Autor Thema: E.M. Forster: Zimmer mit Aussicht - 2. Teil - Kapitel 18 bis Ende  (Gelesen 1010 mal)

Offline Steffi

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E.M. Forster: Zimmer mit Aussicht - 2. Teil - Kapitel 18 bis Ende
« am: Februar 25,Februar 2008, 18:16:42 »
Hier findet die Diskussion von Kapitel 18 bis Ende  statt. Spoilermarkierungen sind nicht nötig!
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Offline Lannie

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Re: E.M. Forster: Zimmer mit Aussicht - 2. Teil - Kapitel 18 bis Ende
« Antwort #1 am: März 11,März 2008, 10:35:16 »
Hallo Ihr Lieben,

nun noch schnell zum letzten Abschnitt!

Lucy tritt die Flucht an. Warum nur will sie weg? Sie will George nicht sehen, aber warum nicht? Daraus werd ich nicht ganz schlau. Sicherlich würde er um sie werben, wenn er erfährt, dass sie die Verlobung gelöst hat, aber sie scheint das nicht anzuwidern, sondern eher zu verängstigen...  :kopfkratz: Sie versucht ja sogar die Lösung der Verlobung geheim zu halten bis sie auf und davon ist...  Ich verstehe Lucy nicht...

Sehr interessant fand ich, dass Lucys Mutter Lucy und Charlotte große Ähnlichkeiten bescheinigt. Das muss für Lucy sicher ein Schock gewesen sein, aber oftmals rüttelt sowas einen ja auf. Und es scheint tatsächlich etwas bewirkt zu haben.

Als Lucy feststellt, dass das Haus der Emersons wieder vermietet werden soll, wacht sie auf. Sie geht ins Pfarrhaus und trifft dort auf Mr. Emerson, der ihr endgültig die Augen öffnen kann und Lucys Gefühle für seinen Sohn zu Tage fördert. Ich fand dieses Kapitel wirklich sehr schön. Es hatte viel Tiefe und konnte gut die Emotionen transportieren. Mr. Beebes Reaktion darauf, dass Lucy George liebt fand ich unheimlich krass! Wie kann er nur so graussam und kalt sein? Schließlich ist er doch der Pfarrer?

Schön fand ich auch, dass Lucy und George gemeinsam nach Florenz reisen, in der gleichen Pension wohnen. Das war ein schöner, runder Abschluss. Daher fand ich den Anhang einfach überflüssig und störend.

Insgesamt war es ein durchschnittlich gutes Buch für mich. Momentan ringe ich noch mit mir, ob ich noch ein anderes Buch von dem Autor lesen soll oder es lieber lasse. Ich hätte mir ein wenig mehr Tiefe bei den Figuren gewünscht und ein wenig mehr Beschreibungen von Figuren, Orten etc. Das blieb mir leider zu flach. Aber ich wollte dennoch unbedingt wissen, wie es ausgeht.  :->

LG
Lannie

Offline Susanne

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Re: E.M. Forster: Zimmer mit Aussicht - 2. Teil - Kapitel 18 bis Ende
« Antwort #2 am: März 19,März 2008, 17:11:10 »
Hallo Lannie,

So, zumindest eine LR will ich so langsam einmal abschließen.

Der letzte Abschnitt hat mir eigentlich sehr gut gefallen und in meinem Buch gibt es noch ein Schlußwort vom Autor indem er schreibt, daß der erste Teil des Buches ganz zu Anfang seiner Arbeit als Schriftsteller entstanden ist und er erst sehr viel später den Teil nach Florenz geschrieben hat. Diesen Bruch merkt man sehr deutlich finde ich. Im ersten Teil des Buches hat Foster es nämlich kaum geschafft mich für das Buch zu erwärmen, aber das hat sich zum Schluß doch geändert.

Am Besten hat mir jetzt zum Schluß der alte Emerson gefallen, er scheint ein wirklich netter Kerl zu sein und hat seinem Sohn schon ein paar sehr anständige Dinge für das Leben beigebracht. Auch fast er für mich sehr schön in Worte wie sehr sein Sohn scheinbar Lucy liebt. Auch scheint Lucy erst in diesem Gespräch klar zu werden, daß ihre Reise nach Griechenland bedeuten würde, daß sie George vielleicht nie mehr sehen würde und erkennt da erst, daß  wie sehr sie ihn liebt.

