Hallo zusammen,
ich hatte mir zu viel vorgenommen - mein Job hat mich so fest im Griff, dass ich abends nach Hause kommend direkt ins Bett falle. Selbst Heinz bekommt kaum mehr was von mir zu sehen ... Aber gut. Jetzt ist mal wieder Wochenende und so will ich wieder versuchen, einige Abschnitte zu "beposten". Und auch, wenn Ihr zu diesem Abschnitt schon einiges geschrieben habt - ich habe immer noch Anmerkungen

Also das muss hier mal gesagt werden!!!! Kleite ist eine unheimlich tolle und starke Frau. Ihr Charakter und auch ihre Art wie sie mit den Schicksalsschlägen umgeht.... (Sie hat immerhin alle ihre Töchter verloren!)
Also ehrlich Birgit, dass hast du wunderbar herausgearbeitet! Respekt! 
Ich kann Dir nur Recht geben. Kleite ist in meinen Augen das, was man weise nennt - oder nennen sollte. Sie hat für mich immer so etwas von meiner Großmutter - wahrscheinlich mag ich sie deshalb so gerne

Kleite bemerkt aber auch, das Selina sehr viel Blut verloren hat und das der Pfeil aus dem Oberschenkel raus muss. Puuuh und das ohne Äther! 
Tja, wenn ich bedenke, dass ich bei 20° Zimmertemperatur schon anfange zu jammern, es wäre zu kalt, dann wäre das wohl nicht meine Zeit(epoche) gewesen - aber Kleite hat ja offensichtlich genug "medizinisches" Verständnis, um zu sehen, dass sie Selina nur helfen kann, wenn der Pfeil gezogen ist. Warum haben wir nur so viel von diesem Wissen verloren?
Es sind nur noch 16 Frauen von 600 !!! übrig geblieben und da sitzt der Schmerz und die Enttäuschung, tief in den Seelen und Herzen, der Frauen.
Ein Teil von mir kann die Frauen verstehen. Aber ich muß ehrlich zugeben, daß ich es schade finde, wenn sie sowieso nur noch so wenige sind, daß sie jetzt auch noch Selina verstoßen. Aber sie ist für sie wahrscheinlich einfach der Schuldige und verdient es nicht mehr in ihrer Mitte zu sein. Ich denke nur aus Ehrerbietung Kleite gegenüber lassen sie sie überhaupt noch am Leben.
Die Frauen haben Selina auch weniger wegen ihrer Schuld am Krieg fortgeschickt - sie sehen sie einfach als Verräterin an ihrem Lebensstil ... sie passt nicht mehr zu ihnen ... sie hat ihnen einen Mann vorgezogen - das ist eigentlich das größte Problem für sie.
Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, was das bedeutet. Und gerade auf diesem Hintergrund müßten die Frauen doch zusammenhalten, oder? Da muss ich Dir Susanne schon Recht geben. Ich hätte mir vorstellen können, dass sie Benti zum Sklaven machen und Selina als "normale" Frau unter Frauen, aber immerhin als Teil ihrer Gemeinschaft behalten wollen, aber Du hast das ja gut beschrieben, Birgit, dass die Frauen Selina als Verräterin betrachten. Trotzdem. Für Selina muss das doch
der Schlag ins Gesicht gewesen sein - auch wenn sie damit gerechnet haben mag.
Aber als sie sich von Selina verabschiedet, sagt sie ihr auch zum Trost, dass sie Beide immer die gleiche Sonne und den gleichen Mond sehen werden und somit durch die große Mutter immer miteinander verbunden sein werden.
Der Satz von Kleite:
„Nichts in unserem Leben geschieht, ohne von der großen Mutter gewollt und bestimmt zu sein.“
Der bringt genau zum Ausdruck was Leben eigentlich ist! Zum größten Teil einfach nur eine aneinander Reihung von Erfahrungen und Schicksalsschlägen.
Ich fand einen anderen Satz, den Kleite gesagt hat, viel, viel schöner. Leider bekomme ich ihn nicht mehr zusammen - wie war das genau mit dem Mond? Ach ja, auf die schnelle mal nachgehört "Es ist der gleiche Mond, welcher über jedem Land abend für Abend aufgeht; ebenso wie wir jeden Tag die gleiche Sonne sehen werden. ... Wenn ich reite, werde ich meinen Blick zum Himmel richten und an Dich denken, egal ob Mond oder Sonne gerade ihre Bahnen ziehen. Und wenn Du reitest, der Wind Dein Gesicht streift, wirst Du es genauso machen und wir werden niemals weiter als ein Leben voneinander entfernt sein". Ich fand diesen Moment wirklich sehr schön und muss mich immer wieder zusammennehmen, nicht in Tränen auszubrechen. Irgendwie erinnert mich diese Szene an ein Lied von Klaus Hoffmann - "Derselbe Mond". Sehr, sehr schön

Benti versucht wirklich sich nützlich zu machen und als sie auf eine Karawane mit Flüchtlingen aus Troja treffen, finden sie einen reichen, älteren Mann der ihnen sogar die Überfahrt nach Ägypten bezahlen will. Er will als Gegenleistung nur den Schutz durch Selina, die er als Kriegerin erkennt.
Ich fand viel spannender, dass der Ägypter Selina als Kriegerin
anerkennt. Aber wahrscheinlich ist das auch eine Frage des Krieges, dass es auf einmal nicht mehr wichtig ist, ob jemand Mann oder Frau ist, Hauptsache, die Person kann nützlich sein.
Dort hat Palla und ihr komischer Freund eine große Schlappe erlitten, als sie Hattusa angreifen wollten.
Die Gefangenen stehen im Schnee und sollen hingerichtet werden. Tuthalija betrachtet die Gefangenen noch einmal und entscheidet das Pallas Gefährte (ich komme gerade nicht auf den Namen) gevierteilt werden soll! Himmel nee wie grausam ist denn so etwas! 
Aber die Szene, wie Palla das ganze "von oben" beobachtet, ist genial beschrieben. Ich hatte das Bild direkt vor Augen - wie Pinjahu erst schrie, dann die Soldaten von Tudhalja Langeweile bekamen und den Pferden einen Schlag versetzten - und der Schnee blutrot getränkt wurde. Das war echt eine gute Beschreibung - wenn auch sehr grausam!
fand ich ihren Verrat aber nicht ganz so schlimm. Denn irgendwie verstehen kann ich sie schon ein wenig. Warum soll sie sich noch ins Unglück stürzen und sich zu ihrem verstorbenen Geliebten bekennen. Da ist es für sie schon ein wenig gesünder, daß sie nun so alleine behauptet sie wäre die ganze Zeit gegen ihren Willen festhgehalten worden.
So hatte ich das überhaupt nicht gesehen, ich fand den Verrat von Helena unmöglich. Wie kalt und herzlos kann dieses "Weib" nur sein. Als sie Selina trifft, tut sie erst noch so, als ob sie völlig unschuldig wäre - und dann behauptet sie doch dreist, dass sie gegen ihren Willen festgehalten wird. Also, ich war entsetzt, aber ich hatte ja schon mal geschrieben, dass ich mit Paris und Helena noch nie etwas anfangen konnte...
So, zu diesem Abschnitt soll's nun wirklich reichen, bis zum nächsten,
Ulla (Heinz)