Adiós Lovelybooks, hallo LibraryThing!

Ich benutze Lovelybooks in erster Linie als virtuelles Bücherregal und somit als Bücherdatenbank. Eine popelige Excel-Datei ist mir zu unübersichtlich und fade, mit den diversen offline verfügbaren Bibliotheks-Programmen bin ich nie warm geworden. Außerdem fand ich es immer praktisch meinen aktuellen Lesestatus als Widget auf dem Blog einfügen zu können.

An den sonstigen vermeintlichen Vorzügen habe ich bei Lovelybooks selten teilgenommen. Eine handvoll Leserunden, eine Lovelybox und diverse Challenges, die ich aber auch nach einigen Wochen meist nicht weiterverfolgt habe. Mit den Leserunden dort hatte ich immer meine Probleme, weil ich sie für sehr unübersichtlich halte und bei großen Leserunden einfach keine wirkliche Diskussion aufkommt. Auch muss man schon in einem Wahnsinns Tempo lesen, damit man überhaupt noch was schreiben kann, was nicht schon fünfzig andere gepostet haben. Spaß macht es jedenfalls selten. Und ehrlich gesagt gibt es genügend Portale, wo ich die Leserunden angenehmer finden. Z.B. bei Literaturschock oder – warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nahe liegt – in meinem eigenen Bücherforum.

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Grab my pussy – das Frauenbild in der Unterhaltungsliteratur

grab

In wenigen Stunden wird die Sonne aufgehen. Fünf Uhr in Deutschland. Gerade ist das letzte TV Duell zwischen Donald Trump und Hillary Clinton zu Ende gegangen. Das war so gehaltvoll, dass man nebenher prima eine Kolumne schreiben konnte. Ich habe mich schon immer für amerikanische Politik interessiert und verfolge so etwas, wenn ich es kann. Das erste Duell habe ich verpasst, das zweite Anfang Oktober aber wie das heutige live gesehen. Etwas ungläubig schaut man ja dieser Tage über den großen Teich und fragt sich, was man den Amerikanern wohl ins Leitungswasser kippt, dass sie ernsthaft in Erwägung ziehen, das fleischgewordene Toupet zum Präsidenten zu wählen.

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Der literarische Snobismus

Der Literaturbetrieb ist festgefahren, kleingeistig und engstirnig. Jedenfalls wenn man diese Woche die hochnobelgepreisten Journalisten, Autoren und Leser befragt. Im literarischen Quartett schlagen sie sich fast die Köppe ein und der Blätterwald diskutiert den aktuellen Literaturnobelpreisträger. Bob Dylan ist doch mit seiner Klampfe bitte kein Autor, denn immerhin hat Günter Grass für seine Blechtrommel ja auch noch keinen Grammy bekommen.

Maxim Biller alias Grumpycat

Natürlich müssen Literaturwissenschaftler Regeln anwenden. Das habe ich in meinem Studium auch mal alles gelernt. Es gibt Kriterien, die Literatur erfüllen muss, aber dennoch frage ich mich besonders in den letzten Tagen, ob der intellektuelle Literat, der am liebsten wie Maxim Biller alias Grumpycat über den Dingen schwebt, nicht evolutionsliterarisch irgendwo mal stecken geblieben ist.

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Harry Potter und der Stein des Wahnsinns

Wie jetzt? Gibt es doch einen neuen Band? Hat Joanne K. Rowling endlich ein Einsehen? Nein, leider nicht – tut mir leid. Jedenfalls nicht, dass ich es wüsste. Acht Jahre ist es nun schon her, dass der letzte Band „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ erschien und auch die Verfilmung ist bereits vier Jahre alt und doch ist die Autorin und ihre berühmter Held immer noch in aller Munde.