Lucy tritt die Flucht an. Warum nur will sie weg? Sie will George nicht sehen, aber warum nicht? Daraus werd ich nicht ganz schlau. Sicherlich würde er um sie werben, wenn er erfährt, dass sie die Verlobung gelöst hat, aber sie scheint das nicht anzuwidern, sondern eher zu verängstigen...  :kopfkratz: Sie versucht ja sogar die Lösung der Verlobung geheim zu halten bis sie auf und davon ist...  Ich verstehe Lucy nicht...
Warum sie fliehen will? Ich denke ein Teil ist Flucht vor ihren eigenen Gefühlen und vor der Situation als solches. Vielleicht ist auch etwas zu viel Stolz dabei, daß sie zugeben muß, daß um sie herum einige Menschen besser über ihre Gefühle bescheid wußten als sie. Auch das sie eingestehen muß das sie sich und andere belogen hat. Außerdem ist Lucy auch noch sehr jung und in Liebesdingen einfach unerfahren. Wirkliche Hilfe in ihrer Verwiirtheit hat sie in ihrer Familie auch nicht. Die Gefühle die sie George gegenüber hat und die er ihr dann doch (für die damaligen Zeit) recht stürmischen Art und Weise zeigt, erschrecken sie ebentuell auch ein wenig. Wie Du siehst, versuche ich sie zumindest zu verstehen  :->.

Sehr interessant fand ich, dass Lucys Mutter Lucy und Charlotte große Ähnlichkeiten bescheinigt. Das muss für Lucy sicher ein Schock gewesen sein, aber oftmals rüttelt sowas einen ja auf. Und es scheint tatsächlich etwas bewirkt zu haben.
Lucys Mutter muß Charlotte noch als junges Mädchen gekannt haben und ich kann mir schon vorstellen, daß die beiden da einige Ähnlichkeiten hatten.

Als Lucy feststellt, dass das Haus der Emersons wieder vermietet werden soll, wacht sie auf. Sie geht ins Pfarrhaus und trifft dort auf Mr. Emerson, der ihr endgültig die Augen öffnen kann und Lucys Gefühle für seinen Sohn zu Tage fördert. Ich fand dieses Kapitel wirklich sehr schön. Es hatte viel Tiefe und konnte gut die Emotionen transportieren. Mr. Beebes Reaktion darauf, dass Lucy George liebt fand ich unheimlich krass! Wie kann er nur so graussam und kalt sein? Schließlich ist er doch der Pfarrer?
Hach, dieser Abschnitt hat mir auch sehr gut gefallen. Wäre das Buch die ganze Zeit so flüssig zu lesen gewesen und so zum wohlfühlen. Ich hätte es bestimmt um einiges schneller gelesen.

Schön fand ich auch, dass Lucy und George gemeinsam nach Florenz reisen, in der gleichen Pension wohnen. Das war ein schöner, runder Abschluss. Daher fand ich den Anhang einfach überflüssig und störend.
Für mich war auch die Reise der Beiden der Abschluß des Buches. Den Anhang habe ich nur überflogen, wenn ich ehrlich bin. Denn das Ende war für mich ein "Und sie lebten glücklich an ihr Lebensende". Ich wollte nicht unbedingt noch etwas über Kriegswirren o.ä. lesen.

Insgesamt war es ein durchschnittlich gutes Buch für mich. Momentan ringe ich noch mit mir, ob ich noch ein anderes Buch von dem Autor lesen soll oder es lieber lasse. Ich hätte mir ein wenig mehr Tiefe bei den Figuren gewünscht und ein wenig mehr Beschreibungen von Figuren, Orten etc. Das blieb mir leider zu flach. Aber ich wollte dennoch unbedingt wissen, wie es ausgeht.  :->
Meine Schwester hat alle Bücher von Foster gelesen und so wie ich sie verstanden habe, hat ihr Maurice noch mit am Besten gefallen. Die anderen Bücher fand sie wohl eher langweilig.
Ich bin mir auch noch nicht klar darüber ob ich noch einen Foster lese. Denn dafür habe ich für dieses Buch einfach zu lange gebraucht und habe mich vor allem im ersten Abschnitt stellenweise auch etwas gelangweilt.

Liebe Grüße
Susanne

Offline Lannie

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Re: E.M. Forster: Zimmer mit Aussicht - 2. Teil - Kapitel 18 bis Ende
« Antwort #3 am: März 20,März 2008, 10:03:34 »
Hallo Susanne,

ich hab Deine Kommentare aufmerksam gelesen, nur fehlt mir mittlerweile der Elan, um mich weiterhin auf dieses Buch einzulassen.  :schaem:
Nicht böse sein, ja? Aber vieles, was Du schreibst, oder eigentlich alles, seh ich genauso wie Du und ich finde es gut, dass Du versuchst, Lucy zu verstehen.  :->
Ich hoffe, bei unserer nächsten gemeinsamen LR haben wir etwas mehr Glück mit dem Buch.  :knuddel:

