht sagen.
ZWISCHENBEMERKUNG: An dieser Stelle ist gerade der Strom ausgefallen... für den kompletten Block. Also auch für Ampeln, Bahnübergänge etc. Die Leute vom Edelrestaurant nebenan standen im Garten und haben am Rad gedreht, weil bei den Stadtwerken natürlich nur der AB an war. Spannend....
...jetzt also weiter im Text.
- Alle restlos zu erklären war für das Buch auch ehrlich gesagt nie geplant. Man ist halt doch Geschichtenerzähler. Alles zu Ravinia in ein Buch zu schreiben hätte das Manuskript sicherlich so ungefähr anderthalb tausend Seiten dick gemacht, mit mehreren Zeitsprüngen drin. Das war aus meinem ästhetischen Empfinden in puncto Geschichtenerzählen also nicht möglich.
- Ebenfalls meinem eigenen Empfinden geschuldet ist auch das Ende. Es hat mMn alles, was es braucht und klärt alle Umstände, die es klären soll. Nicht mehr und nicht weniger. Wie schon gesagt: Ich mag übertriebene Enden nicht (außer evtl. zum Abschluss einer monströsen 7-bändigen nach 5000 Seiten. Da darf's dan auch mal etwas ausführlicher sein). Sorry also, wenn ich da keine Befriedigung geschaffen habe. Ich kann ja daraus lernen und dem Ende des nächsten Buches 5-10 Seiten mehr einräumen, die bringen mich schon nicht um

- Zu Elisabeth Joel: Wie im wirklichen Leben auch, kommen manche Menschen mit Schicksalsschlägen sehr viel besser zurecht als andere. Die einen, schaffen es irgendwie ihr normales Leben aufrecht zu erhalten, die anderen landen in der Psychiatrie (um es mal salopp und stark überzeichnet uaf den Punkt zu bringen). An diesen beiden Enden der Fahnenstange stehen Henry McLane und Elisabeth Joel.
- Und "Epicordia" ist der Name des Katakomben- und Höhlensystems unter Ravinia.
Soweit, hoffe ich dann einfach mal, keine Fragen übersehen zu haben. Ich schau dann die Tage nochmal rein. So feel free to ask anything further!