Ich selbst, kann mir ein Leben ohne Rowlings magische Welt und ihre Figuren nicht mehr vorstellen. Da geht es mir so wie mit Astrid Lindgren oder „Anne auf Green Gables“. Ich habe so viele schöne Erinnungen an die Bücher. Wie ich zum Beispiel „Harry Potter und der Feuerkelch“ in meinem 5qm großen Schrank unter der Treppe (na gut… es war mein Wohnzimmer in meiner ersten kleinen Wohnung, während meiner Studienzeit, aber ich schwöre, es hatte nicht mehr als 5qm) in einem Fieberwahn innerhalb von zwei Tagen verschlungen habe. Noch heute kommt mir das vor, wir ein irrer Trip, denn ich erinnere mich nur noch an bergeweise Taschentücher (ich hatte eine wirklich mächtige Grippe), an mein Sofa, meinen Schlafanzug und meine Decke. Gefühlt war es 36 Stunden dunkel (es war Mitte Oktober und furchtbar schlechtes Wetter) und ich habe weder gegessen, noch getrunken. Und gesprochen habe ich nur einmal, als ich beim ersten Auftauchen des Denkariums in Dumbledores Büro laut „wie kommt man auf so wunderbare Ideen“ ausrief, worauf mein Freund das Fieberthermometer holen ging! :mrgreen:

Hermines Ohrringe

Auch habe ich zwei wundervolle Mitternachtsverkäufe als Buchhändlerin erlebt und zwar bei Band 5 und 6. Wir standen in unser kleinen 60qm Buchhandlung, während draußen die Leute Schlange standen, um die vorher reservierten Bücher zu kaufen. Es war eine wunderbare Zeit, die ich nicht missen möchte.

Auch die Filme liebe ich heiß und innig und habe mir erst kürzlich diese wunderschöne BluRay-Box geleistet. Für mich sind es im Film (genauso wie im Buch) die vielen liebevollen Details und die bezaubernden Figuren, die mich auch bei der tausendsten Wiederholung, begeistern. Ehrlich, was wäre die kalte Jahrzeszeit ohne ein wunderbares Filmwochenende. Dazu am besten ein Butterbier! :mrgreen:

Die Frage ist, wieso ist „Harry Potter“ immer noch so populär? Sicherlich weil die Verlage es verstehen, immer wieder wunderschöne neue Ausgaben zu veröffentlichen. So werde ich mir bald die zur „Hogwarts Library“ passende englische Gesamtausgabe im roten Schuber kaufen und morgen erscheint zudem die illustrierte Ausgabe von „Harry Potter und der Stein der Weisen“ bei Carlsen. Wie es scheint, ein mit sehr viele Liebe gemachter Prachtband, der wohl jeden Potter Fan verzücken wird. Aber machen wir uns nichts vor. All diese neuen wunderschönen Ausgaben gibt es nur, weil die Leser auch nach all den Jahren nicht von der Zaubererwelt von Joanne K. Rowling lassen können. Ich würde die Bücher gerne noch einmal zum ersten Mal lesen, um alles neu zu entdecken. Da dies nicht geht, freue ich mich besonders auf die illustrierte Ausgabe, um die Geschichte auf eine weitere Art und Weise zu entdecken.

Ließe es Budget und Platz zu, würde ich mich wahrscheinlich mit Potter Devotionalien (Zauberstäbe, Tassen, Schals, T-Shirts, etc.), eindecken. Einmal Nerd, immer Nerd! Ich sag ja… „Harry Potter und der Stein des Wahnsinns“. ;-)

Was mir Astrid Lindgren bedeutet!

Ramona vom Kielfeder-Blog hat zu einer Astrid Lindgren Blogparade aufgerufen, bei der ich sehr gerne mitmache. Der Geburtstag der Autorin jährt sich am 10. November und es erscheinen auch einige neue Bücher. Unter anderem „Die Menschheit hat den Verstand verloren“ aus dem Ullstein Verlag, welches Tagebücher von 1939-1945 enthält. Ramona bittet, in der Blogparade über unsere liebsten Astrid Lindgren Bücher zu berichten, Fotos zu posten, etc. Ich möchte das jedoch ein wenig erweitern und schildern, was Astrid Lindgren und ihre Bücher für mich bedeuten, welchen Einfluss sie auf mich in der Kindheit und dadurch für das ganze Leben genommen hat.

