Sibylle Weischenberg: Ich hasse den Sommer

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Offline ClaudiC

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Sibylle Weischenberg: Ich hasse den Sommer
« am: 14. Juni 2008, 18:42:46 »
   Sibylle Weischenberg: Ich hasse den Sommerr
Verlag: blanvalet
Seiten: 349
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 7,95

[isbn]3442367212[/isbn]

 Die 12 schlimmsten Monate im Jahr einer Frau - Freche Geschichten für die nicht-perfekte Frau!

"Haben Sie sie auch so satt? Diese perfekten Frauen, die sich bauchfaltenfrei in der Sonne räkeln, bevor sie mit triumphierenden Lächeln zur exquisiten Shopping-Tour tippeln? Und dort auch noch passende Schuhe finden! Für alle Frauen, die wie ich nicht ganz so perfekt sind, und denen die lieben Mitmenschen gehörig auf die Nerven gehen, die sich um nichts anderes als Modemagazine, Diäten, durchorganisierte Silvesternächte und anderen Perfektionsterror kümmern, habe ich dieses Buch über die 12 schlimmsten Monate im Jahr einer Frau geschrieben!" Ihre Sibylle Weischenberg




Meine Meinung:
Als ich dieses Buch in der Buchhandlung hübsch drapiert auf einem Tisch liegen sah, rieb ich mir verwundert die Augen. Sibylle Weischenberg war unter die Autorinnen gegangen? Etwa die von mir so verehrte Dame, die mich bestinformiert und hoch kultiviert über den neuesten Klatsch informiert? Etwas aufgeregt schlug ich den Buchdeckel auf und entdeckte tatsächlich ihr Foto auf der ersten Innenseite. Etwaige Gedanken an Buchkaufstopp waren sofort aus meinem Gehirn gewichen. Dieses Buch musste ich haben. Und auch sofort anfangen zu lesen.

Ich befand mich auf dem Weg zu einer Freundin. Wir wollten zusammen Kaffee trinken. Glücklicherweise befindet sich ihre Wohnung in einer ruhigen Seitenstraße. ich konnte also unterwegs, zu Fuß gehend, das erste Kapitel lesen.

Ganz ehrlich, über dieses Buch habe ich mich so richtig gefreut. Ich mag locker leichte Chick-Lit ja auch ganz gerne, aber hier bin ich mit besonderen Erwartungen heran gegangen.

Der Roman ist in der Ich-Form geschrieben. Mir ist natürlich durchaus bekannt, dass Autor und lyrisches Ich nicht immer dieselbe Person sind, aber ich konnte doch nicht umhin, mir Frau Weischenberg als die Protagonistin der Geschichten vorzustellen. Manchmal passte das Beschriebene nicht recht zu meinen Vorstellungen, darüber sah ich aber großzügig hinweg. Etwa schade fand ich aber, dass sämtliche Freundinnen detailgenau beschrieben werden, die Ich-Erzählerin aber konsequent vermeidet, exakte Infos über sich preiszugeben.
Andere Dinge haben mich begeistert. Zum Beispiel, dass man im Sommer lieber drinnen sitzt  :-) Die angegebenen Gründe sind absolut nachvollziehbar und ich habe auch schon oft so empfunden, mich aber nie getraut, zuzugeben, dass ich ein Stubenhocker bin.  :wieher: Und auch den ganzen Weihnachtskitsch  finde ich eher schön als grausig.

Der Schreibstil der Autorin entspricht ihrer Sprache: sehr eloquent, leicht ironisch und mit wunderbaren Wortschöpfungen wie "Petitesse". Auch "reichlich ernährt" möchte ich gerne in meinen aktiven Wortschatz übernehmen. Etwas zu häufig musste ich allerdings von Menschen mit Schnappatmung lesen und auch "Wie toll war das denn?" wurde wohl in jedem Kapitel gesagt. Zu einer solchen Art von Buch passt es aber auch andererseits. Immerhin hat jeder Mensch Lieblingswörter oder -phrasen und mithin wohl auch eine Ich-Erzählerin.

Insgesamt also ein schnell zu lesendes Buch, in dem man sich als Frau wiederfindet. Dazu gehört auch - wenn man ehrlich ist - die Neigung dazu, dass man sich selbst als normal empfindet und immer die anderen etwas merkwürdig sind. Bei der Erzählerin ist mir das zwischendurch negativ aufgefallen, wohl ungerechterweise.

Note: 2


ClaudiC