LG
Lannie

Offline wingfoot

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Re: E.M. Forster: Zimmer mit Aussicht - 2. Teil - Kapitel 18 bis Ende
« Antwort #4 am: März 20,März 2008, 10:24:38 »
Wie, kein Wort zu Charlottes einziger guter Tat im ganzen Buch?  :kopfkratz: Sie hat doch Lucy Mr Emerson in die Arme gespielt. Das (und Lucy's Mutter, die über die Ähnlichkeit spricht) lässt mich vermuten, dass Charlotte in ihrer Jugend evtl. ganz ähnliches erlebt hat-, deswegen anfangs so extrem reagiert, weil sie nicht will, dass Lucy ihre Fehler wiederholt, und später, aus demselben Grund, sie mit Mr. Emerson zusammenbringt. Das finde ich einen tollen Kontrast zu Mr. Beebe. Der will die ganze Zeit, dass sie "den Beethoven rauslässt", und als sie es dann tut, wendet er sich von ihr ab. Charlotte dagegen mobbt sie die ganze Zeit und verhilft ihr dann doch zu ihrem Glück. Schöner Gegensatz.

Lucy versucht bestimmt aus den oben schon genannten Gründen, darüber hinaus sehe ich aber auch noch, dass sie sich in ein Gespinst von Lügen (oder eher Heimlichkeiten) verwoben hat, aus denen sie im Bleiben keinen Ausweg sieht.

Das Hörbuch hat in Florenz aufgehört und mir war gar nicht bewusst, das es einen Anhang gibt. Nach dem was ihr schreibt, habe ich jetzt auch nicht besonders Lust, ihn zu lesen. Denkt ihr, ich sollte?  :kopfkratz:

Offline Susanne

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Re: E.M. Forster: Zimmer mit Aussicht - 2. Teil - Kapitel 18 bis Ende
« Antwort #5 am: März 20,März 2008, 10:38:03 »
Hallo Ihr Beiden,


ich hab Deine Kommentare aufmerksam gelesen, nur fehlt mir mittlerweile der Elan, um mich weiterhin auf dieses Buch einzulassen.  :schaem:
Nicht böse sein, ja? Aber vieles, was Du schreibst, oder eigentlich alles, seh ich genauso wie Du und ich finde es gut, dass Du versuchst, Lucy zu verstehen.  :->
Ich hoffe, bei unserer nächsten gemeinsamen LR haben wir etwas mehr Glück mit dem Buch.  :knuddel:
Kein Problem, kann ich verstehen. Bestimmt haben wir bei unserer nächsten LR mehr Glück  :knuddel:.

Wie, kein Wort zu Charlottes einziger guter Tat im ganzen Buch?  :kopfkratz: Sie hat doch Lucy Mr Emerson in die Arme gespielt. Das (und Lucy's Mutter, die über die Ähnlichkeit spricht) lässt mich vermuten, dass Charlotte in ihrer Jugend evtl. ganz ähnliches erlebt hat-, deswegen anfangs so extrem reagiert, weil sie nicht will, dass Lucy ihre Fehler wiederholt, und später, aus demselben Grund, sie mit Mr. Emerson zusammenbringt. Das finde ich einen tollen Kontrast zu Mr. Beebe. Der will die ganze Zeit, dass sie "den Beethoven rauslässt", und als sie es dann tut, wendet er sich von ihr ab. Charlotte dagegen mobbt sie die ganze Zeit und verhilft ihr dann doch zu ihrem Glück. Schöner Gegensatz.

Lucy versucht bestimmt aus den oben schon genannten Gründen, darüber hinaus sehe ich aber auch noch, dass sie sich in ein Gespinst von Lügen (oder eher Heimlichkeiten) verwoben hat, aus denen sie im Bleiben keinen Ausweg sieht.

Das Hörbuch hat in Florenz aufgehört und mir war gar nicht bewusst, das es einen Anhang gibt. Nach dem was ihr schreibt, habe ich jetzt auch nicht besonders Lust, ihn zu lesen. Denkt ihr, ich sollte?  :kopfkratz:
Gestern abend ist mir dann eingefallen, daß ich so gar nichts über Charlotte geschrieben habe. Und ich glaube ihr war als Einzige schon lange klar, daß Lucy George liebt und ich glaube sie hat mit ihrer komischen Art auch ein wenig dafür gesorgt, daß George ihr zum einem im Gedächnis bleibt und sie zum anderen doch noch mit ihm zusammen kommt.
Erstaunlich, daß sie einem zum Schluß dann doch sympatisch geworden ist.

Liebe Grüße
Susanne