Ken Follett: Die Kinder von Eden

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Offline Marja

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Ken Follett: Die Kinder von Eden
« am: 01. März 2010, 16:26:05 »
Ken Follett - Die Kinder von Eden


[isbn]978-3404145355 [/isbn]


Klappentext
Ein kleines Tal in Kalifornien. Hier lebt seit den sechziger Jahren eine Hippie - Kommune. Nun aber soll ihr Dorf einem Stausee weichen. In ihrer Not fassen die "Kinder von Eden" einen wahnwitzigen Plan: Wenn man sie nicht in Frieden leben lässt, wollen sie ein Erdbeben mit katastrophalen Folgen auslösen. Niemand glaubt ihnen. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich bald zeigt...

Meine Meinung
Der Inhalt des Buches wird duch den Klappentext schon wunderbar zusammengefasst - die Mitglieder besagter Kommune arbeiten das gesamte Buch daran, Erdbeben auszulösen und damit die Regierung zu erpressen. Erzählt wird dies aus Sicht ihres Anführers (nicht, dass sie zugeben würden, einen zu haben), Priest. Und darin liegt für mich das große Problem - Priest wird mir nicht sympathisch, beim besten Willen nicht. Das liegt nicht nur an seinen an einen Sektenführer erinnernden Ansichten, obwohl die schon völlig ausreichen würden, mich zu verschrecken. Nein, gleich im ersten Kapitel begeht er einen für mich wirklich nicht notwendigen Mord, frei nach dem Motto "Der Zweck heiligt die Mittel". Nein, tut er für mich eben nicht, vor allem, da man Priests Problem sicher auch anders (vielleicht nicht ganz gewaltfrei, aber anders) hätte lösen können. Und damit hat Priest mein Verständnis auf Dauer verloren, so dass es mir schwerfiel, mit ihm und seinen Erpressungsversuchen mitzufiebern. Grundsätzlich ist das Vorgehen der "Kinder von Eden" ganz fesselnd und vor allen Dingen auch logisch beschrieben - aber ich wünsche ihnen nun mal keinen Erfolg.
Die Rettung des Buches liegt für mich im zweiten Handlungsstrang, der aus Sicht der FBI - Agentin Judy Maddox erzählt wird. Mit ihr konnte ich mich identifzieren und mich über jeden kleinen Erfolg bei der Verfolgung der Erpresser freuen. Dabei ist ihr Handlungsstrang zugegeben sehr konstruiert. Ständig steht sie Anfeindungen am Arbeitsplatz gegenüber und auch die Liebesgeschichte fehlt nicht. Das wirkt doch alles etwas übertrieben. Gerade die Liebesgeschichte ist für mich etwas unglücklich geraden (obwohl mir besagte Abschnitte sehr gut gefallen haben), sie bleibt einfach zu kurz und oberflächlich, wie auf Teufel komm raus hineingequetscht. Da hätte man gerne Priest so um die 80 Seiten klauen und in Judy investieren dürfen. :->

Auch wenn das alles sehr negativ klingt (meckern ist eben meistens einfacher als loben  :rotwerd:) hatte ich doch ein paar ganz nette Stunden mit dem Buch, aber als ersten Roman von Follett würde ich ihn keinesfalls empfehlen. Er kann es einfach viel besser, vor allem in der "Nadel" war ich mir nie sicher, auf wessen Seite ich stehen soll, und den "3. Zwilling" konnte ich nicht aus der Hand legen.

Bewertung