Autor Thema: Bernd Perplies: Tarean - Sohn des Fluchbringers - Kapitel 9 bis 11  (Gelesen 3542 mal)

Offline Susanne

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Re: Bernd Perplies: Tarean - Sohn des Fluchbringers - Kapitel 9 bis 11
« Antwort #15 am: August 19,August 2008, 20:05:40 »
Hallo Kathrin,


hm, tja, schwierig zu sagen, warum ich mit diesem Roman so meine kleinen Schwierigkeiten habe...
- vielleicht geistert mir momentan zu viel im Kopf rum (MÄNNER!!!  :-/),
- oder aber ich hab mich mit Fantasy wirklich ein wenig überlesen,
- vielleicht bin ich auch ähnlich wie bei historischen Romanen ein wenig "verseucht". Nicht mal unbedingt nur Marzi-verseucht (auch wenn das jetzt viele glauben werden), ich hab da schon mehrere Beispiele, die mich einfach doch noch mehr gepackt haben. Ich meine, die heitzschen Zwerge machen ja auch nix anderes als sich rumkloppen und ihre Äxte in die Wänste der Gegner hauen, aber ich könnte mich einfach königlich drüber amüsieren, wenn Ingrimmsch loslegt, oder im ersten Teil Bavragor, der alte Säufer :->
Mir geht es phasenweise ein wenig ähnlich wie Dir. Nur das mit im Augenblick keine Männer im Kopf herumschwirren  :knuddel:.
Wobei ich immer noch finde, daß das Buch sich sehr flott liest und richtig gelangweilt habe ich mich auch noch nicht. Nur sind für mich einige Dinge einfach zu wenig ausgeführt oder ein paar Charakteren zu wenig lebendig. So fand ich die Szene, als wir Moosbeere kennengelernt haben ganz toll und spannend. Nur hatte ich irgendwie gehofft, wir würden im weiteren Verlauf noch dazu mehr erfahren. Von dem Mann und wie sie in das Glas gekommen ist.


Es tut mir echt leid, wenn ich hier jetzt nicht in die Begeisterungsstürme der anderen miteinsteigen kann, grade auch wieder in einer LR mit Autorenbegleitung, und wo sich Bernd so viel Zeit nimmt für uns, aber es wäre ja auch nicht richtig, wenn ich hier eine Lobhudelei anstimmen würde, die ich so nicht empfinde. Vielleicht hätte ich die LR wirklich lieber sein lassen sollen, ich glaub ich selbst bin momentan etwas schwierig...tut mir leid, wenn sich das in meinen LR wiederspiegelt  :schaem: Ich meine, wer fängt schon bei 27° an sich einen dicken Pulli für den Winter zu stricken... :doofblau:
Eigentlich gehe ich davon aus, daß Bern ehrliche "Kritik" lieber liest als Lobhudelei, oder  :schaem:?


Was Kathrins 'Problemchen' mit dem Buch angeht, hier kann ich es ja jetzt schreiben ohne Dinge zu früh zu verraten: zum Beispiel auf dem Weg vom Cerashmon nach Agialon ging es mir einfach zu schnell und problemlos voran. Kaum ist er losgelaufen, schon ist er da - völlig ohne Komplikationen. Vielleicht verliere ich manchmal aus den Augen, dass es ein Jugendbuch ist  :schaem:. Dafür passt das so sicherlich. Aber die Ideen und die Charaktere haben m.F. einfach das Potential für mehr und das find ich dann schade.
Die Sache mit dem Jugendbuch ist mir auch schon durch den Kopf gegeistert.

Sei doch froh das der Glutdrache nicht so ein schlaues Bürschchen ist wie unser Teme, sonst wären unsere Gefährten nicht so weit gekommen.
Eigentlich meinte ich auch nicht unbedingt die Intelligenz  :->. Sondern sein Erscheinungbild und sein Können.

Liebe Grüße
Susanne

Offline BerndP

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Re: Bernd Perplies: Tarean - Sohn des Fluchbringers - Kapitel 9 bis 11
« Antwort #16 am: August 19,August 2008, 21:18:15 »
Hallo alle.

So, mal von hinten nach vorne:

Einigen von euch ist das Buch zu dünn, wie mir scheint. Die Charaktere zu wenig ausgefeilt, die Reise zu rasch geschildert. Das würde ich sogar halb unterschreiben. Der Grund dafür - zumindest z.T. - ist ein recht banaler: Ich hatte von dem Schreibwettbewerb eine Zeichenvorgabe von 600.000 Zeichen. Länger durfte der Roman nicht sein. Und bei der ganzen Handlung, die ich unbedingt drin haben wollte, sind solche "Stimmungsmomente" tatsächlich hier und da etwas hinten herunter gefallen. (Wobei einige Fragen auf jeden Fall in Band 2 beantwortet werden.) Insofern muss man die Geschichte tatsächlich eher wie einen Film lesen, der von Schauwerten und Figuren lebt, als wie einen Schmöker, in dessen Welt man sich verlieren kann. Ist vielleicht eine etwas ungewöhnliche Herangehensweise - aber hier habe ich aus der Not für mich sozusagen eine Tugend gemacht (und nachdem er fertig war, wollte ich ihn natürlich auch nicht komplett umschreiben).  :->

