Hallo Susanne,
ich mach hier dann gleich mal munter weiter:
Ich muss sagen, anfangs ging mir das in der Wüste alles viel zu leicht und glimpflich von der Bühne. Erst die Wasser und Nahrungsknappheit nach dem Sandsturm, dann der nächtliche Überfall...das ging mir alles einfach zu easy. Wobei diesem Tharkay trau ich nicht so recht über den Weg, der ist mir nicht ganz geheuer. Aber trotzdem finde ich ,dass sie Langsam mal ein wenig auf Schwierigkeiten stoßen könnten.
Nun die Schwierigkeiten kommen dann in Form von Wilddrachen, die ich sehr interessant finde. Und wie Teme dann mit seinem Gebrüll eine Lawine auslöst, manoman, da hatte ich echt Angst und die ganze Bande (sowohl die Wilddrachen als auch um Temes Mannschaft). Aber auch die Sache mit der Lawine ging mir zu glimpflich von Statten. Gut, einer von der Mannschaft ist zwar gestorben und einer der Wilddrachen ist auch verletzt, aber alles in allem ging mir das zu glatt. Und was mich am meisten gestört hat, war die Beschreiung der Lawine und was diese ausgelöst hat. Zum einen steht auf Seite 113 was von "weichem, nassen Schnee", was für mich ein Widerspruch in sich ist, denn Schnee ist für mich entweder weich und locker (pulvrig) oder nass und schwer (sulzig, pampig, net schön zum Skifahren eben

). Weich und nass passt da für mich echt nicht zusammen.
Außerdem wäre es meiner Meinung nach nicht so einfach gewesen aus dem Schnee rauszukommen, wenn er denn nass war. Ich mein, ich bin zwar kein Lawinenexperte, aber wenn das nasser Schnee war und der stellenweise bis 3 Meter dick lag (steht auf Seite 112), dann kann man sich da meiner Meinung nach nicht aus eigener Kraft raus befreien. Aber gut, wenn Novik das so sieht...ich seh's anders.
Lien scheint auf dem Weg nach Frankreich zu sein, das bedeutet weiß Gott nix Gutes für die Engländer. Sie hat sich damit eindeutig auf die Seite des Feindes geschlagen. Aber das habe ich ja schon befürchet. Ob die Franzosen wohl tatsächlich mit ihr züchten wollen? Und wie freiwillig ist sie mit dem Franzosen aus China weg...Was der ihr wohl versprochen hat

Ich frag mich übrigens auch, ob die Bücher von Naomi Novik ins französische übersetzt worden sind. Wie die Franzmänner da wohl drauf reagieren, denn aus Sicht der Engländer sind sie ja eindeutig die Bösen in diesen Büchern...ich schätze, die Franzosen boykottieren die Bücher.
Langsam erwacht auch wieder der Revoluzzer in Teme. Das Zusammensein mit den Wilddrachen zeigt ihm doch so einiges, was ihm nicht gefällt, zum Beispiel, dass Menschen für Dracheneier bezahlen und Drachen somit zu ihrem Eigentum, also Sklaven, machen. Dass das Teme nicht passt, ist klar.
Sehr knuffig fand ich dann ja die Szene, wo die Wilddrachen vollgefressen rumliegen und sich nicht mehr rühren können. Da kann ich mir gut vorstellen, dass der ein oder andere drüber nachdenkt seine Freiheit aufzugeben, wenn er stattdessen regelmäßig Essen bekommt.
Leider scheinen wir uns von den Wilddrachen schon wieder verabschieden zu müssen, denn sie haben sich nach ihrem Diebstahl (an der Herde des türkischen Sultans) feige aus dem Staub gemacht und Teme und Co allein in Schwierigkeiten zurückgelassen. Aber gut, woher sollen Wilddrachen die Sache mit dem Eigentum anderer Lebenwesen her kennen. Sie sind schließlich auch nur Drachen, die Hunger haben und wenn man täglich ums Überleben kämpfen muss, dann ist einem das vermutlich doch ziemlich egal, so alles um einen rum, hauptsache, der Hunger wird gestillt. Aber seine Freiheit hat dann doch keiner aufgeben wollen.
In Istanbul wird es jetzt bestimmt ziemlich interessant, denn die Türken wollen die Eier nicht so ohne weiteres rausrücken. Auf den ersten Blick scheint der Empfang in Istanbul gar nicht so schlecht gewesen zu sein, aber ich vermute ja, dass sie höfliche Gefangene des Sultans werden.
Schön, dass mich das Buch langsam wieder mehr fesselt, bin gespannt wie's weitergeht.
lg
kathrin