Autor Thema: Ally Condie: Die Auswahl - Kapitel 21 bis 26  (Gelesen 819 mal)

Offline Steffi

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Ally Condie: Die Auswahl - Kapitel 21 bis 26
« am: Februar 06,Februar 2011, 16:08:32 »
Hier findet die Diskussion von Kapitel 21 bis 26 statt. Spoilermarkierungen sind nicht nötig!
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Offline Steffi

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Re:Ally Condie: Die Auswahl - Kapitel 21 bis 26
« Antwort #1 am: Februar 18,Februar 2011, 16:04:34 »
Hallo!

Erstmal ist mir was komisches aufgefallen und zwar als ich vorgestern bei uns im Laden stand und eine Kundin mit ihrer EC-Karte bezahlen wollte. Ich hab richtig inne gehalten, weil mir auf einmal auffiel, dass es in "Die Auswahl" anscheinend keine Geld bzw. überhaupt Zahlungsmittel gibt. Essen wird ja genau zugeteilt und ansonsten scheinen die Menschen eigentlich keine Habseligkeiten zu haben. Eben das Nötigste... Bett, Schrank, Tisch, Stühle, Terminal. So wie ich das sehe, haben sie keinerlei private Gegenstände, bis auf diese silbernen Etuis und die Stoffproben von ihrem Paarungsabend.

Irgendwie finde ich das Schlimmer als alles andere. Weil sind es nicht die kleinen persönlichen Dinge, die uns ausmachen und die unser Wesen widerspiegeln. Sind es nicht Fotos, Bücher, Nippes die uns die Wärme eines Zuhauses zeigen?

Ich bin überrascht, dass Cassias Mutter ihr so ausführlich von ihren Reisen erzählt. Auch sie spürt anscheinend, dass etwas in Gang ist, wieso verheimlicht sie diese Sache nicht wie sonst üblich vor ihr. Ich habe das Gefühl, dass diese ganze Fassade langsam aber sicher auseinanderbricht.

Tja und dann passiert das, was glaube ich alles verändert. Cassia muss ihr Praxisbeispiel durchführen und sie sieht nicht nur hautnah, was es bedeutet in der "Küche der Gesellschaft" zu arbeiten, sondern auch, was es bedeutet Menschen wie Zahlen hin und her zu schieben. Und genau das muss sie tun. Ich kann es gut verstehen, dass sie Ky in die bessere Gruppe einsortiert. Erstmal ist es ja auch richtig, weil Ky sich dümmer erscheinen lässt, als er ist und zweitens hat sie einfach Angst um ihn und um sein Leben.

Etwas überrascht war, dass Cassia nicht schon längst klar war, WIE z.B. ihr Großvater stirbt. Für mich was das klar wie Kloßbrühe, ohne dass die Autorin dies erklärt.

Liebe Grüße,
Steffi
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Offline Susanne

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Re:Ally Condie: Die Auswahl - Kapitel 21 bis 26
« Antwort #2 am: Februar 18,Februar 2011, 21:26:13 »
Hallo Steffi,

Erstmal ist mir was komisches aufgefallen und zwar als ich vorgestern bei uns im Laden stand und eine Kundin mit ihrer EC-Karte bezahlen wollte. Ich hab richtig inne gehalten, weil mir auf einmal auffiel, dass es in "Die Auswahl" anscheinend keine Geld bzw. überhaupt Zahlungsmittel gibt. Essen wird ja genau zugeteilt und ansonsten scheinen die Menschen eigentlich keine Habseligkeiten zu haben. Eben das Nötigste... Bett, Schrank, Tisch, Stühle, Terminal. So wie ich das sehe, haben sie keinerlei private Gegenstände, bis auf diese silbernen Etuis und die Stoffproben von ihrem Paarungsabend.
Stimmt, darüber habe ich auch nicht nachgedacht. Wobei das in ihr System passt, daß eigentlich doch alle gleich sein sollen und niemand sich großartig vom anderen unterscheiden soll. So ähnlich war doch glaube ich die Begründung, warum sie ihre Artefakte abgeben mußten, oder?