Kritik ist übrigens immer erlaubt und wird genauso dankbar angenommen wie Lob! Jeder Hinweis hilft mir ja für weitere Bände weiter. (Auch wenn ich vielleicht nicht jeden beherzigen werde, da ja jeder Leser andere Vorlieben hat - und manche nicht unbedingt mit meinen als Autor übereinstimmen.  ;-) )

Der Glutlanddrache muss übrigens böse sein, weil er einen echt miesen Charakter hat. Das ist der Rüpel auf dem Schulhof der Fabeltiere. Sonst würde er sich ja auch nicht mit Calvas zusammentun. Die Kristalldrachen dürften euch besser gefallen. ;-)

Zitat
S. 192: Dann erzählt Tarean, dass er Iegi sucht (lupmpiger Flunkermattes!) und dass Jeorhel und Wilfert darin gescheitert seien, die Vogelmenschen auf ihre Seite zu ziehen. Wie kommt er darauf? Ist mir da was entgangen??
Der Vogelmenschen-Hauptmann sagt zu Iegi, als er ihn abholt, dass sie sich nicht in die Belange der Flachländer einmischen wollen.

Zitat
Das Überleben der Charaktere
Hier habe ich übrigens echt mal Recherchearbeit reingesteckt - nur falls jemand glaubt, die Art des Überlebens wäre zu fantastisch! Das funktioniert wirklich. :->

Beste Grüße
Bernd

Offline Kathrin

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Re: Bernd Perplies: Tarean - Sohn des Fluchbringers - Kapitel 9 bis 11
« Antwort #17 am: August 20,August 2008, 09:01:14 »
Was Kathrins 'Problemchen' mit dem Buch angeht, hier kann ich es ja jetzt schreiben ohne Dinge zu früh zu verraten: zum Beispiel auf dem Weg vom Cerashmon nach Agialon ging es mir einfach zu schnell und problemlos voran. Kaum ist er losgelaufen, schon ist er da - völlig ohne Komplikationen. Vielleicht verliere ich manchmal aus den Augen, dass es ein Jugendbuch ist  :schaem:. Dafür passt das so sicherlich. Aber die Ideen und die Charaktere haben m.F. einfach das Potential für mehr und das find ich dann schade. Wobei Steffi sicher recht hat: besser ein so gelungener Erstling, der sein Potential vielleicht nicht völlig ausschöpft (und damit noch Luft nach oben läßt für die Fortsetzungen - das Zielpublikum wächst ja schließlich mit  :->) als ein vermurkstes Buch, das unbedingt 200 Seiten mehr füllen soll.
Da hast Du sicherlich recht. Ich glaube auch, dass die Aussage "Ein Buch ist zu dünn" die bessere ist als "Ein Buch ist zu dick"...Wenn man sagt, dass einem ein Buch zu dünn ist, das heißt das doch, dass die Grundlagen des Buches gut sind und dass man das nur gerne etwas ausgefeilter, ausführlicher, tja und eigentlich auch einfach nur mehr davon hätte. Wenn man dagegen sagt "Ein Buch ist zu dick", dann spricht das in meinen Augen teilweise von Langeweile und Verzettelung.

S. 205: @ Kathrin - da ist er also, der Drache, den Du Dir gewünscht hattest. Aber das ist einer von der miesen Sorte. Kämpft einfach auf der falschen Seite  :-/.
Ja, gut, er kämpft auf der falschen Seite...dennoch glaube ich zumindest ein schönes Tier. Und wie schon sooft gesagt ich liebe Drachen und sonstige Fabelwesen.

Mir geht es phasenweise ein wenig ähnlich wie Dir. Nur das mit im Augenblick keine Männer im Kopf herumschwirren  :knuddel:.
Ich sollte sie auch aus meinem Hirn verbannen, vielleicht kann ich dann endlich mal wieder schlafen  |-)

Kritik ist übrigens immer erlaubt und wird genauso dankbar angenommen wie Lob! Jeder Hinweis hilft mir ja für weitere Bände weiter. (Auch wenn ich vielleicht nicht jeden beherzigen werde, da ja jeder Leser andere Vorlieben hat - und manche nicht unbedingt mit meinen als Autor übereinstimmen.  ;-) )
Na, das ist eh klar, Du erzählst Deine Geschichte so wie Du sie im Kopf drin hast. Ich tu mir, wenn ich Kritik loslasse, halt immer schwer, gerade weil ich ziemlich emotional bin. Egal ob's mir saugut oder sauschlecht geht, das kriegt bei mir immer jeder total mit, in allen Lebenslagen. Und ich hab dann leider oft das Gefühl, dass meine aktuelle Laune sich auch in so einer Buchkritik, egal ob positiv oder negativ, wiederfindet.

