Die Silberschmiedin - Ines Thorn

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Offline Kathrin

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Die Silberschmiedin - Ines Thorn
« am: 26. April 2007, 08:42:38 »
   Verlag: rororo
ISBN: 3499238578
Seiten: 379
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 8,90

[isbn]3499238578[/isbn]

Kurzbeschreibung:
Leipzig, 16. Jh.: Silber wird im Erzgebirge entdeckt. Die Stadt blüht auf. Aus Frankfurt kommt Eva, die Tochter der Pelzhändlerin Sibylla, um das Imperium ihrer Mutter weiter auszubauen. Sie kauft sich in die Silberminen ein und gründet eine Gold- und Silberschmiede. Alles scheint seinen vorgezeichneten Lauf zu nehmen - auch die Verlobung Eva mit dem älteren vermögenden Kaufmann Andreas Mattstedt. Bis der junge Silberschmied David in die Stadt kommt und Eva in seinen Bann zieht ...

Meine Meinung:
Der Einstieg in das Buch fiel mir recht leicht. Den Prolog konnte ich zwar nicht wirklich zuordnen, aber so etwas macht ja neugierig. Der Beginn der Haupthandlung um die Silberschmiedin Eva ist packend, beginnt er doch mit einer toten Frau mit einer Silbermaske, die aus dem Main gefischt wurde. Da hat man inklusive des Prologs gleich auf den ersten Seiten zwei Szenen, zu denen man den Zusammenhang zur restlichen Handlung des Buches erfahren will und neugierig weiterliest. Wie auch schon im ersten Buch der Trilogie von Ines Thorn ist der Stil leicht und flüssig zu lesen, alles in allem ist das Buch jedoch spannender als "Die Pelzhändlerin", was meines Erachtens nach auch bitter nötig war.

Die Hauptfigur Eva gefällt mir auch besser als die SUPER-SIBYLLA aus "Die Pelzhändlerin", sie scheint mit dem übermächtigen Schatten ihrer Mutter ein Problem zu haben und ist auch nicht so ein Super-Weib wie ihre Mutter, sondern wirkt, bestimmt auch durch die starke Mutter, eher verschüchtert und unsicher. Sie denkt, dass die Liebe wichtiger ist als jeder berufliche Erfolg und danach lebt sie auch. Leider hat sich meine Meinung zu Eva im Verlaufe der Geschichte ziemlich geändert. Eva ist nicht nur vor Liebe blind, sie macht sich völlig zum Affen, hat keinerlei Selbstbewusssein und lässt sich Dinge gefallen, mit der zumindest eine moderne Frau aus unserem Jahrhundert ihre Probleme hat und die sie nicht nachvollziehen kann. Da ist man froh, in der heutigen Zeit zu leben, wobei ich felsenfest davon überzeugt bin, dass es auch in der damaligen Zeit Frauen gab, die sich diese Behandlung nicht gefallen hätten lassen. Nicht die superstarke Romanheldin zu sein, finde ich gut, aber Eva Schwachheit ist mir auch schon wieder zu extrem dargestellt.

Die männliche Hauptfigur, David, der Silberschmid gefällt mir als Figur her recht gut, auch wenn ich ihn natürlich nicht als Mann haben wollte. Er hat anfangs das Gewisse Etwas, etwas leicht Verbotenes, ist mir suspekt. Allerdings wird mir das Geheimnis, das ihn umgibt zu früh und zu offensichtlich von der Autorin gelüftet. Andeutungen hätten zu diesem Zeitpunkt genügt. So wurde leider ein gehöriger Teil der Spannung aus dem Buch herausgenommen.

Leider sind mir in dem Buch ein paar Widersprüche zur Geschichte der Pelzhändlerin unter gekommen, was natürlich extrem auffällt, wenn man Teil 1 direkt im Vorfeld gelesen hat. Leider wird auch hier wieder wenig über das im Vordergrund stehende Handwerk dem Leser mitgeteilt, aber darauf hat die Autorin vielleicht auch nicht so viel Wert legen wollen. Das was wir über die Herstellung eines Silberpokals erfahren, wirkt total runtergeleiert.
Wie bereits in ""Die Pelzhändlerin"" fühle ich mich um ein paar Informationen betrogen. Einige Dinge bleiben offen, die ich gerne noch gewusst hätte, zumal ich Teil drei nicht lesen werde. Ich glaube, dass die Grundidee, auch zu ""Die Pelzhändlerin"" gar nicht so schlecht ist, und der Plot zu ""Die Silberschmiedin"" gefällt mir sogar richtig gut, teilweise ist es wirklich haarsträubend und schockierend (Davids Verhalten), leider aber auch teilweise echt grottenschlecht und nicht nachvollziehbar (Evas Verhalten).

Alles in allem gefällt mir "Die Silberschiedin besser als "Die Pelzhändlerin", allerdings habe ich wieder ein Problem mit der Hauptfigur. Da ich ihr Verhalten wirklich nicht nachvollziehen kann und mich auch desöfteren sehr über sie aufgeregt habe, sind es leider auch für dieses Buch nur 8 Punkte (von 15), aber immerhin einer mehr als für Sibylla, die Pelzhändlerin.