Irgendwie finde ich das Schlimmer als alles andere. Weil sind es nicht die kleinen persönlichen Dinge, die uns ausmachen und die unser Wesen widerspiegeln. Sind es nicht Fotos, Bücher, Nippes die uns die Wärme eines Zuhauses zeigen?
Natürlich sind persönliche Dinge auch in meinen Augen sehr wichtig und bedeuten mir  sehr viel. Aber ich glaube auch ohne diese Dinge kann man Wärme usw. erzeugen. Für mich ist es eher schlimm, daß hier in dem Buch alle Menschen scheinbar in ein Raster gequetscht werden sollen und man fast den Eindruck bekommen könnte nur die die es in den Augen des Systems wert sind zu überleben dürfen das auch.

Ich bin überrascht, dass Cassias Mutter ihr so ausführlich von ihren Reisen erzählt. Auch sie spürt anscheinend, dass etwas in Gang ist, wieso verheimlicht sie diese Sache nicht wie sonst üblich vor ihr. Ich habe das Gefühl, dass diese ganze Fassade langsam aber sicher auseinanderbricht.
Mich wundert es auch, vor allem weil ich geglaubt habe sie würden überwacht, so daß sie sich damit jetzt auch noch einmal zusätzlich in Gefahr gebracht hat.

Tja und dann passiert das, was glaube ich alles verändert. Cassia muss ihr Praxisbeispiel durchführen und sie sieht nicht nur hautnah, was es bedeutet in der "Küche der Gesellschaft" zu arbeiten, sondern auch, was es bedeutet Menschen wie Zahlen hin und her zu schieben. Und genau das muss sie tun. Ich kann es gut verstehen, dass sie Ky in die bessere Gruppe einsortiert. Erstmal ist es ja auch richtig, weil Ky sich dümmer erscheinen lässt, als er ist und zweitens hat sie einfach Angst um ihn und um sein Leben.
Diesen Test hatten sie doch vorher mit einem Computer durchlaufen, oder habe ich das jetzt falsch verstanden? Das bedeutet doch, das Cassia quasi nur noch einmal das bestätigen sollte, was vorher schon klar war, oder?
Auf mich erscheint diese Prüfung die sie dort durchführen mußte, zusätzlich noch eine Prüfung zu sein wie weit sie im Sinne des Systems handeln würde, bevor sie sich irgendwie auflehnt.

Etwas überrascht war, dass Cassia nicht schon längst klar war, WIE z.B. ihr Großvater stirbt. Für mich was das klar wie Kloßbrühe, ohne dass die Autorin dies erklärt.
Darüber hat sie sich wahrscheinlich vorher nie Gedanken gemacht. Das ist genau das was ich meinte. Das System hat seine Leute so unter Kontrolle oder soweit beschäftigt, daß sie sich keine Zeit nehmen irgendetwas in Frage zu stellen oder sich zu dem Warum Gedanken zu machen.
Auch sorgt das System dafür, daß sie sich um nichts Gedanken machen müssen und sie in dem Glauben aufwachsen, daß Alles was sie bekommen oder das System für sie tut, zu ihrem Nutzen passiert.

Liebe Grüße
Susanne

Offline Minimami

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Re:Ally Condie: Die Auswahl - Kapitel 21 bis 26
« Antwort #3 am: Februar 18,Februar 2011, 23:40:11 »
Ich wieder!

Endlich konnte ich weiterlesen und habe den vorletzten Abschnitt beendet!

Steffis Eindruck aus dem vorherigen Abschnitt bestätigt sich direkt zu Beginn, sogar Cassia findet, dass alles in der letzten Zeit überstürzt geschieht. Da ist was im Busch.

Und scheinbar gibt es eine Gegengruppe, diese "Archivisten". Mit illegalen Terminals! Sind sicherlich auch einige Hacker dabei und ich glaube, die spielen noch eine Rolle.

So wie ich das sehe, haben sie keinerlei private Gegenstände, bis auf diese silbernen Etuis und die Stoffproben von ihrem Paarungsabend.
Als sie ihre Stoffprobe bekommt, tat mir Bram wieder so Leid, weil er auf die Uhr gehofft hatte. Diese Artefakte sind nicht nur Erinnerungen, sondern, wie Du sagst, die einzigen privaten Gegenstände. Och härm.

Irgendwie finde ich das Schlimmer als alles andere. Weil sind es nicht die kleinen persönlichen Dinge, die uns ausmachen und die unser Wesen widerspiegeln. Sind es nicht Fotos, Bücher, Nippes die uns die Wärme eines Zuhauses zeigen?
Ich finde, dass Cassias Zuhause auch ohne fehlende persönliche Dinge und trotz Überwachungsterminals viel Wärme ausstrahlt, durch die Bewohner.