Der Glutlanddrache muss übrigens böse sein, weil er einen echt miesen Charakter hat. Das ist der Rüpel auf dem Schulhof der Fabeltiere. Sonst würde er sich ja auch nicht mit Calvas zusammentun. Die Kristalldrachen dürften euch besser gefallen. ;-)
Na, da bin ich aber gespannt.

lg
kathrin
Rock the night!!!

Offline Mayflower

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Re: Bernd Perplies: Tarean - Sohn des Fluchbringers - Kapitel 9 bis 11
« Antwort #18 am: August 24,August 2008, 16:09:46 »
So, nun möchte ich auch noch meine Eindrücke festhalten:

S. 189: Tarean vermacht Kilrien Auril, auf dass sie eines Tages ein Leben retten kann. Bestimmt das von Tarean, dünkt mir...
Tja, und Lanfert, der fleißige Heiler, ohne den Auril ja gestorben wäre (wenn nicht Tarean mit Kilrien auf der Matte gestanden hätte) schmeißt alle vom Krankenbett Aurils raus. Was ist denn das.

Ich glaube auf jedenfall, ich habe das Schema durchschaut. (Wie bei Agatha Christie!)
Lanfert ist der Abtrünnige, der schon Anreon ins Verderben geschickt hat und ihm damals das (sicherlich modifizierte) Buch in die Hand gedrückt hat. Und auch hier unter Robin Hood und seinen Schergen hat er einen Auftrag. Leute, ich glaube, wir haben hier eine Schlüsselfigur!

S. 191: Aha! "Der Junge fragte sich, wo der Mönch war..." EINDEUTIG! "... er schien ständig zu beten." Ja, alles klar und grüne Elefanten. BLÖDSINN! Der fragt bestimmt seinen Chef mittels Telepathie, was er tun soll - die Pläne lauteten doch anders?!

S. 193: Seit 16 Jahren liest Lanfert in einer Prophetenbibel. Das sieht mir doch stark nach schlechtem Gewissen aus! Sieht Tarean seinem Vater eigtl. wirklich so ähnlich, dass Lanfert gleich weiß, dass er Anreons Sohn ist? Tarean wundert sich darüber irgendwie ja gar nicht.

Lanfert weiß bestimmt, wie man 16-Jährige Testosteronopfer beeinflusst. Sehr schlau!

S. 196: *flöt* Und Schwupps verrät der kleine Tarean dem guten Lanfert, wo er uns seine Freunde hinwollen und was sie dann da vorhaben. Sehr vertrauensseelig und das nur, wil endlich mal jemand etwas über seinen Vater erzählt...

Ich habe mich jetzt derart auf Lanfert eingeschossen - der muss jetzt einfach der Täter sein!

S. 217: Gewaltiges katzenartiges Raubtier mit herausragenden Reißzähnen taucht auf: Sieht irgendwie in meiner Fantasie wie ein Säbelzahntiger aus...

S. 218: Jetzt sind die Wölfe schon wieder hinter denen her. Hm. Schon komisch. Irgendjemand aus der Gruppe lockt wohl die Wolflinge an und gibt gewissermaßen GPS-Signale weiter.

S. 221: Karnodrim schießt auf unsere Freunde  :-)) Man hat irgendwie sofort einen alten, verschrobenen Greiß im Sinn, der mit seiner Smith & Wesson hinter verkeilten Fensterläden herlugt und jeden gleich vertreiben will.

S. 226: Die Beschreibung des Geschosses ist sehr schön. "Glatt geschliffene Kristalle, in dessen Innern Einschlüsse blauen Nebels zu sehen waren." Gut, vor meinem inneren Auge vergleiche ich das dann schon eher mit einer flugfähigen Wahrsagekugel.

S. 223: Die Wölfe schlagen gleich die Türe von Karnos Haus ein. Ich wundere mich da schon, dass die Wölfe nur von vorne kommen. Unsere Helden behalten dadurch die Möglichkeit, durch die Hintertüre zu fliehen. Normalerweise formiert sich der Gefangennehmer schon einmal rund ums Haus, oder?

Das mit dem Fluggerät ist auf jedenfall eine tolle Idee, aber wenn die mal in der Luft sind, wird doch da der Wolfzauberer auch wieder einen Spruch parat haben, oder?

S. 248: Blöder Drache. Tarean und Bromm sind abgestürzt - was ist mit Auril und Karnodrim? Ist der Drache nun auch tot? Oder gibt's den quasi noch? Wird er wieder auftauchen und alle töten oder hat Auril ihm den Rest gegeben?

Weitere Gedanken: Kann ein Schwert in seiner Scheide während des Falls und des Aufpralls am Boden eigtl. zu Bruch gehen?

Sehr spannend alles. Wenn auch ganz schön anstrengend. Da ist man ja, bis man am Ziel ist, als Held komplett fertig und ausgelaugt und dann muss man noch gegen den Bösewicht kämpfen...  :umfall:
Wahnsinn.

Viele Grüße,
May
"Nicht wer Zeit hat, liest Bücher, sondern wer Lust hat, Bücher zu lesen, der liest, ob er viel Zeit hat oder wenig." - Ernst R. Hauschka