Bewertung


lg
kathrin
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Offline Meike

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Re: Die Silberschmiedin - Ines Thorn
« Antwort #1 am: 02. Mai 2007, 13:52:41 »
Hallo ihr,
endlich auch von mir die Rezi zu "Die Silberschmiedin"  :rotwerd:. Ich bewundere Kathrin so für ihre Rezis und das sie die sofort schreibt. Musst ich jetzt mal los werden,  :knuddel:!

Dieser Fortsetzungsroman von „Die Pelzhändlerin“ fängt genauso schnell und flüssig wie das eben genannte Buch an. Sofort ist mir aber aufgefallen, dass ich die Tochter von Sibylla, Eva, als Person viel lieber mag. Sie scheint zwar sehr schüchtern und noch etwas unter dem Pantoffel der Mutter zu stehen, macht aber einen sehr viel menschlicheren Eindruck! Es passiert direkt etwas sehr Spannendes und dadurch wird der Leser in eine Art Bann gezogen. Hinzu kommt, dass auch dieses Buch sehr schnell zu lesen ist, da der Schreibstil der Autorin wahnsinnig flüssig ist.

Die Geschichte um die Silberschmiedin Eva hat sehr viele gute Ansätze und die Idee zum Geheimnis des Silberschmiedes David ist vollkommen überzeugend. Die Autorin hätte damit eine unglaubliche Spannung bis zu den letzten Seiten ziehen können. Leider wird dieser Spannungsbogen schon mitten in der Geschichte gebrochen und die Autorin macht sich mit diesem Fehler viel selbst kaputt, was ich sehr schade fand!
Hinzu kommt auch bei diesem Buch, dass viele Jahressprünge eingebaut sind (sogar mal bis zu 8 Jahren!) und man sich als Leser nicht wirklich vorstellen kann, dass in dieser Zeit kaum etwas passiert sein soll. Man fühlt sich deshalb etwas um die ganze Geschichte betrogen.

Die Personen der Geschichte haben diesmal sehr viel mehr Ecken und Kanten, was ich an sich sehr begrüßt habe! Leider wird aus der Eva aber eine liebeskranke Frau, die dermaßen blind vor Liebe wird, dass man ihr Handeln einfach nicht mehr nachvollziehen kann.
Leider erfährt man über das Silberschmieden selbst auch sehr wenig. Das scheint für die Autorin wirklich nur ein Nebenteil zu sein und das ist natürlich schade bei einem historischen Roman.
Alles in allem hat dieser Roman mir aber schon ein ganzes Stück weit besser gefallen, als sein Vorgänger, wobei ich mich allerdings ärgere, dass die Autorin sich soviel selbst kaputt macht, da diese Geschichte wirklich sehr gute Ansätze aufweist!
Deswegen nur eine

LG, Meike
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Offline Xandi

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Re: Die Silberschmiedin - Ines Thorn
« Antwort #2 am: 31. Juli 2009, 16:26:12 »
Hallo!

Das Buch war Bestandteil des SUB-Wettbewerbs 1.7.09 bis 31.12.09 .

Meine Meinung und Beurteilung
379 Seiten voller Vorhersehbarkeit!
Die Personen wurden vorgestellt und man weiß, wie die Geschichte sich entwickelt, welche Figuren Schwierigkeiten machen, wer mit wem ein Panscherl hat, wer stirbt und wie das Ende ausgeht.
Es gibt keine Höhen, nur Tiefen. Keinerlei Überraschungen!
Die HP ist nicht so mutig und selbstbewußt, wie ihre Mutter im ersten Teil. Wo, ich gebe es zu, es auch schon sehr übertrieben wirkte.
Eva leidet am Stockholmsyndrom und ich hatte eigentlich nur bedauerndes Kopfschütteln für sie übrig.  :hau:

Das Buch beginnt mit einem Mord, trotzdem kommt keinerlei Spannung auf. Weil man eigentlich schon im nächsten Kapitel vor dem Mörder steht und das auch gleich spitzkriegt.

Darum von mir    :teufel:


Xandi
die jetzt sehr mit sich ringt, ob sie den dritten Teil überhaupt lesen soll
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Offline Kathrin

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Re: Die Silberschmiedin - Ines Thorn
« Antwort #3 am: 31. Juli 2009, 19:41:45 »
die jetzt sehr mit sich ringt, ob sie den dritten Teil überhaupt lesen soll
Hast Du's schon? Ich würd's ja sein lassen!!!! Bei der Bewertung, Du bist ja noch schlimmer als ich in der Bewertung!!!

lg
kathrin
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Offline Meike

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Re: Die Silberschmiedin - Ines Thorn
« Antwort #4 am: 31. Juli 2009, 21:12:12 »
Ich persönlich fand den dritten aber den besten Teil  :->
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Offline Xandi

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Re: Die Silberschmiedin - Ines Thorn
« Antwort #5 am: 01. August 2009, 10:03:26 »
Hallo Kathrin, Hallo Meike!

Also ich kann mich ja noch lebhaft an die Debatte beim Forumstreffen erinnern. (als ich mir die drei Teile von Meike genommen hab)
Und beim ersten Teil fand ich es ja noch nicht schlimm, obwohl Sybilla schon was von einer Superheldin hatte und das nicht so recht in diese Zeit paßt, aber gut!
Doch dieser Teil......    Mir viel auf Anhieb nur die Bemerkung von Kathrin ein   "einfach grottig".

Ich werd den dritten Teil schon noch lesen, aber nicht gleich. Hab mir den Klappentext zumindest durchgelesen. (und schon mal die Augen verdreht  :rollen:)

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