Cassia muss ihr Praxisbeispiel durchführen und sie sieht nicht nur hautnah, was es bedeutet in der "Küche der Gesellschaft" zu arbeiten, sondern auch, was es bedeutet Menschen wie Zahlen hin und her zu schieben. Und genau das muss sie tun. Ich kann es gut verstehen, dass sie Ky in die bessere Gruppe einsortiert. Erstmal ist es ja auch richtig, weil Ky sich dümmer erscheinen lässt, als er ist und zweitens hat sie einfach Angst um ihn und um sein Leben.
Ich dachte die ganze Zeit, dass Ky genau dazwischen steht, also man jede Entscheidung begründen könnte. Bin gespannt, was sie für eine "bessere" Arbeitsstelle bekommen sollen.

Etwas überrascht war, dass Cassia nicht schon längst klar war, WIE z.B. ihr Großvater stirbt. Für mich was das klar wie Kloßbrühe, ohne dass die Autorin dies erklärt.
Das zeigt diese systemgewollte Naivität.

Für mich ist es schlimm, daß hier in dem Buch alle Menschen scheinbar in ein Raster gequetscht werden sollen und man fast den Eindruck bekommen könnte nur die die es in den Augen des Systems wert sind zu überleben dürfen das auch.
Der Vergleich mit dem Dritten Reich drängt sich in Bezug auf diese "Auslese" quasi auf. Sehr deutlich in der Fabrik, wo die Arbeitszeiten NOCH mehr erhöht werden sollen. Diese Menschen sind denen vollkommen egal.

Ich bin überrascht, dass Cassias Mutter ihr so ausführlich von ihren Reisen erzählt. Auch sie spürt anscheinend, dass etwas in Gang ist, wieso verheimlicht sie diese Sache nicht wie sonst üblich vor ihr. Ich habe das Gefühl, dass diese ganze Fassade langsam aber sicher auseinanderbricht.
Mich wundert es auch, vor allem weil ich geglaubt habe sie würden überwacht, so daß sie sich damit jetzt auch noch einmal zusätzlich in Gefahr gebracht hat.
:kopfkratz: Habe ich das überlesen? Nach der Sache mit den Ahornbäumen (fand ich übrigens schrecklich! Und der wahre Grund interessiert mich brennend) wird sie doch direkt auf die nächste Dienstreise geschickt? Muss ich nochmal nachgucken, aber ich kann mich spontan nicht erinnern.

Tja und dann passiert das, was glaube ich alles verändert. Cassia muss ihr Praxisbeispiel durchführen ...
Diesen Test hatten sie doch vorher mit einem Computer durchlaufen, oder habe ich das jetzt falsch verstanden? Das bedeutet doch, das Cassia quasi nur noch einmal das bestätigen sollte, was vorher schon klar war, oder?
Auf mich erscheint diese Prüfung die sie dort durchführen mußte, zusätzlich noch eine Prüfung zu sein wie weit sie im Sinne des Systems handeln würde, bevor sie sich irgendwie auflehnt.
Ging Cassia nicht nur davon aus, dass ein Computer es schon berechnet hat?
Bei dieser Prüfung scheinen zwei Dinge abzulaufen, erst einmal Sortieren für dieses ominöse "Alternativprojekt", und dann nochmal die Sache Cassia- Ky. Wenn ich so an diese eine Funktionärin denke, die regelrecht auf Cassia angesetzt ist und auch von Ky gezeichnet wurde...suspekt! Anfangs wirkte sie recht unscheinbar, aber mit jedem Auftauchen wird diese Frau immer mehr zur Bedrohung.

Gut, morgen gönne ich mir dann den letzten Abschnitt mit hoffentlich einigen Antworten.

LG, Nane
« Letzte Änderung: Februar 18,Februar 2011, 23:42:02 von Minimami »
:lesen:  Ally Condie- Die Flucht

Offline Susanne

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Re:Ally Condie: Die Auswahl - Kapitel 21 bis 26
« Antwort #4 am: Februar 20,Februar 2011, 22:35:01 »
Hallo Nane,


Ich dachte die ganze Zeit, dass Ky genau dazwischen steht, also man jede Entscheidung begründen könnte. Bin gespannt, was sie für eine "bessere" Arbeitsstelle bekommen sollen.
Auf mich wirkte es, als wenn diese Sortiererei nur dazu bestimmt gewesen ist, daß sie Ky sortiert. So als kleines gemeines Spiel. Um zu sehen, wie sie reagieren würde.