Ich war ein Bücherwurm, sobald ich die ersten Buchstaben lesen und schreiben konnte und das, obwohl mir als kleines Kind eigentlich nicht viel vorgelesen wurde. Mein Vater hat mir lieber selbst erfundene Geschichten vor dem Schlafengehen erzählt. „Die Geschichte von der kleinen Schallplatte“ kann ich heute immer noch im Schlaf erzählen! Auch ansonsten war das Lesen nur teilweise in meiner Familie vertreten. Mein Großvater, der als meine Mutter und ihre Geschwister klein waren, zwei Jobs hatte, hat trotzdem jede Nacht mit einem Buch im Bett gelegen. Eigentlich muss der Mann chronisch übermüdet gewesen sein. Meine Mutter, als Kind wohl eine Leseratte, hat erst in den letzten Jahren wieder die Lust am Lesen entdeckt. Ansonsten liest niemand in meiner Familie. Egal ob Vater, Bruder, Tante, Oma, etc.

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Dennoch hatte das geschriebene Wort eine extrem große Anziehungskraft auf mich und das hat sich bis heute nicht geändert. Ich entdeckte Astrid Lindgren lesetechnisch also erst, als ich selbst lesen konnte. Anfangs kürzere Sachen wie „Die Kinder aus der Krachmacherstraße“, später dann die dickeren Schinken wie „Ronja Räubertochter“ und „Michel aus Lönneberga“. Aber schon vorher gab es natürlich durch die Verfilmungen Pippi, Michel und Co. in meinem Leben.

Noch heute ist Weihnachten nicht Weihnachten, wenn ich nicht frühmorgens Pippi beim Kekse backen zusehen kann oder wie Michel Alfred durch den Schnee zu einem Arzt bringt. Meine liebste Erinnerung ist, die alten schwarzweiß Verfilmungen von Kalle Blomquist mit meinen Eltern zu schauen. Leider habe ich sie schon seit Jahren nicht mehr gesehen und die extrem schlechte Qualität diverser youtube Videos sind auch kein Ersatz. Für mich war das damals jedenfalls spannender und gruseliger, als heute jeder Tatort! :-)

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Astrid Lindgren war in meiner Kindheit einfach allgegenwärtig. Irgendwann während meiner Grundschulzeit habe ich mir zu Weihnachten ein Klavier gewünscht. Mir war damals in meiner Naivität nicht bewusst, dass das ein bisschen teurer ist, als ein Kuscheltier oder eine Barbiepuppe, aber die Geschenke brachte schließlich das Christkind und das hatte ja offensichtlich Geld genug! :-D Also kam mein Wunschzettel wie immer abends auf die Fensterbank, wo es wunderbarerweise am nächsten Morgen zu einem Stück Schokolade mutiert ist. Wenige Tage vor Weihnachten fand ich morgens plötzlich auf der Fensterback „Die Kinder aus Bullerbü“ und eine kleine Nachricht vom Christkind, welches komischerweise die Handschrift meines Vaters hatte. 12041935_1138781886136235_1296254460_nDamals wusste ich das nicht, heute natürlich schon und ich hüte das kleine Stück Pappkarton wie meinen Augapfel. Das Klavier habe ich übrigens tatsächlich bekommen.

Ein Lieblingsbuch kann ich übrigens nur schwer benennen. „Mio, mein Mio“ fand ich immer ganz wundervoll, aber genauso die mutige Ronja, die verrückte und liebenswerte Pippi, die heile Welt in Bullerbü, den Bernhardiner Bootsmann und die kleine Jule aus „Ferien auf Saltkrokan“, Michel und Alfred… ich kann keinen besonders hervorheben, denn mit allen sind besondere Erinnerungen verknüpft und sie alle haben mich irgendetwas gelehrt.

Heute interessiert mich neben ihren Kinderbüchern natürlich die Autorin selbst, die sich ihr ganzes Leben lang für Gerechtigkeit, Frieden und Kinder eingesetzt hat. Sie sagte einmal  „Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar“. Es gibt wenige Sätze, die so wahr und allgemeingültig sind. Egal ob man 5 oder 37 Jahre alt ist und ich versuche gerade heute danach zu leben, mich nicht der Konformität zu ergeben, sondern den Weg zu gehen, der vielleicht nicht für jeden richtig ist, aber immerhin meiner!