Hallo Katrin,
Ich denke, Trilogien schreiben sich etwas anders als Einzelbände, weil man hier sowohl Highlights für jeden Band reservieren muss (statt alles auf einmal rauszubuttern), als auch die Story als großes Ganzes nicht aus den Augen verlieren darf. "Magierdämmerung" ist - im Gegensatz zum eher episodischen "Tarean" - ja sehr eng verknüpft, beinahe eine durchlaufende Geschichte, die an zwei Stellen geteilt wurde. Insofern war sie schon zu Beginn sehr genau durchgeplant, damit ich am Ende auch dort bin, wo ich sein möchte. Im Detail ergeben sich natürlich immer neue, aufregende Seitenlinien. So war die Figur des Magispectors Sedgewick zu Beginn viel kleiner geplant. In Band 2 hat er zu Beginn ja fast eine kleine Hauptrolle.
Die Perspektive der Vatikan-Agenten war von Beginn an geplant. Aber weil ich die Leser nicht zu viele Figuren auf einmal zumuten (und auch nicht zu viele Handlungsstränge eröffnen) wollte, habe ich die Einführung von Lionida und Co auf Band 2 geschoben, in dem man als Leser mit den britischen Magiern bereits vertraut ist. D.h. man wird nicht mit zu viel Neuem konfrontiert. Sobald die Vatikanfraktion mit dem existierenden Ensemble verwachsen ist, lege ich dann in Band 3 noch eine Schippe drauf (einfach, weil ich das Problem der Magiequelle als zunehmend globale Bedrohung beschrieben sehen will). Aber keine Angst! Am Ende wird alles gut zusammengeführt. Und weil es auch immer wieder zu Toten kommt - oder Figuren an Wichtigkeit verlieren und aus der Handlung verschwinden (wie etwa Jonathans Bürokollegen) -, denke ich, nimmt die Riege nicht völlig überhand.

Beste Grüße
Bernd