Ging Cassia nicht nur davon aus, dass ein Computer es schon berechnet hat?
Ich habe es so in Erinnerung, daß sie es auch zu ihr gesagt haben. Dann werde ich die Stelle glaube ich noch einmal nachlesen.


Bei dieser Prüfung scheinen zwei Dinge abzulaufen, erst einmal Sortieren für dieses ominöse "Alternativprojekt", und dann nochmal die Sache Cassia- Ky. Wenn ich so an diese eine Funktionärin denke, die regelrecht auf Cassia angesetzt ist und auch von Ky gezeichnet wurde...suspekt! Anfangs wirkte sie recht unscheinbar, aber mit jedem Auftauchen wird diese Frau immer mehr zur Bedrohung.
Genau das Empfinden habe ich auch. Zuerst beachtet man diese Frau kaum und sie erscheint fast verlegen, als sie Cassia davon in Kenntnis setzt, daß ein Fehler passiert ist. Am Schluß ist sie aber mehr als selbstsicher und es erscheint, daß sie noch recht wichtig werden könnte.
Erstaunlich finde ich i.ü. auch, daß sie so viel Zeit auf Cassia verwendet. Es macht fast den Eindruck, als wenn sie wirklich etwas Besonderes ist.

Liebe Grüße
Susanne

Offline Marja

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Re:Ally Condie: Die Auswahl - Kapitel 21 bis 26
« Antwort #5 am: Februar 21,Februar 2011, 09:53:18 »
Guten Morgen, ihr Lieben,

Zitat von: Steffi
Tja und dann passiert das, was glaube ich alles verändert. Cassia muss ihr Praxisbeispiel durchführen und sie sieht nicht nur hautnah, was es bedeutet in der "Küche der Gesellschaft" zu arbeiten, sondern auch, was es bedeutet Menschen wie Zahlen hin und her zu schieben. Und genau das muss sie tun. Ich kann es gut verstehen, dass sie Ky in die bessere Gruppe einsortiert. Erstmal ist es ja auch richtig, weil Ky sich dümmer erscheinen lässt, als er ist und zweitens hat sie einfach Angst um ihn und um sein Leben.


Ich befürchte das Schlimmste, seit Cassia Ky ind die bessere Gruppe sortiert hat. Mir kam dieser ganze Test eher wie ein Persönlichkeitstest vor, bei dem geschaut wird, ob Cassia auch wirklich nicht zuviel für Ky empfindet. An eine bessere Arbeitsstelle glaube ich jedenfalls nicht.

Zitat von: Steffi
Etwas überrascht war, dass Cassia nicht schon längst klar war, WIE z.B. ihr Großvater stirbt. Für mich was das klar wie Kloßbrühe, ohne dass die Autorin dies erklärt.


Ich denke, die Menschen ahnen schon, dass diese Tode am 80. Geburtstag nicht völlig natürlich sind. Aber so einen unmittelbaren Mord will sich eben auch niemand vorstellen. Da ist sicher eine Menge Verdrängung im Spiel.

Zitat von: Susanne
Auch sorgt das System dafür, daß sie sich um nichts Gedanken machen müssen und sie in dem Glauben aufwachsen, daß Alles was sie bekommen oder das System für sie tut, zu ihrem Nutzen passiert.


Genau, alle werden die ganze Zeit beschäftigt und jede noch so kleine Entscheidung wird ihnen abgenommen. Eigentlich das reinste Wunder, dass Cassia im Rahmen ihrer Sortierarbeit ständig winzige Entscheidungen treffen darf. Aber irgendwo müssen ja auch die zukünftigen Funktionäre herkommen.

Zitat von: Minimami
Wenn ich so an diese eine Funktionärin denke, die regelrecht auf Cassia angesetzt ist und auch von Ky gezeichnet wurde...suspekt! Anfangs wirkte sie recht unscheinbar, aber mit jedem Auftauchen wird diese Frau immer mehr zur Bedrohung.

Sitmmt, bei jedem Auftauchen wird sie unheimlicher, auf eine hinterhältig-freundliche Art.

Zitat von: Susanne
Auf mich wirkte es, als wenn diese Sortiererei nur dazu bestimmt gewesen ist, daß sie Ky sortiert. So als kleines gemeines Spiel. Um zu sehen, wie sie reagieren würde.

Den Eindruck hatte ich auch.

LG, Eva